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Bayreuths Senioren fühlen sich wohl

11.01.07

Senioren in Bayreuth wurden befragtBayreuths Senioren fühlen sich wohl in ihrer Stadt: Dies ist das Fazit einer umfassenden Repräsentativbefragung, die im Rahmen der städtischen Altenhilfenplanung in den vergangenen Monaten vorgenommen wurde. Die Aktion, die in Regie des Lehrstuhls für Wirtschaftsgeographie und Regionalplanung der Universität Bayreuth von Professor Dr. Jörg Maier organisiert wurde, bildet eine wichtige Planungsgrundlage für die städtische Seniorenarbeit der kommenden Jahre. Denn: Was gut ist, kann noch besser werden.

Die Stadt Bayreuth hat 1996 mit der Erstellung eines Seniorenplanes und der damit verbundenen erstmaligen repräsentativen Befragung älterer Bürger ein für Bayreuth wegweisendes Konzept der Altenarbeit verabschiedet. Die in diesem Planwerk gemachten Empfehlungen bilden bis heute die Grundlage Bayreuther Altenpolitik.

Auch diesmal wurde eine repräsentative Auswahl über 55jähriger Bürgerinnen und Bürger befragt sowie die Ergebnisse unter Wahrung der Anonymität der einzelnen Befragten ausgewertet. Von 1.600 zufällig ausgewählten Personen haben 540 geant-wortet, was einer Antwortquote von 34 Prozent entspricht und für eine derartige Befragung als ein durchaus positives Ergebnis bewertet werden kann. Von den 540 Personen sind 53,1 Prozent Frauen und 45,6 Prozent Männer. Die Altersstruktur verteilt sich zu 10,7 Prozent auf die Jahrgänge von 1906 bis 1921 ("Hochbetagte"), zu 63 Prozent auf die Jahrgänge 1922 bis 1937 ("Mittelalte") und zu 23,3 Prozent auf die Jahrgänge von 1938 bis 1956 ("junge Alte").

Die Befragung war in der Themenwahl breit gefächert. Sie umfasste Wohnsituation, Kultur und Freizeit, Infrastruktur, ehrenamtliches Engagement und statistische Daten. Sie erfolgte im Rahmen eines universitären Praxisseminars, das durch das Seniorenamt der Stadt begleitet wurde.

Wohnen

Die meisten Befragten verneinen die Frage, ob die eigene Wohnung altengerecht ist. Knapp vier Fünftel sehen deswegen alternativ Service-Dienstleistungen als Hauptindikator für ein altengerechtes Wohnen, etwa die Bereiche Essen auf Rädern, Einkaufshilfen, Haushaltshilfe und Pflege. Sowohl in baulicher Hinsicht als auch in der Gestaltung von Serviceangeboten ergeben sich hieraus Bedarfe, die im Blick behalten werden sollten.

Infrastruktur

Betreuungs- und Service-Dienstleistungen: Das in Bayreuth vorhandene Angebot wird überwiegend positiv bewertet. Dies gilt besonders für Serviceleistungen wie Essen auf Rädern (29 Prozent) und die Pflegedienste (21 Prozent). 15 Prozent wünschen sich erweiterte Betreuungsangebote, generationenübergreifende Wohnprojekte sowie Hilfe beim Einkaufen/Einkaufsbringdienste beziehungsweise. die Nähe zu Lebensmittelgeschäften.

Öffentlicher Personennahverkehr: Zwar bewertet ein Großteil der Befragten die Taktfrequenz des ÖPNV und die Erreichbarkeit der Haltestellen mit gut bis sehr gut, doch gab es in anderen Bereichen Beschwerden, wie etwa bei der Freundlichkeit einzelner Busfahrer. Bei der Taktfrequenz wird unter anderem eine Unterversorgung am Wochenende und in den Abendstunden gesehen.

Kultur und Freizeit

Das Angebot wird überwiegend gut bewertet. Als besonders positiv sehen die befragten Bürger Altenclubs beziehungsweise Begegnungsstätten, Bäder und Therme, kirchliche Angebote und das kulturelle Spektrum im Allgemeinen. Es wurden aber auch vereinzelt Anregungen etwa für ein breiteres Musikangebot gemacht oder der Wunsch nach mehr "Seniorenrabatten" geäußert.

Ehrenamtliche Tätigkeit

Rund 20 Prozent der Befragten sind bereits ehrenamtlich engagiert. Am häufigsten bringen sich die Befragten in Vereinen und Verbänden ein, ebenso in kirchlichen Organisationen und bei der Seniorenbetreuung. Berücksichtigt man, dass soziales Engagement vor allem durch die "jungen Alten" ausgeübt wird, ist das Engagementpotential bemerkenswert und sollte weiter positiv unterstützt werden.

Ausblick

"Die Stadt Bayreuth hat dem Thema Altern ihre Aufmerksamkeit gewidmet, lange bevor die Debatte um den demographischen Wandel die öffentliche Diskussion beherrschte," betont Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl. "Mit der Schaffung eines Seniorenbeirates, eines eigenen Seniorenamtes und der Stelle einer Seniorenbeauftragten wurden schon vor vielen Jahren wichtige und zentrale Ansprechpartner für unsere älteren Mitbürger installiert." Eine Vielzahl der im Seniorenplan empfohlenen Maßnahmen ist seither im Zusammenwirken mit örtlichen Trägern der Altenhilfe und lokalen Stiftungen umgesetzt worden. "Bayreuth hat als Lebensmittelpunkt für ältere Menschen viel zu bieten. Und wir werden auch weiterhin konsequent daran arbeiten, dieses Profil zu stärken", so das Stadtoberhaupt.

Mit der nun erfolgten zweiten repräsentativen Befragung älterer Menschen in Bayreuth gewinne man zusätzlich ein aktuelles Bild der Bedürfnisse der älteren Generation. "Für eine seniorenfreundliche Stadtgestaltung eine unerlässliche Informationsquelle. Schließlich wollen wir, dass die Menschen auch im Alter gerne in unserer Stadt leben, sich hier einbringen und eine geeignete Infrastruktur vorfinden", so OB Dr. Hohl.



Verweise:
[1] http://www.bayreuth.de/javascript:history.back(-1);