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Neugestaltetes Jean-Paul-Museum eröffnet

Pünktlich zum 250. Geburtstag des Dichters sind die Umbauarbeiten fertig - Freier Eintritt im Jubiläumsjahr

21.03.13

Das neu konzipierte Jean-Paul-Museum bei der Wiedereröffnung am 250. Geburtstag des DichtersNach einer viermonatigen Renovierungs- und Umbauzeit präsentiert sich das vollständig neugestaltete Jean-Paul-Museum der Stadt Bayreuth ab sofort wieder der Öffentlichkeit. Die Wiedereröffnung ist einer der Höhepunkte der Feierlichkeiten rund um Jean Pauls Geburtstag, der sich am 21. März zum 250. Male jährte. Im Jubiläumsjahr kann das Museum bei freiem Eitritt besucht werden.  

Bayreuth verdankt das Jean-Paul-Museum im Wesentlichen seinem großherzigen Stifter Dr. Philipp Hausser, einem Nachfahren Joseph und Rosa Schwabachers, der einstigen Vermieter Jean Pauls in dessen Wohn- und Sterbehaus. Von Jugend an hatte Hausser eine beachtliche Sammlung von Autographen Jean Pauls, von Erstausgaben seiner Werke, Literatur aus seinem Umkreis, Porträts, sowie Bildmaterial zusammengetragen. Diese wohl bedeutendste Privatsammlung zu Jean Paul machte es möglich, dem Dichter 1980 ein Museum unter der Leitung von Dr. Manfred Eger einzurichten. Die Stadt konnte es 1994 deutlich erweitern und seither weitere wertvolle Handschriften Jean Pauls sowie Dokumente zu seinem Leben und Werk erwerben.

Jetzt wurde es zum 250. Geburtstag des Dichters unter der Leitung von Museumsleiter Dr. Sven Friedrich durch Dr. Frank Piontek und den Museumsgestalter Florian Raff neu konzipiert und eingerichtet. Die Gesamtkosten hierfür beliefen sich auf rund 300.000 Euro. Damit wurde aus der ehemaligen Sammlungsausstellung ein zeitgemäßes und ansprechendes Literaturmuseum, das dem Besucher den Dichter und sein Werk auch mit modernen Mitteln wie einer Audioführung näher bringen möchte.

"Es ist ein schöner, ein heiterer aber eben auch ein würdiger Rahmen für die bedeutende Jean-Paul-Sammlung des hochverehrten Dr. Philipp Hauser geschaffen worden.“, so Oberbürgermeisterin Brigitte Merk Erbe bei der Neueröffnung. Das Museum richte sich mithin nicht nur an den Fachmann, sondern auch an den interessierten Literaturfreund, für den es hier so manchen Schatz zu heben gebe. Das Museum soll dabei einen umfassenden Blick auf das Leben Jean Pauls geben und beachten, dass vieles was zu dessen Lebzeiten selbstverständlich war, weil seine Leser dachten und fühlten wie der Dichter, heute erklärt werden muss. „Es geht nicht nur um den Dichter, sondern eben auch um den Typen Jean Paul“, so die Oberbürgermeisterin. 

Untergebracht ist das Museum im ehemaligen Wohnhaus von Richard Wagners Tochter Eva und deren Mann Houston Stewart Chamberlain, dessen Wirken im „Bayreuther Kreis“ die völkische Rezeption Richard Wagners befördert und dessen problematische Weltanschauung und Schriften die Symbiose mit dem Nationalsozialismus eingeleitet haben. Jean Paul wurde von der NS-Ideologie als verzopfter Apologet kleinbürgerlicher deutscher Innerlichkeit absichtsvoll missverstanden und für die propagandistischen Zwecke der Vernichter von Kultur und Geist missbraucht.

Dass nach dem Geist Chamberlains heute der humane Geist Jean Pauls hier eine Heimat gefunden hat, erscheint als symbolische Rettung seiner Ideale, als Sieg des Menschlichen über das Unmenschliche. 

Öffnungszeiten
Ab 22. März ist das Museum wieder zu den üblichen Zeiten geöffnet (täglich von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr; im Juli und August täglich von 10 bis 17 Uhr). Im Jean-Paul-Jubiläumsjahr ist der Eintritt frei.