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Big Band goes Wagner

Junge Musiker interpretieren klassische Musik großer Komponisten

14.02.13

Wagner goes Youth – so lässt sich die Idee hinter diesem Konzert zusammenfassen. Zu sehen gibt es das Ergebnis am Freitag, 15. Februar, um 20 Uhr, im Großen Haus der Stadthalle.

Anlässlich des Wagner-Jubiläumjahres 2013 interpretieren junge Musiker klassische Musik großer Komponisten auf ihre Weise. Dazu gehören die Big Band und das Streichorchester der Universität Bayreuth, genauso wie das Streichorchester des Markgräfin Wilhelmine Gymnasiums, das Vokalensemble Skyscrapers, die Breakdancer der Tanzschule Jahn und die Salsa Percussion Formation. Die musikalische Leitung hat Peter Übelmesser, die Moderation am Abend übernimmt Sonja Rehberg.

Eingehüllt in swingenden Jazz, mitreisende Latin-Rhythmen und groovigen Funk-Sound stellt die Big Band im Zusammenspiel mit dem Streichorchester und den anderen Gruppen die Einzigartigkeit der klassischen Werke unter Beweis. Das Zusammenwirken der unterschiedlichen Formationen sorgt für überraschende Momente und schafft bleibende Erinnerungen. Einige dieser Werke wurden exklusiv für diesen Anlass von Fritz Mensching umgeschrieben. Er war über 20 Jahre lang als Arrangeur und Komponist für den Bayerischen Rundfunk tätig und begeistert mit seinen unverwechselbaren Arrangements das Publikum jedes Mal aufs Neue. Natürlich stehen auch die Klassiker der Big Band-Literatur auf dem Programm, die das Konzert erst zu dem machen, was es ist: Ein Verschmelzen von Jazz und Klassik. Dieses einmalige Projekt im Wagner-Jahr 2013 bringt verschiedenste Werke zu Gehör, unter anderem von Benny Goodman, Duke Ellington, Arnold Copland, Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart, George Gershwin, Carl Maria von Weber und Richard Wagner.

   
 

Big Band goes Wagner
Freitag, 15. Februar 2013, 20 Uhr
Stadthalle Bayreuth, Großes Haus

Karten
Geschäftsstelle des Nordbayerischen Kurier
Maximilianstraße 58
Telefon (09 21) 500-117, Fax (09 21) 500-247
E-Mail info@kurier-tickets.de

oder online unter www.wagnerstadt.de 

 
 



Interview mit Peter Übelmesser, dem musikalischen Leiter der Big Band der Universität Bayreuth

Peter ÜbelmesserPeter Übelmesser wurde in Marktredwitz geboren und studierte an der Musikhochschule München bei Prof. Ulf Rodenhäuser. Nach seinem Diplom 2003 war er als Klarinettist und Saxophonist in verschiedenen Orchestern tätig.

Seit 2006 unterrichtet er an der Städtischen Musikschule und dem Markgräfin Wilhelmine Gymnasium und leitet seit 2008 die Bigband der Universität Bayreuth. Konzerte mit dem Ensemble Villa Musica (Mainz), dem Ensemble Kontraste (Nürnberg) und Clarinet News (Bremen) sowie Orchestertätigkeiten bei den Nürnberger Philharmonikern zeigen die Vielfalt seines musikalischen Repertoires ebenso wie die Gründung des Tanzorchesters Pik10.

Neben der Big Band der Universität Bayreuth werden sämtliche weitere Akteure - wie beispielsweise Breakdancer der Tanzschule Jahn, eine Salsa Percussion Formation sowie Streicher des Markgräfin Wilhelmine Gymnasium, der Musikschule und der Universität - auf der Bühne stehen. Wie kann man sich dieses außergewöhnliche Konzertereignis vorstellen? Was erwartet den Zuhörer am kommenden Freitag in der Stadthalle Bayreuth?

Übelmesser: „Bigband goes Wagner“ wird in mehrerer Hinsicht ein einmaliges Konzert. Zum einen ist dieses Konzert eines von ganz wenigen, das Bayreuther Musiker im Rahmen der Konzertreihe zum Wagner-Jubiläumsjahr 2013 selbst auf die Beine stellen und zum anderen ist die Vielfalt der Beteiligten ein absolutes Novum. Über 60 Musikerinnen und Musiker - Bayreuther Schüler, Studierende und Musiklehrer - musizieren gemeinsam auf der Bühne und vereinen dabei zwei wundervolle Klangkörper miteinander: Bigband und Streichorchester. Das Besondere an diesem Konzert ist, dass Wagner ganz neu interpretiert wird. Er selbst hat ja mal gesagt „Kinder, schafft Neues!“, und genau das wird hier umgesetzt, zum Beispiel durch unsere Swing-Version der „Meistersinger von Nürnberg“ und dem „fliegenden Holländer“, der bei uns Salsa tanzt.

Das Konzert trägt ja den Titel „Bigband goes Wagner“. Die Zuhörer dürfen sich also nicht nur auf Neu-Interpretationen von Wagners Werken freuen, sondern auch auf berühmte Werke von Beethoven, Mozart, Goodman und anderen, die dank des einzigartigen Zusammenspiels der beteiligten Musiker in ganz neuem Gewand erscheinen. Dass diese Klassiker als Jazz-Version, in lateinamerikanischen Rhythmen oder als Funk-Version interpretiert werden können, stellt die Einzigartigkeit dieser Werke unter Beweis. Für die Zuhörer wird es sicherlich einige überraschende Momente geben, und ich hoffe, auch schöne bleibende Erinnerungen.

Wie ist die Idee „Big Band goes Wagner“ entstanden?

Übelmesser: Die Idee zu dem Konzert mit der Interpretation der Wagner-Musik durch die Bigband mit Swing und Salsa Groove kam mir an einem sonnigen Sommertag auf der Parkbank vor unserer Musikschule (lacht).

Wie haben die Studenten anfangs auf das Projekt reagiert? War ein Bezug zu Wagner bereits vorhanden oder sind viele durch das Vorhaben erstmalig mit Richard Wagner in Berührung gekommen?

Übelmesser: Die Studenten waren sofort begeistert von dieser Idee. Sie sahen in diesem Projekt die einmalige Chance, ein gleichermaßen ambitioniertes wie faszinierendes Musikprojekt dieser Größenordnung zur Aufführung zu bringen. Die Erfahrung, mit den verschiedenen Musikgruppen zusammen ein Konzert zu gestalten, die musikalische Herausforderung der Werke und das Konzertereignis an sich hat alle Mitwirkenden in den Bann gezogen. Ein Bezug zur Musik Richard Wagners war bei den meisten Musikern vorher schon vorhanden.

Mit Fritz Mensching konnte ein hervorragender Arrangeur für das Projekt gewonnen werden. Wie kam es dazu und inwiefern eignet sich Wagners Musik als Basis für neue Kompositionen?

Übelmesser: Fritz Mensching kenne ich nun schon seit vielen Jahren. Er war als Saxophonist und Klarinettist mit verschiedenen Orchestern in ganz Europa unterwegs. Der spätere Leiter des Bundes Jugend Jazzorchesters Peter Herbolzheimer holte ihn in den 1970er Jahren nach Nürnberg zum Bayerischen Rundfunk, bei dem er über 20 Jahre komponierte und arrangierte. Neben dieser Tätigkeit schrieb Mensching auch Arrangements für Tanzorchester, die zu dieser Zeit noch zahlreich in ganz Deutschland vertreten waren. Einen Koffer voll mit solchen Tanzorchesternoten konnte ich vor 15 Jahren durch eine glückliche Fügung erwerben. Der Vermerk „Arrangement Fritz Mensching“ führte mich dann zu dem Menschen und mittlerweile guten Freund Fritz Mensching. Die vielen Ideen, die fantastischen und motivierten jungen Bayreuther Musiker und das große Talent des Arrangeurs haben dieses Projekt möglich gemacht.

Die zahlreichen Opern Richard Wagners und die vielen Themen seiner phantastischen Musik haben sich angeboten um daraus Neues zu machen. Das Ergebnis ist am Freitag zu hören.

Wann sind Sie das erste Mal mit der Musik Wagners in Berührung gekommen und wie war Ihr erster Eindruck?

Übelmesser: Mit Wagners Musik bin ich erstmals als Musikstudent in Berührung gekommen, als ich im Rahmen des Jugendfestspieltreffens Opernaufführungen im Festspielhaus Bayreuth erleben durfte. Später habe ich selbst im Orchestergraben als Klarinettist an der Oper Halle und der Neuen. Philharmonie Westfalen in Recklinghausen bei verschiedenen Operproduktionen R. Wagners musiziert. Am meisten haben mich die vielen tiefen melancholischen Passagen für Bassklarinette in seinen Werken beeindruckt. Man spürt förmlich die Magie, die entsteht, wenn das Licht im Opernhaus ausgeht und das Orchester mit dem Vorspiel zur Oper beginnt.

Welche Musik hören Sie privat am liebsten?

Übelmesser: Och, eigentlich nur Techno und House (lacht)