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Keine gefährliche Schadstoffbelastung in der Laufbahn des städtischen Stadions

Hans-Walter-Wild-Stadion: Gutachter gibt Entwarnung - Keine Gefahr für Schul- und Leichtathletiksport

10.05.12

Der im Hans-Walter-Wild Stadion verwendete Rotsand auf den Leichtathletikflächen enthält keine Dioxine und Furane. Zu diesem Ergebnis kommt ein vom Sportamt der Stadt Bayreuth in Auftrag gegebenes Fachgutachten. Die ermittelten Werte von Glyphosat, welches bis 2003 als Unkrautvernichtungsmittel im Stadion eingesetzt wurde, liegen bei der gegebenen sportlichen Nutzung im ungefährlichen Bereich. Die Nachweise der anderen untersuchten Einzelherbizide liegen unter den substanzspezifischen Nachweisgrenzen und sind damit ebenfalls unerheblich. In keiner der aus Bauziegelbruch hergestellten Rotsandproben sind nach zusätzlichen Untersuchungen anorganische oder organische Schadstoffe mit erheblichen Gehalten nachweisbar. Das Gutachten kommt somit zu dem Ergebnis, dass keinerlei Hinweise auf eine gesundheitsschädigende Wirkung für den Sport treibenden Menschen vorliegen.

Aufgrund von Medienberichten, veranlasst durch die SpVgg Bayreuth, waren Anfang März dieses Jahres Bedenken aufgekommen, dass die Laufbahn des städtischen Hans-Walter-Wild Stadions durch Rückstände von Unkrautvernichtungsmitteln und Schwermetallen schadstoffbelastet sei.

Hans-Walter-Wild-Stadion

Seitens der SpVgg Bayreuth wurde damals auf mehrfache Nachfragen der Stadt hin lediglich mitgeteilt, dass der Anschein auf das Vorhandensein verschiedener Substanzen in der Lauffläche gegeben sei. Chlorphenole seien nicht gefunden worden. Ein angeblich vorliegendes Gutachten wurde der Stadt allerdings bis heute nicht vorgelegt. Ein Schreiben des Rechtsreferates vom 21. April mit der Bitte, das Gutachten der Stadt zur Verfügung zu stellen, blieb bis heute unbeantwortet.

Bodenproben an 28 Stellen

Daher beauftragte die Stadt das Haager Ingenieurbüro Dr. G. Pedall als hierfür zugelassene Untersuchungsstelle sowie als langjährig einschlägig tätiger Fachgutachter mit der Ermittlung der tatsächlichen Schadstoffbelastung auf den Leichtathletikflächen des Hans-Walter-Wild Stadions durch mögliche, anorganische und organische Schadstoffe und mit der Bewertung der ermittelten Stoffgehalte im Hinblick auf den Direktkontakt Boden - Mensch und insbesondere bezüglich einer Gefährdung durch beim Sportbetrieb aufgewirbelten Feinstaub.

Die Untersuchung wurde anhand von Bodenproben durchgeführt, die an 28 Stellen und in verschiedenen Tiefen auf den Leichtathletikflächen entnommen wurden. Die Proben wurden speziell auf Metalle wie Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel, Quecksilber, Zink und Arsen, Pflanzenschutzmittel mit 17 Einzelparametern und Glyphosat sowie dessen wesentliches Zersatzprodukt untersucht. Zusätzlich wurde ein Screening durchgeführt, um möglicherweise vorhandene, sonst nicht erkennbare organische Schadstoffe zu ermitteln.

Das beauftragte Institut kommt zu folgenden Ergebnissen: Der im Hans-Walter-Wild Stadion verwendete Rotsand auf den Leichtathletikflächen stammt aus Rückständen der Bauziegelherstellung. Aus prozesstechnischen Gründen ist mit hinreichender Sicherheit die Aussage zu treffen, dass in diesem Material (wie in jedem Bauziegel) herkunftsbedingt keine schädlichen Inhaltsstoffe vorhanden sein können.

Die Untersuchung auf Halb- und Schwermetalle ergab, dass in allen Proben und für alle Parameter Gehalte festgestellt wurden, welche nicht nur unter den zur Bewertung heranzuziehenden Prüfwerten für Park- und Freizeitflächen liegen, sondern auch weit unter den hilfsweise betrachteten Gehalten zur Gefährdungsabschätzung für die sensibelst berücksichtigte Nutzung als Kinderspielfläche.

Auch die Ergebnisse des Screenings auf organische, mittel- oder schwerlösliche Substanzen lieferten keinerlei Hinweise auf andere organische Stoffe in Konzentrationen, welche ein Gefährdungspotential darstellen könnten.

Eine Gefährdung für den Menschen könnte nach Einschätzung des Gutachters ausschließlich über die Inhalation von aufgewirbelten Stoffen beim Sport geschehen. In Anbetracht der stets nur kurzzeitigen Staubaufwirbelung mit auch dann geringen Staubkonzentrationen in der Atemluft sind aber keine in irgendeiner Weise schädlichen oder beeinträchtigenden Auswirkungen auf Sportler oder auch Schulkinder zu erwarten.

Aus Sicht des Gutachters sind keine weiteren Untersuchungen notwendig. Durch die einheitlich niedrigen Belastungswerte kann der Leichtathletikbetrieb auf allen Sportflächen im Stadion ohne Einschränkung auch für Schulkinder weiter betrieben werden.