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Erfolgreiche Verbundausbildung findet Fortsetzung vorlesen [1]

01.06.12

Die Insolvenz des Bayreuther Traditionsunternehmens Burkhardt GmbH erforderte Anfang des Jahres ein schnelles Handeln, um den Auszubildenden der dortigen Verbund-Ausbildungswerkstatt den Abschluss ihrer Berufsausbildung zu ermöglichen.
In kürzester Zeit wurde unter Federführung der bereits an der Ausbildungskooperation beteiligten Bayreuther Unternehmen British American Tobacco (Germany) GmbH (BAT) und Schlaeger Kunststofftechnik GmbH die TBB - Technische Berufsbildung Bayreuth GmbH (TBB) gegründet.

Die unkomplizierte und schnelle Initiative hat sich gelohnt: bei der IHK Abschlussfeier wurden 16 gewerbliche Auszubildende mit Bestleistung ausgezeichnet. Acht dieser Auszubildenden wurden im neuen Verbund der TBB ausgebildet in den Berufen zum Elektroniker für Betriebstechnik, Industriemechaniker und Mechatroniker.

Im Vergleich zum IHK-Durchschnitt erreichen die Absolventen der seit über 30 Jahren bestehenden Verbundausbildung traditionell einen deutlich besseren Notendurchschnitt in der Facharbeiterprüfung. Die diesjährige Durchschnittsnote liegt bei 1,8. Der IHK-Schnitt beträgt 2,5. Dies belegt eindrucksvoll die hohe Qualität der Verbundausbildung.

Seit Gründung der „Verbundausbildung Burkhardt – BAT“ im Jahre 1979 steht eine breit gefächerte technische Gesamtausbildung von höchster Qualität im Fokus der Firmen und der Ausbilder. Über 1.000 Facharbeiter verschiedener Ausbildungsbetriebe erhielten in den vergangenen 32 Jahren in der Ausbildungswerkstatt bei Burkhardt eine qualifizierte Ausbildung. Neben den bereits genannten Fachleuten gingen daraus u. a. Zerspanungsmechaniker/-innen, Gießereimechaniker/-innen oder technische Modellbauer/-innen hervor. Viele zusätzliche Ausbildungsplätze wurden durch die Vernetzung erst geschaffen, da hierdurch auch Betriebe ausbilden konnten, die alleine nicht sämtliche Voraussetzungen hatten.
Solche Synergieeffekte sind für kleine und große Unternehmen attraktiv. Viele namhafte Firmen aus Oberfranken und dem Stadtgebiet Bayreuth haben sich in den vergangenen Jahren diesem Ausbildungsmodell angeschlossen. Hierzu gehören u. a. Hermos AG und Hermos Schaltanlagen GmbH (Mistelgau), IREKS GmbH (Kulmbach), Mann & Hummel Innenraumfilter GmbH & Co. KG (Gefrees), SMB Schwede Maschinenbau GmbH (Goldkronach), British American Tobacco (Germany) GmbH (Bayreuth), Stäubli Tec-Systems GmbH (Bayreuth), Brauerei Gebrüder Maisel KG (Bayreuth) und Schlaeger Kunststofftechnik GmbH (Bayreuth).
Deren Auszubildende galt es nun unbeschadet durch das Insolvenzverfahren der Burkhardt GmbH zu bringen, welches keine Lösung für die Ausbildungsabteilung vorsah. Die Fortführung in einer eigenständigen, spezialisierten Ausbildungs-Firma wurde im Januar 2012 von BAT und Schlaeger Kunststofftechnik beschlossen. Bereits am 1. März 2012 übernahm die neue Firma TBB alle laufenden Aktivitäten in einem reibungslosen Übergang. Die beiden Ausbildungsmeister und alle 140 Auszubildenden konnten ohne Beeinflussung des Ausbildungsbetriebes weiter machen.

„Wir nehmen unsere Verantwortung für eine hochwertige Ausbildung sehr ernst. Junge Menschen müssen das bestmögliche Rüstzeug für ihre Zukunft erhalten. Von der Weiterführung der Verbundausbildung werden alle profitieren: die Unternehmen in Bayreuth und der Region ebenso wie die Menschen“, unterstreicht Christian Berger von BAT die Bedeutung der neuen TBB.
„Aufgrund der demografischen Entwicklung wird sich der Kampf zur Gewinnung junger Nachwuchsfacharbeiter weiter verstärken“ erwartet Anton Fuchs, einer der beiden Geschäftsführer der neuen TBB und gleichzeitig technischer Geschäftsführer bei Schlaeger Kunststofftechnik. „Die Qualität der Ausbildung muss weiter steigen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhalten“ ergänzt der zweite Geschäftsführer Matthias Ritter. Ziel ist es, die Verbundausbildung bekannter zu machen und mit weiteren Berufsbildern zu ergänzen. Die Ausbildung an neuesten Geräten und Maschinen sind die optimale Grundlage und entlasten die einzelnen Ausbildungsbetriebe von hohen Kosten. Der Umzug in eigene Räume als „Anlaufpunkt für qualifizierte Ausbildung“ ist für die nächsten 12 Monate geplant.

Die Vernetzung soll schrittweise wachsen, beispielsweise durch Informationsveranstaltungen in Schulen, Ausbildungsmessen, fachspezifische Internetportale, externe Schulungen und neue Firmen-Kunden in der Ausbildungskooperation. „Wenn jemand TBB im Ausbildungszeugnis liest soll er das als „Marke“ erkennen und sehen – die machen das ja schon lange gut!“ beschreibt Anton Fuchs die Zielvorgabe.

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Allein die hervorragenden Abschlüsse wären Ansporn genug für die Unternehmen, ihre Auszubildenden zur TBB nach Bayreuth zu schicken. Es gibt aber noch mehr gute Gründe. Gut ausgebildete Facharbeiter sichern den Produktionsstandort Deutschland und speziell der oberfränkischen Region. Der aktuelle Erfolg in den Bereichen Maschinenbau und Fahrzeugtechnik hat nur eine Zukunft, wenn sich genügend junge Menschen für technische Berufe begeistern lassen.
Um mithalten zu können und Kunden mit hohen Ansprüchen zu beliefern, investieren auch kleine und mittlere Unternehmen in komplexe Technik und Ausrüstung. Zugleich ist aber nicht jeder Betrieb in der Lage, mit der gleichen Geschwindigkeit seine Mitarbeiter entsprechend zu qualifizieren und langfristig die am Markt geforderte Qualität zu gewährleisten. Diese Lücke lässt sich im Rahmen der Ausbildungskooperation mit TBB schließen.
Gleiches betrifft die Qualität der jungen Facharbeiter. Viele Betriebe klagen über eine abnehmende Grundqualifikation der Schulabgänger. Mittels Einstellungstests bietet die TBB konkrete Unterstützung bei der Auswahl der künftigen Auszubildenden für die neuen Berufsbilder.
Der Kostenaspekt ist natürlich auch hier ein Entscheidungsfaktor. Ausbildung kostet Geld, und die Ausbildung bei TBB bedeutet für die Betriebe weitere Ausgaben. Jedoch bietet die Ausbildungskooperation gerade kleinen Unternehmen erst die Möglichkeit, junge Mitarbeiter zu gewinnen und in modernen Techniken zu schulen, was sie vor Ort nur mit erhöhtem Kostenaufwand leisten könnten.
„Manchen Betrieben wird die Bedeutung der Ausbildung erst zu spät bewusst. Die TBB ist ein guter Weg, darauf rechtzeitig und professionell zu reagieren“ betont Anton Fuchs und fügt ergänzend hinzu: „Wir freuen uns sehr, diese über viele Jahre bewährte Tradition der ehemaligen Ausbildungswerkstatt Burkhardt fortsetzen und weiter entwickeln zu können, damit wir noch viele „beste Facharbeiter“ aus unserer Region hervorbringen.“

(Quelle: TBB - Technische Berufsbildung Bayreuth GmbH)

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Verweise:
[1] http://www.bayreuth.de/javascript:;
[2] http://www.bayreuth.de/aktuelle_meldungen/aktuelle_meldungen_1018.html
[3] http://www.bayreuth.de/news/9692/details_1018.htm
[4] http://www.bayreuth.de/news/9689/details_1018.htm
[5] http://www.bayreuth.de/news/9681/details_1018.htm