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Keine Gewalt gegen Frauen

Am La Spezia-Platz weht eine besondere Fahne anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen

23.11.12

Derzeit weht die Fahne mit dem Slogan "NEIN zu Gewalt an Frauen" auf dem La Spezia-Platz.

Ab Freitag, 23. November, ist auf dem Bayreuther La Spezia-Platz wieder eine besondere Fahne zu sehen, die nur einmal im Jahr am Fahnenmast hängt. Auf ihr ist der Satz "Keine Gewalt gegen Frauen" zu lesen. Sie weht anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, der jährlich am 25. November begangen wird und der 1999 als offizieller Gedenktag von den Vereinten Nationen anerkannt wurde.

Als ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt gedacht, wurde die Fahne 2001 von TERRE DES FEMMES entworfen, einer gemeinnützigen Organisation, die sich seit vielen Jahren für die Verwirklichung der Menschenrechte von Frauen einsetzt. Rund 6300 Fahnen wehten im vergangenen Jahr im In- und Ausland. Und in Bayreuth gibt es sie sogar noch ein zweites Mal, denn vor der Universitätsverwaltung wird sie ebenfalls gehisst. Ein Bündnis der Frauenbeauftragten der Universität, des Frauenhauses, der Polizei, der Beratungsstelle Avalon, der Dekanatsfrauenbeauftragten und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Bayreuth plant jedes Jahr für November Aktionen rund um den 25. November.

Warum ist es so notwendig, jedes Jahr aufs Neue auf diesen Gedenktag hinzuweisen? Weil die Menschenrechtssituation für Mädchen und Frauen weltweit immer noch erschreckend und alarmierend ist. Mehr als 140 Millionen Frauen werden an ihren Genitalien verstümmelt, fast 10 Millionen Mädchen werden vor ihrem 18. Geburtstag zwangsverheiratet, und auch in Deutschland gehört Gewalt für viele Frauen nach wie vor zum Alltag - ob in der Partnerschaft, am Ausbildungs- und Arbeitsplatz oder in der Öffentlichkeit. Zunehmend werden auch Gewalterfahrungen von älteren Frauen, Migrantinnen, Frauen mit Behinderungen und Pflegebedürftigen bekannt.

Gewalt in der Familie und in der Partnerschaft, die sogenannte häusliche Gewalt, ist in Deutschland die häufigste Form von Gewalt. Sie reicht von Beleidigungen und Drohungen, vom Einsperren oder vom Geldentzug bis hin zu Ohrfeigen, Schlägen beziehungsweise Prügel, vom Schlagen mit Gegenständen, Würgen, Vergewaltigen bis hin zur sexuellen Nötigung und Ausbeutung, von Gewaltandrohungen mit Waffen bis hin zum Totschlag oder Mord.

Nach Angaben des statistischen Bundesamtes wird in Deutschland in jeder dritten Partnerschaft Gewalt ausgeübt, was bedeutet, dass jährlich rund vier Millionen Frauen in Deutschland mit körperlicher und sexueller Gewalt konfrontiert werden. Und davon fliehen jährlich etwa 40.000 in ein Frauenhaus.

Gewalt gegen Frauen und Kinder darf nicht verharmlost oder gar verschwiegen werden. Das Unrecht muss genannt und den Betroffenen Hilfe und Unterstützung zugesichert werden. Alle von uns sind aufgefordert, die Augen offen zu halten, Gewalthandlungen im Umfeld zu erkennen und genügend Zivilcourage zu besitzen, sie anzuzeigen. Gewalt gegen Frauen und Kinder, aber auch gegen Männer ist niemals nur Privatsache!



Verweise:
[1] http://www.bayreuth.de/javascript:history.back(-1);