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Stadt Bayreuth erinnert an Oskar Jünger

Der ehemalige Militärobermusikmeister wäre am 21. November 150 Jahre alt geworden

21.11.12

Der ehemalige Militärobermusikmeister und Namensgeber eines Bayreuther Straßenzugs Oskar Jünger wäre am 21. November dieses Jahres 150 Jahre alt geworden. Die Stadt Bayreuth erinnert aus diesem Anlass in einer Pressemitteilung an ihn.

Oskar Jünger wurde 1862 in Hauteroda als zweites Kind des Müllers Gottlieb Julius Jünger und seiner Ehefrau Marie Amalie geboren. Als 13-Jähriger zog er mit seiner Familie nach Blankenburg in die Nähe von Rudolstadt. Jüngers erste musikalische Ausbildung fand in den Jahren 1877 bis 1880 in der Großherzoglichen Musikschule in Weimar statt. Damit begann seine Laufbahn als Militärmusiker, der er zeitlebens treu geblieben ist. Als 1. Flötist trat er beim ehemaligen Königlich-Bayerischen 4. Jägerbataillon in Landshut ein.

Schon in seinen frühen Jahren wurde sein Talent erkannt. 1888 wurde er als erster in die frisch gegründete Königliche Militärmusikhochschule München abkommandiert. Jünger war einer der wenigen, die die Aufnahmeprüfung bestanden. Im Oktober 1890 übernahm er als junger Musikmeister die Leitung der Regimentskapelle des in Bayreuth stationierten Königlich-Bayerischen 7. Infanterie-Regiments und leitete diese bis zum 1. Oktober 1919.

In Erscheinung trat Jünger bei den alljährlichen Geburtstagen des Prinzregenten Luitpold, wenn er vor der Regimentskapelle hermarschierte. Aber auch auf dem Herzogkeller waren viele Bayreuther zur Stelle, wenn Jünger den Taktstock hob. Populär wurde er durch seine Marschkompositionen, die das Zeitgefühl der Epoche um 1900 zum Ausdruck brachten. Sein Marsch "Die Welt ist so schön" wurde noch bis in die 1980er Jahre hinein in der DDR vom Orchester der Nationalen Volksarmee gespielt. Und der Marsch "Hoch Bayreuth" entsprach ganz dem Lokalstolz der zu Jüngers Lebzeiten noch jungen Festspielstadt.

Hatte Oskar Jünger schon vorher die Musikszene Bayreuths durch seine zahlreichen regelmäßigen Militär- und Symphoniekonzerte bereichert, so widmete er sich ab den 1920er Jahren um so intensiver dem örtlichen zivilen Musikleben. Bis zum Jahr 1937 war er Chormeister der drei Bayreuther Gesangsvereine, des Liederhorts, des Veteranen- und des Siebenergesangvereins, davon zwölf Jahre auch als Dirigent. Als junger Mann saß er in Weimar im Orchester, welches Franz Liszt leitete.

Die Stadt zeichnete Oskar Jünger 1942 mit der Silbernen Bürgermünze aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ihm ein Straßenzug gewidmet.



Verweise:
[1] http://www.bayreuth.de/javascript:history.back(-1);