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Fledermäuse im Haus?

Das städtische Umweltamt gibt Tipps für den Fall, dass sich die kleinen Flugakrobaten ins Wohnzimmer verirrt haben

31.07.13

Ab Anfang August beginnen viele Fledermäuse ihre Sommerquartiere, meist auf Dachböden, in Mauerspalten oder hinter Wandverschalungen, in denen die Jungen großgezogen wurden, zu verlassen. Bis sich die Tiere in einen frostsicheren Unterschlupf - zum Beispiel ruhige, feuchte Kellerräume - zurückziehen, vagabundieren sie sozusagen „ohne festen Wohnsitz“ umher und suchen in der Morgendämmerung einen Platz, wo sie den Tag ungestört verdösen können. Dabei kommt es immer wieder vor, dass sich die kleinen Flugakrobaten durch offene Fenster in Häuser und Wohnungen verirren. In solchen Fällen sollten unbedingt ein paar Grundregeln beachtet werden, auf die das städtische Umweltamt aufmerksam macht.

Meist ist ein gekipptes oder offen stehendes Fenster daran schuld, dass Zwergfledermäuse in die Wohnung fliegen. Die Winzlinge mit einer Körpergröße von etwa vier Zentimetern und einem Gewicht von maximal sechs Gramm versuchen sich dann oftmals in den Falten von Gardinen oder hinter Bildern zu verstecken. Wollte man eine solche „Invasion“ absolut verhindern, müsste man nachts die Fenster entweder geschlossen halten oder mit Fliegengittern sichern.

Wenn doch einmal Fledermäuse in die Wohnung gelangt sind, ist es am einfachsten, bis zum Abend zu warten. Zu Beginn der Dämmerung sollte man die Fenster ganz öffnen und abwarten, bis die kleinen Gäste nach draußen fliegen. Zumindest für die darauffolgende Nacht empfiehlt es sich dann, die Fenster geschlossen zu lassen. Ansonsten sammelt man die kleinen Tiere vorsichtig aus ihrem Unterschlupf, steckt sie in ein Stoffsäckchen, eine Baumwolltasche oder in einen Schuhkarton und bewahrt sie an einem kühlen, dunklen Ort bis zum Abend auf. In der Dämmerung sollte man sie unbedingt außerhalb der Wohnung, aber in der Nähe, an einem ungestörten Ort freilassen und abwarten, bis alle Tiere sicher abgeflogen sind.

Wer sich nicht traut, die Fledermäuse anzufassen, kann sich mit dem Amt für Umweltschutz, Telefon (09 21) 25 13 68, in Verbindung setzen. Die Mitarbeiter stehen mit Rat und Tat zur Verfügung und sind gerne bei der Bergung der geschützten und vom Aussterben bedrohten Tiere behilflich.

Keinesfalls dürfen die flatternden Besucher getötet werden, da sie als besonders geschützte Tierart unter dem Bundesnaturschutzgesetz stehen. Verstöße können mit einem empfindlichen Bußgeld geahndet werden.

Beobachtungen zu Fledermäusen bitte dem Umweltamt melden

Die geheimnisvolle Lebensweise der Fledermäuse beflügelt seit Jahrhunderten die menschliche Phantasie. Der zielsichere Flug durch die dunkle Nacht weckte allerlei Aberglauben. Erst seit den 1940er Jahren weiß man, dass sich die kleinen Flugkünstler mit Hilfe von Ultraschallrufen orientieren, die für den Menschen nicht hörbar sind. In Deutschland unterscheidet man heute 21 verschiedene Fledermausarten, 13 davon wurden im Rahmen der Biotopkartierung im Bayreuther Stadtgebiet erfasst. Das Rathaus bittet daher, alle Informationen über Fledermäuse, über ihre Quartiere, Angewohnheiten sowie sonstige Beobachtungen dem Amt für Umweltschutz, Telefon (09 21) 25 13 68, zu melden. Sie sind für den weiteren Fledermausschutz sehr wichtig.