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Bündnis gegen den Alkoholmissbrauch

15.05.07

Bayreuth setzt ein Zeichen gegen den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen und jungen Heranwachsenden in Gaststätten und Diskotheken. Auf Initiative von Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl haben sich jetzt im Rathaus Gaststätten- und Diskothekenbetreiber, Event-Veranstalter sowie Vertreter der Polizeiinspektion und des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes mit der Stadt auf eine gemeinsame Initiative verständigt, die unter anderem den Verzicht auf Billigparties zum Ziel hat.

Wie Oberbürgermeister Dr. Hohl Hohl mitteilt, wurde der gemeinsame Wille, dem Alkoholmissbrauch in Bayreuther Gaststätten und Diskotheken entgegenzutreten, in einer schriftlichen Vereinbarung fixiert, die seitens der Stadt, der Polizei, des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes und von mehreren Gaststätten- und Diskothekenbetreibern sowie Event-Veranstaltern unterschrieben wurde. Damit soll ein umfassender Beitrag zur Bekämpfung des übermäßigen Alkoholkonsums durch Jugendliche und junge Heranwachsende und letztlich auch ein Stück gesamtgesellschaftliche Verantwortung dokumentiert werden.

"Komasaufen und Flatrate-Parties mit Jugendlichen sind Phänomene, die in jüngster Vergangenheit mehr als einmal für besorgniserregende Schlagzeilen gesorgt haben", so Dr. Hohl. Mit der jetzt geschlossenen Vereinbarung, die der Oberbürgermeister als moralische Selbstverpflichtung verstanden wissen will, habe man einen ersten Schritt auf dem Weg zu mehr Sensibilität und Problembewusstsein rund ums Thema Jugend und Alkohol getan. "Dies soll der Beginn einer Diskussion sein, in die auch viele andere Akteure einbezogen werden müssen - von den Eltern über die Schulen bis hin zu den Vereinen", betont der OB.

Die Gesprächsrunde im Rathaus verständigte sich auf ein Bündel von Maßnahmen, mit denen Trinkexzessen von Jugendlichen und jungen Heranwachsenden begegnet werden soll. So sagen die Gaststätten- und Diskothekenbetreiber in der Vereinbarung beispielsweise zu, auf sogenannte "Billigparties" zu verzichten, die auf die vergünstigte Abgabe alkoholischer Getränke und die Werbung hierfür abzielen. Dies betrifft neben den bekannten All-Inclusive-Veranstaltungen - also die Abgabe aller offener Getränke innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu einem Pauschalbetrag - auch Parties mit Billigangeboten von Getränken wie etwa sogenannte Ein-Euro-Parties, zu denen auch Minderjährige Zutritt haben.

Die Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt, vertreten durch deren Leiter Polizeirat Horst Thiemt, unterstützt die Vereinbarung. Gleichzeitig werden verstärkt Kontrollen auf Einhaltung der gaststätten- und jugendschutzrechtlichen Bestimmungen bei Betrieben angekündigt, die dieser nicht beitreten.

Die Stadt Bayreuth ihrerseits verpflichtet sich, die örtliche Gastronomie in all diesen Schritten zu unterstützen: mit eigenen Projekten etwa im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Sucht- und Alkoholprävention, aber auch mit eigenen ordnungsrechtlichen Maßnahmen, sollte die jetzt vereinbarte Kooperation keine Wirkung zeigen. Hierzu gehören auch Jugendschutzkontrollen in Zusammenarbeit mit der Polizei.

Unterstützung beim Kampf gegen Billigparties signalisiert schließlich auch der Hotel- und Gaststättenverband (BHG) durch seinen Bezirksgeschäftsführer Günther Elfert, der die Vereinbarung ebenfalls unterzeichnete. Der BHG will in diesem Sinne auf seine Mitglieder einwirken und damit seinen Beitrag für einen verantwortungsbewussten Umgang der Gastronomie mit Alkohol leisten.
In den kommenden Wochen will die Stadt nun auch die Schulen, die Fachschaften an der Universität und Bayreuths Vereine ansprechen und für eine Zusammenarbeit auf gleicher Grundlage gewinnen. "Diese Vereinbarung ist offen angelegt. Sie braucht die Mitarbeit möglichst vieler und soll daher der Anfang und nicht der Endpunkt einer umfassenden Diskussion sein", betont Dr. Hohl.

Download:
Vereinbarung gegen den Alkoholmissbrauch in Bayreuther Gaststätten und Diskotheken (PDF-Datei; 60 KB)