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Medientipps

Abseits der Bestsellerlisten bietet Ihnen die Stadtbibliothek zahlreiche interessante Medien, die es wert sind, entdeckt zu werden.

In der Reihe Medientipps empfehlen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbibliothek monatlich ausgewählte Neuerscheinungen.
Den jeweils aktuellen Medientipp finden Sie als News-Meldung auf der Startseite der Stadtbibliothek [1].



Zett, Sabine: Advent, Advent, der Kuchen brennt!
1

Benny' s Mutter muss kurz vor Weihnachten, genau 22 Tage vor Heiligabend, völlig unerwartet verreisen. Es gilt sich um die kranke Oma zu kümmern. Hiermit beginnt für die restliche Familie das große Abenteuer oder auch Chaos, wie man's nimmt.

Der 10 jährige Ich- Erzähler Benny  ,seine pubertierende Schwester Stella und der vierjährige Max sind total überfordert. Mama hatte immer alles voll im Griff und perfekt durch organisiert. Auch der Familienvater ist völlig hilflos und ließ sich bisher, genau wie seine Kinder, von vorn bis hinten bedienen.

Nun heißt es aber selbst handeln, Improvisation und Familienzusammenhalt sind gefragt! Auf alle Fälle wird es eine ganz andere Adventszeit geben als in den Jahren zuvor. Das steht rasch fest!

Die zunächst nur kurz geplante Reise der Mutter zögert sich immer weiter hinaus und es sind nur noch wenige Tage bis zum Fest. Am Telefon beteuert die Familie Mama gegenüber ganz cool, das alles bestens läuft und super klappt. Die Realität ist natürlich eine andere und eine Katastrophe folgt der nächsten. So langsam bekommen die Kinder und auch Papa eine Vorstellung davon, woran Mütter alles so denken müssen. Zum Beispiel haben sie vergessen rechtzeitig einen Weihnachtsbaum zu besorgen, es sollte ein besonders großer in diesem Jahr sein. Nun sind fast alle Bäume am 23. Dezember ausverkauft und es gibt nur noch kleine hässliche Exemplare. Aber es wird trotz dem schiefsten Weihnachtsbaum aller Zeiten ein wunderschönes Fest!

Eine Weihnachtsgeschichte ,ausgestattet mit ganz viel Humor und Herzenswärme. Der Text eignet sich gut zum Vorlesen oder auch zum selber lesen für Kinder ab 9 Jahren.

Die Autorin Sabine Zett schrieb auch für die etwas älteren Leser die "Hugo" Bände, welche derzeit absolut angesagt sind.


Bibliografische Angaben:

Zett, Sabine: Advent, Advent, der Kuchen brennt!

Ill. von Thorsten Saleina -Bindlach : Loewe, 2013 – 142 S. : zahlr. Ill.

ISBN 978-3-7855-7618-2

fest geb.: EUR 9,95

Standort:

Sie finden das Buch momentan (zur Vor-/Weihnachtszeit)  im  EG des RW21 im Bereich Kinderbücherei bei den Weihnachtsbüchern.


Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von Frau Baues, u.a. Lektorin  für Kinderbücher.


November 2014

Jaron Lanier: Wem gehört die Zukunft?  1

"Du bist nicht der Kunde der Internetkonzerne. Du bist ihr Produkt." Spätestens seit den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden ist klar: Die "schöne neue Welt" nimmt Gestalt an, und es wird höchste Zeit, ihr etwas entgegenzusetzen. Internetpionier und Cyberguru Jaron Lanier liefert eine profunde Analyse der aktuellen Trends in der Netzwerkökonomie, die sich in Richtung Totalüberwachung und Ausbeutung der Massen bewegt. Der Bestseller aus den USA endlich auf Deutsch!

Pressestimmen
»Visionär - Jaron Lanier schreibt pointiert, seine Ideen sind ebenso einladend wie herausfordernd.« (The New York Times)

»Jaron Laniers Phantasie ist so grenzenlos wie das Internet - er ist der David Foster Wallace der Technologie.« (The London Evening Standart)

»Temporeiches, smartes, meinungstarkes Buch.« (Handelsblatt, 14.02.2014)

»Und trotzdem - will man in Deutschland nur drei Bücher der Internetkritik lesen, wäre Laniers Wem gehört die Zukunft? nicht lediglich eines aus diesem Trio. Es ist das wichtigste.« (Andrian Kreye SZ, 18.02.2014)

»Also was tun? Laniers Antwort darauf lautet: Schluss mit der Umsonst-Mentalität, die nur den Konzernen nutzt. Jeder Nutzer soll für seine Daten auch Geld bekommen. Klingt utopisch? Das war die Idee eines Internets in den 80ern auch - sagt Lanier. Er muss es wissen.« (titel, thesen, temperamente, 16.02.2014)

»Um die Mythen, Ideologien und Interessen zu durchschauen, die diesem Prozess im Weg stehen, lese man unbedingt dieses Buch.« (Thomas Thiel FAZ, 17.02.2014)

»Bessern Facebook oder Geheimdienste schon bald unser Einkommen auf? Wenn es nach dem US-Internet-Pionier Jaron Lanier geht, durchaus. In seinem neuen Buch «Wem gehört die Zukunft?» fordert der eigenwillige Denker Geld von grossen Internetfirmen für die Daten, die sie von ihren Nutzern erhalten.« (Philipp Bürkler Schweizer Radio, 16.02.2014)

»Verständlich und durchaus nachvollziehbar […] absolut beachtenswerte Kritik.« (Vera Linß Deutschlandradio Kultur, 18.02.2014)

»Technologie-Gurus haben das Internet zu einer metaphysischen Größe erhoben – nun plädieren Denker wie Jaron Lanier für einen neuen Pragmatismus und Humanismus. Man spürt den Heilsdruck, der auf dieser Welt liegt.« (Georg Diez DER SPIEGEL, 24.02.2014)

»Sein soeben erschienenes Buch ist für den aufgeklärten Internetbürger der Gegenwart unverzichtbar.« (Sieglinde Geisel NZZ, 23.02.2014)

»An dieser Stelle sei noch einmal aus dem klugen Buch des US-Wissenschaftlers Lanier zitiert: „Wenn alles frei verfügbar und umsonst ist, klingt das demokratisch, aber das ist es eben nicht."« (Marco Rose Aachener Nachrichten, 21.02.2014)

»Lanier überzeugt mit seiner so bitteren wie brillanten Analyse des Istzustands […] Unzweifelhaft lesenswert.« (Linus Schöpfer Tages-Anzeiger, 19.02.2014)

»Heute ist er noch immer die schillerndste Figur der amerikanischen Fortschrittsfabrik Silicon Valley.« (Wolfgang Schütz Augsburger Allgemeine, 10.03.2014)

Weiterhin ist von Jaron Lanier der Titel „Gadget - warum die Zukunft uns noch braucht“ im Bestand. Titel zur Technikphilosophie finden Sie unter der Systematik Wao im Sachbuchbereich im  1.OG. Der Deutsche Buchhandel vergab in diesem Jahr den Buchpreis [2] an Herrn Lanier, wissenswertes über die Buchpreisvergabe [3] und Kritikerstimmen [4] finden sie im Bayern2 Archiv.


Bibliographische Angaben:
Lanier, Jaron:
Wem gehört die Zukunft? / Jaron Lanier. - 4. Aufl. - Hamburg : Hoffmann und Campe, 2014. - 479 S.
EST:  Who owns the future?
Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-455-50318-0 / 3-455-50318-7

Standort:
Sie finden das Buch momentan im EG des RW21 im Bereich Marktplatz/Bestseller und unter dem Standort: Ake Lan

Diesen Tipp erhielten Sie von unserer Mitarbeiterin Nicole Richwald  im RW21 Fachangestellte für Medien- & Informationsdienste und Lektorin für Musik-CD´s .



Oktober 2014

Marion Lemper-Pychlau : Alltagsintelligenz

Dieses Buch ist ein Werkzeugkasten! Es enthält 24 Tools (= Kapitel), um die1 tagtäglichen Herausforderungen zu bewältigen. Ausgestattet mit diesem Instrumentarium lässt sich der Alltag effektiver und cleverer gestalten, was wiederum die seelischen Ressourcen schont. Burnout: Zu dieser Diagnose kommt es, wenn der Mensch den komplexen Anforderungen im Privat- und Berufsleben nicht mehr gewachsen ist. Das passiert immer öfter: In den letzten Jahren sind die Krankentage wegen Erschöpfung um das 18-fache gestiegen. Zeitdruck, eine immer schnellere und anspruchsvollere Arbeitswelt, ständige Erreichbarkeit, Doppelbelastung bis Multi-Tasking und Perfektionswahn sind nur einige Stressfaktoren im heutigen leistungsorientierten Informationszeitalter. Doch was kann man tun, wenn die üblichen Bewältigungsstrategien nicht mehr wirken? Wenn der Alltag über den Kopf wächst? Man sich ausgelaugt und ausgebrannt fühlt? Vielleicht eine entspannte und entschleunigte Mußestunde mit einem guten Buch einlegen? Klar - z. B. mit „Alltagsintelligenz“! Das Buch bietet Impulse für ein ganzheitliches Selbstmanagement, um sich die Regie über das eigene Leben zurückzuholen. Beide Autorinnen sind erfahrene Coachs. Die Psychologin Marion Lemper-Pychlau ist spezialisiert auf  Führungskräftequalifikation, Kommunikation und Persönlichkeitskompetenz. Die Betriebswirtin Sonja Schneider-Blümchen war in leitenden Positionen im PR-Bereich und im Vertrieb tätig. In ihren Vorträgen und Seminaren richtet sie den Fokus auf Zeit- und Selbstmanagement, Work-Life-Balance und Unternehmenskommunikation.
Am Anfang steht das Ich, das starke Ich: wie man den Selbstwert stärkt, dabei Veränderungen zu-  und die Komfortzone verlässt, Ballast abwirft und  wieder optimistisch nach vorne blicken kann. Jedes Kapitel ist strukturiert durch Icons und überzeugt durch konkrete Tipps mit Praxisbezug und Übungsvorschlägen. Einen tieferen Einstieg in die Thematik ermöglichen die Literaturhinweise am Ende jedes Abschnitts.
Ist die Selbstregulierung geglückt, kann man offener auf andere Menschen zugehen und „Tools für gute Beziehungen“ anwenden: Netzwerke knüpfen, Sympathien gewinnen, Regie führen, auch Nein sagen. Denn unsere Zeit ist limitiert und daher so kostbar, dass wir sie uns nicht von Zeitdieben nehmen lassen dürfen. In sechs Schritten (über Zeitpolster schaffen, Absage in Watte packen, von Altlasten befreien, Spannung aushalten…) führen die Autorinnen durch die Nein-Übung.
 „Tools für erfolgreiches Arbeiten“ lassen uns die Lebensbalance finden, beispielsweise indem wir Prioritäten setzen, zwischen wichtigen und dringlichen Aufgaben unterscheiden. Statt den dringlichen Terminen hinterherzurennen, ist es erfolgsversprechender, sich  den wichtigen Dingen zu widmen, die uns unseren Zielen näher bringen. Ein simpler Trick, entspannt auf den nächsten Arbeitstag zuzugehen, ist,  die Aufgaben bereits am Vorabend aufzuschreiben: Das macht den Kopf frei und spart Zeit.  Wenigstens einmal täglich, sei es auch nur für zehn Minuten, sollte man den Gedanken freien Lauf lassen. Achtsam den Augenblick mit allen Sinnen wahrnehmen ist eine Quelle der Kraft. Das mag schon die Tasse Kaffee sein, die man ohne Ablenkung genießt und als positive Gedächtnisspur abspeichert. 
Anregungen für ein bewusstes und selbstbestimmtes Leben finden sich im interaktiven Blog www.alltagsintelligenz.com [5]  der Autorinnen. Auch Sie sind herzlich dazu eingeladen, dort ihre  eigenen Erfahrungen mitzuteilen!


Bibliographische Angaben:

Marion Lemper-Pychlau:
Alltagsintelligenz : 24 Tools für Ihren täglichen Erfolg ; [mit interaktivem Blog] / Marion Lemper-Pychlau ; Sonja Schneider-Blümchen. - Wiesbaden : Springer Gabler, 2013. - XII, 257 S. : Ill., graph. Darst. ; 21 cm

Standort:
Sie finden das Buch im 1.OG des RW21 im Bereich Körper & Geist unter dem Standort:
Mcl Lem.

Diesen Tipp erhielten Sie von unserer Dipl. Bibliothekarin  Frau Dostler, in der Stadtbibliothek Stellvertretende Leiterin des RW21.



September 2014

Christiane Stenger: Merken lernen - konzentrieren, einprägen, erinnern


Christiane Stenger ist viermalige Jugendweltmeisterin im Gedächtnistraining. 1Mit 10 Jahren begann sie, ihre Denk- und Merkfähigkeit zu trainieren, mit 16 machte sie ihr Abitur auf einem Gymnasium für Hochbegabte. Ihr erstaunliches Können demonstrierte sie schon mehrmals live. Selbst in Bayreuth war sie schon zu Gast: Sie demonstrierte in der Grundschule St. Johannis wie einfach ihre Techniken doch sind, indem sie die Kinder direkt einbezog. 20 Begriffe merken – kein Problem, davon  konnten sich an diesem Tag alle Anwesenden selbst überzeugen – und glauben Sie mir: alle hatten Spaß dabei.
Aber wie geht das? Mit den unterhaltsamen und kindgerechten Gedächtnistechniken von Christiane Stenger ist dies möglich. Die Techniken sind spielend leicht und keineswegs nur für Kinder geeignet, d.h. Sie profitieren in jedem Alter davon. Ob Vokabeln, Rechtschreibung, Zahlen, Formeln, Punkte der Einkaufsliste oder Begriffe in der richtigen Reihenfolge (z.B. Bundeskanzler, Bundesländer, WM-Sieger) zu merken sind – mit der Geschichten- und Routentechnik werden Sie Erfolg und Spaß haben. Binden Sie die Begriffe in eine lustige und lebendige Geschichte ein, die Ihre Emotionen und alle Sinne anspricht; So regen Sie beide Gehirnhälften an und können sich Begriffe und Zusammenhänge langfristig besser merken.
Sie werden feststellen, dass es nicht nur Spaß macht diese Lerntechniken anzuwenden und Ihre Erinnerungsfähigkeit zu steigern, sondern dass zudem Ihre Fantasie und Kreativität angeregt wird. Kinder sind bei diesen Techniken meist weitaus erfinderischer als wir Erwachsene es sind. Hier können wir eine Menge miteinander und voneinander lernen – das steigert nicht nur die Motivation, sondern auch das Selbstbewusstsein. Probieren Sie es aus!

Bibliographische Angaben:
Merken lernen - konzentrieren, einprägen, erinnern : Gedächtnis- und Lerntrainig mit der Junioren-Gedächtnisweltmeisterin / Christiane Stenger. - s. l. : 1x1film, 2011. - 1 DVD (ca. 90 Min.) + 1 Beih.
LEHR-Programm
     EUR 19,95

Standort:

Sie finden das Buch im EG des RW21 im Bereich DVD-J Kinderbibliothek unter dem Standort:
Schule & Lernen - Lernen lernen.

Diesen Tipp erhielten Sie von unserem Mitarbeiterin Dipl. Päd.  Frau Hoffman, in der Stadtbibliothek Leiterin des Lernstudios im RW21.




August 2014

Egon Erwin Kisch: Schreib das auf, Kisch! - Ein Kriegstagebuch

1
Beim Kriegstagebuch des „rasenden Reporters“, wie Kisch nach dem Titel seiner Reisereportagen genannt wurde – ein stehender Begriff übrigens, der bis heute untrennbar mit seiner Person verbunden ist -, handelt es sich beileibe nicht um einen brandneuen Titel und erst recht nicht um eine „angenehme“ Lektüre. Seine Aufzeichnungen erschienen erstmals 1922 unter dem Titel „Als Soldat im Prager Korps“ und wurden 1929 in „Schreib das auf, Kisch!“ umbenannt. Die Wiederveröffentlichung 2014 verdanken sie dem Gedenkjahr zum Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren.

Der Autor schildert in Tagebuchform seine unmittelbaren Erlebnisse als Soldat an der serbischen Front, vom Zeitpunkt der Mobilmachung im Juli 1914 mit seiner Einberufung als Reservekorporal eines k.u.k. Infanterieregiments bis zum März 1915, als ihm eine Verwundung die Rückkehr in die Heimat ermöglicht.
Das Einzigartige an dem Buch ist vor allem die Unmittelbarkeit der Schilderungen, die absolute Nähe zu den grauenhaften Geschehnissen des Ersten Weltkriegs. Das über fast acht Monate hinweg unter ständiger Todesgefahr erzwungene Erdulden unmenschlicher Strapazen – Hitze, Nässe, Frost, Hunger und Durst, alle Widrigkeiten ohne Dach über dem Kopf,  Schmutz und blutsaugendes Ungeziefer am eigenen Leib, die Kleidung zerlumpt, strapaziöse Märsche nahezu unter Dauerbeschuss durch feindliche Truppen – zu all dem kommt das Erleben des plötzlichen Todes unzähliger Mitmenschen in seiner grässlichsten Form durch Gewehrschüsse oder Granatsplitter, was in dem formal eher nüchternen Tagebuchstil des Autors durchaus verstörend wirkt.

Dabei wird das Verständnis des Kriegsverlaufs etwa infolge der  Truppenbewegungen für den Leser völlig nebensächlich angesichts des Erlebens unvorstellbaren Schreckens durch den Frontsoldaten. Sachbücher über die geschichtlichen Ereignisse von vor hundert Jahren, z.B. eine  der hervorragenden aktuellen, systematisch aufgebauten Darstellungen über den Ersten Weltkrieg, von denen die Stadtbibliothek Bayreuth eine ganze Reihe besitzt, sind eine gute Gelegenheit zur Information – das vorliegende Kisch-Kriegstagebuch ist unabhängig davon eine notwendige Ergänzung.

Fazit: ein unschätzbar wichtiges Buch, das dazu verhilft, die grauenhafte Dimension eines Krieges „von unten“ zu erfassen – natürlich gerade auch im Jahr 2014, aber abgesehen von der Aktualität des Gedenkjahres  ist es ein Dokument, das zu jeder Zeit aufzurütteln imstande ist. So heißt es sehr eindrücklich in einem Lektoratsdienst mit Buchempfehlungen für öffentliche Bibliotheken („ekz-Informationsdienst“): „Wer nach der Lektüre nicht den Pazifisten in sich entdeckt, dem ist nicht mehr zu helfen.“

Bibliographische Angaben:
Kisch, Egon Erwin: Schreib das auf, Kisch! - Ein Kriegstagebuch. – Berlin: Aufbau-Verlag, 2014. - 317 Seiten. - ISBN: 978-3-351-03557-0. Fest gebunden : im Buchhandel EUR 15,00.

Standort:

Sie finden das Buch im 1. OG des RW21 im Bereich Kunst & Geschichte bei der Sachgruppe Geschichte unter dem Standort: Ekn 30 Kisch.

Diesen Tipp erhielten Sie von unserem Mitarbeiter Dipl.-Bibliothekar Herrn Hedler, in der Stadtbibliothek u.a. Lektor für Geschichte.



Juli 2014

Veronica Roth: Die Bestimmung 1


Altruan – die Selbstlosen. Candor – die Freimütigen. Ken – die Wissenden. Amite – die Friedfertigen. Ferox – die Furchtlosen.
Fünf Franktionen, fünf völlig verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice, wie alle 16-jährigen ihrer Welt, wählen muss. In einer Familie der Altruan aufgewachsen, beschleicht Beatrice immer mehr die Vermutung, dass das Ideal der Selbstlosigkeit nicht ihrem wirklichen Wesen entspricht. Der Eignungstest, welcher den Jugendlichen Auskunft über ihre innere Bestimmung geben soll, zeigt jedoch kein klares Ergebnis. Beatrice trägt mehrere widersprüchliche Begabungen in sich und gilt damit als große Gefahr für die Gemeinschaft. Schließlich verlässt sie ihre Familie und entscheidet sich für die Fraktion der Ferox – die Furchtlosen, die Mutigen, die Kämpfer.
Dort stellt sich schnell heraus, dass sie sich mit ihrer Wahl nicht für den einfachsten Weg entschieden hat und ihr Stand als ehemalige Altruan macht es ihr mehr als nur schwer. Das Zusammenleben mit den skrupellosen Ferox ist nicht mit ihrem alten, klar strukturierten und sicheren Leben bei den Selbstlosen vergleichbar und Beatrice muss schmerzhaft feststellen, dass es in ihrer neuen Familie nicht nur Mitglieder gibt, die ihr Bestes wollen. Gerade in der Phase der Initiation – der Zeit, in der darüber entschieden wird, ob die Anfänger bleiben dürfen oder die Gruppe verlassen müssen und zu Fraktionslosen werden – muss sie große körperliche und psychische Qualen ertragen und die neuen Freundschaften werden auf eine harte Probe gestellt. Als die Situation immer belastender wird, gerät Beatrice ins Zentrum eines Konfliktes, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das all derer, die sie liebt, bedroht.

Auf den ersten Blick mag die Trilogie „Die Bestimmung“ an die bekannte Panem-Story erinnern, hat allerdings kaum etwas mit ihr gemein. Die Dystopie von Veronica Roth beschäftigt sich, wie derzeit viele Bücher des fantastischen All-Age-Literaturgenres, mit unserer Gesellschaft der Zukunft, in der die heutigen Werte keine Bedeutung mehr finden.
Schonungslos und stellenweise gnadenlos hart kommt der erste Teil der Reihe daher, mit viel Gefühl, aber ohne den Kitsch manch anderer Romane dieses Genres. Eine interessante Zukunftsvision, anspruchsvoll, schlüssig und gut durchdacht, ohne überflüssigen Schnick-Schnack. Ein Buch, welches man so schnell nicht mehr aus der Hand legt.
Die Reihe ist bereits komplett erschienen, das Warten auf die Folgebände bleibt also erspart. Die Fortsetzung „Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit“ und der Abschluss „Die Bestimmung – Letzte Entscheidung“ sind ebenso hochgelobte New York Times Bestseller wie er erste Teil.


Bibliografische Angaben:
Roth, Veronica: Die Bestimmung / Veronica Roth. - 6. Aufl. - Hamburg : cbt, 2012. - 476 S. ; 22 cm - ([Die Bestimmung] ; [1])
EST: Divergent
Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-570-16131-9
fest geb. : EUR 17.99
Sie finden das Buch in der Stadtbibliothek im Bereich freestyle im Untergeschoss unter fantasy + scifi.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von Fr. Amschler, u. a. Lektorin der Onleihe und des Sachbuchbereiches Hobby. 



Juni 2014
Boie, Kerstin:  Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen

1

Wie der Titel bereits vermuten lässt, handelt es sich um erschütternde Geschichten, die alle im südlichen Afrika spielen. Kirsten Boie, bekannt u. a. für sozialkritische Kinder- und Jugendbücher, hat sich für ihr neues Buch selbst auf Reisen durch das Land begeben und berichtet in erzählerischer Weise über die Erlebnisse und Schicksale von Kindern und Jugendlichen in Swasiland.

Wie der Titel bereits vermuten lässt, handelt es sich um erschütternde Geschichten, die alle im südlichen Afrika spielen. Kirsten Boie, bekannt u. a. für sozialkritische Kinder- und Jugendbücher, hat sich für ihr neues Buch selbst auf Reisen durch das Land begeben und berichtet in erzählerischer Weise über die Erlebnisse und Schicksale von Kindern und Jugendlichen in Swasiland.

Sie erzählt in vier Geschichten, wie Kinder unter bestimmten Lebensbedingungen in Armut oder als Waisenkind ihr Leben meistern müssen. Oft haben die Kinder nur noch ihre Gugu (Großmutter), da die Eltern an Aids gestorben sind. Diese tückische Krankheit wird fast in jeder Geschichte erwähnt, hat das Königreich Swasiland doch die höchste Rate der HIV-Infizierten auf der Welt.

Der Leser wird unmittelbar in die jeweilige Geschichte mit einbezogen, was man auch vom Storytelling her kennt. Tafelbilder von Regina Kehn drücken den Inhaltsschwerpunkt der Geschichten grafisch aus.

Eine Erzählung handelt von zwei Geschwistern (Lungile und Jabu), die nicht mehr zur Schule gehen. Die eine, weil sie das Feld bestellen muss und die andere, weil sie der Lehrer fortgeschickt hat, da jemand ihre Schuhe entwendet hat.  Ohne Schulschuhe und -uniform keine Schule. Lungile versucht ihr Bestes, das Geld für die Schuhe ihrer jüngeren Schwester zu besorgen, doch am Ende bleibt nur der schwere Weg zum Truck Stop…
Auch Thulani geht nicht zur Schule, obwohl er diese - laut dem König - als Vollwaise kostenlos besuchen darf. Allerdings benötigt er dafür den Totenschein seiner  Eltern, was eine Hürde darstellt.

Sonto trägt ein Buch in einer Keksdose unter dem Arm, das ist alles, was ihr von ihrer verstorbenen Mutter bleibt. Es handelt sich um ein sogenanntes Memory Book, in denen Eltern alles Wichtige aufschreiben, bevor sie sterben.

Das Buch endet mit einer Landkarte von Swasiland, einem kleinem Wörterverzeichnis Siswati-Deutsch und dem Nachwort der Autorin.

Ein sehr berührendes Buch das Fragen aufwirft und zum Nachdenken animiert. Man bekommt Mitleid mit den Kindern, die um ihre Kindheit beraubt werden und die oft ganz auf sich allein gestellt, die Welt bestreiten müssen. Es zeigt uns, wie gut es uns in Deutschland, in der „Wohlfühlregion“ und „Überflussgesellschaft“ geht. Ein wichtiges und aktuelles Thema, das einen realen Einblick in den Alltag von Kindern in eines der ärmsten Staaten gibt.

Weiterführende Informationen zu dem afrikanischen Binnenstaat finden Sie auch in unserer Munzinger-Datenbank. [6]
Trotz des geringen Seitenumfangs empfiehlt sich die Lektüre erst ab circa 14 Jahren und steht daher nicht in der Kinderbibliothek.

Bibliografische Angaben
Boie, Kerstin:  Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen. -
Hamburg : Oetinger, 2013. - 111 S. : Ill. (farb.), Kt. ; 21 cm
ISBN 978-3-7891-2019-0 / 3-7891-2019-7      fest geb. : EUR 12.95   

Sie finden das Buch in der Stadtbibliothek im Bereich freestyle im Untergeschoss unter reality.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste Frau Ring, u. a. Lektorin für Musikbücher.



Mai 2014

Mosby, Steve: Schwarze Blumen - Das Mädchen.Die Falle.Das Grauen.

1
„Wenn der Horror zur Realität wird.“ Ein verschwundenes Mädchen taucht wieder auf, eine schwarze Blume in der Hand. Geflohen von einer abgelegenen Farm, auf der ein Psychopath Frauen zu Tode quält. Wahrheit? Lüge? Die Polizei kann das Anwesen nicht finden.
Die gleiche Geschichte findet sich in einem Kriminalroman mit dem Titel „Die schwarze Blume“. Der Autor ist tot, ermordet. Und er ist nicht der Einzige, der mit dem Leben bezahlen musste.
„Fiktionaler Albtraum und blanke Realität.“ Detektive Sergeant Michael Sullivan muss sein schwie-rigstes Rätsel lösen. Denn scheinbar aus dem Nichts ist ein kleines Mädchen mitten in der Strand-promenade aufgetaucht. Sie hat eine schwarze Blume in der Hand und berichtet von grauenhaften Vorgängen auf der Farm ihrer Eltern. Sullivan nimmt mit seinen Kollegen die Ermittlungen auf, doch die Farm wird nie gefunden. Jahre später steht Neil Dawson ebenfalls vor einem Rätsel. Sein Vater soll Selbstmord begangen haben. Der junge Dozent kann das nicht glauben und stößt bei seinen Recherchen auf ein Buch, das sein Vater offenbar beschäftigt hat. Die Geschichte des kleinen Mädchens taucht in einem Roman mit dem Titel „Die schwarze Blume“ wieder auf. Der Verfasser – ein Freund von Neils Vater – wurde ermordet. Als schließlich seine Freundin spurlos verschwindet, und ein mysteriöser Anrufer am Telefon ihm ein Ultimatum stellt: „Entweder du findest meine Tochter so schnell wie möglich, oder deiner Freundin geschieht Schlimmes“ beginnt für Neil ein Wettlauf gegen die Zeit.
„Welche Tochter?“
„Hat es was mit dem Buch zutun? Oder ist es nur ein Zufall?“
„Wo soll ich nur anfangen?!“
Steve Mosby liefert mit „Schwarze Blumen“ einen Thriller ab, der ein Buch in einem Buch ist. Alles dreht sich um den Roman „Die schwarze Blume“, die nicht nur eine Geschichte ist sondern auf der Wahrheit fundiert. Das Buch ist geprägt von komplexen Zusammenhängen und Figuren die gefühls-echt, authentisch und individuell erscheinen. An jeder Ecke lauern Gefahren und neue Erkenntnisse für den Leser. Dabei ist die Handlung spannend und interessant konstruiert, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Hinter dem Roman steckt ein ungewöhnliches Erzählkonzept, der mit seiner „Buch im Buch“-Technik die Grenzen zwischen Lesen und Erleben verwischt. Der Schreibstil des Autors unterstreicht das Ganze zusätzlich.

Am Ende, laufen alle Handlungsstränge ineinander. Ohne eine Lücke offen zu lassen, wird man schier erschlagen von der Realität, die zwischen den Seiten steckt. Man bangt oft, findet aber ein tröstendes, zeitweise melancholisches Ende vor, welches einen überrascht und sprachlos zurücklässt.


Fazit
Mit diesem Werk ist dem Autor ein atemberaubender Thriller gelungen, der mit der Psyche des Lesers spielt, jeder der schon einige Psychothriller gelesen hat, glaubt schon alles zu kennen, den Fehler habe auch ich begangen, doch durch Steve Mosby wird man nachhaltig eines Besseren belehrt.
Bibliographische Angaben

Bibliographische Angaben

Mosby, Steve: Schwarze Blumen: Thriller. – München : Droemer, 2012. – 394 S.

Das Buch finden Sie im 2. OG im Bereich Romane unter dem Standort Hochspannung – Thriller M
Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von Hasret Celik, Auszubildende zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste.



April 2014

Reinhard, Rebekka: Schön! : schön sein, schön scheinen, schön leben ; eine philosophische Gebrauchsanweisung

1
Schön: Viel – alles? – dreht sich um dieses kleine Wort. Denn schön sein ist mehr als ein attraktives Äußeres. Es ist ein Versprechen von Glück, inklusive Liebe und Erfolg. Oder wie es Rebekka Reinhard, promovierte Philosophin und Key Note Speaker, im Untertitel ihres Buches ausdrückt: eine Verbindung von „schön sein, schön scheinen, schön leben“. Auf welche Weise man dieses Ideal  erreicht,  schildert die Autorin in ihrer philosophischen Gebrauchsanweisung. Denn gutes Aussehen allein reicht nicht, um ein erfülltes Leben zu führen.

Die altgriechische Vorstellung der kalogathia - die Einheit des Wahren, Schönen, Guten  - ist ungebrochen. Attraktiven Menschen (das Schöne) werden positive Eigenschaften zugesprochen:  vorbildliche Moral, hohe Intelligenz und Kompetenz (das Wahre), stabile Gesundheit, taffe Disziplin und beruflicher Erfolg (das Gute).  Auf dem richtigen Weg sein ist unsere Ambition, auch heutzutage. Wir wollen uns gut fühlen, wollen, dass man uns dies auch ansieht. Unser Leben soll schön und sinnvoll sein.
Rebekka Reinhard zeigt, wie man diese hehre Ziel erreicht. Sie schärft den Blick fürs Wesentliche und bringt die zentralen Fragen rund um Körper, Seele und Geist  (in diese Kapitel gliedert sich das Buch) auf den Punkt.

  • Was ist schön: nur eine Frage des Geschmacks oder der Mode? Kommt wahre Schönheit (Anmut, Stil und Haltung) nicht von innen? Wie kultiviert man diese?
  • Zeigt sich Schönheit in der sexy Oberfläche und / oder in tiefen geistigen Sphären?
  • Lassen wir uns täuschen vom schönen Schein, von der betörenden Inszenierung, der verführerischen Illusion?
  • Wie führt man ein schönes Leben?

Antworten gibt die Philosophie, hier nicht als trockene Wissenschaft, sondern praktikabel und lebensnah:
Kant („Kritik der Urteilskraft“) und Schopenhauer („Metaphysik des Schönen“) sowie andere große Ästhetiker liefern Tipps zum ästhetischen Urteilsvermögen.  Edmund Burke klärt uns über den Unterschied zwischen dem Erhabenen (Modell: dionysische Diva) und dem Schönen (Modell: zarte Weiblichkeit) auf. Le Bon, die Mitscherlichs und Arno Gruen wissen um die Verführbarkeit der Masse mittels Posen, Emotionalisierung und Größe. Die Stoiker und Epikureer lehren Lebenskunst, zufrieden im Hier & Jetzt zu sein. Die Biografie Michel de Montaignes zeigt, wie ein schönes geistreiches und sinnliches Leben – mit Hilfe von Geduld, Humor, Freunden und Büchern(!) - auch nach harten Schicksalsschlägen  gelingen kann.. Lao-tse und Pyrrhon motivieren zum Loslassen, zur „Entleerung des Geistes“, zu Gunsten eines schön entspannten und leichten Lebens. Moderne Psychologen wie Aaron T. Beck und Albert Ellis vermitteln die Botschaft: Glück ist keine Frage des Zufalls oder der Umstände, sondern der richtigen geistigen Einstellung.

Bibliographische Angaben

Reinhard, Rebekka: Schön! : schön sein, schön scheinen, schön leben ; eine philosophische Gebrauchsanweisung. - München : Ludwig, 2013. - 235 S. : Ill. 

Das Buch finden Sie im 1. OG im Bereich Körper & Geist / Philosophie unter dem Standort Lcp Rei sowie in der Onleihe.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von Claudia Dostler, stellvertretende Leitung der Stadtbibliothek.



März 2014

Lernwerkstatt Umwelt & Umweltschutz


Umwelt und Umweltschutz sind brisante Themen. Das Thema Nachhaltigkeit ist in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung. Einen gesunden Mittelweg zwischen Umweltschutz und Energieverbrauch zu finden, fällt häufig schwer. In dieser Lernwerkstatt wird ein Überblick über den Schutz unserer Umwelt gegeben. Inhaltlich werden Themen wie "Energie gehört zum täglichen Leben", "Umweltschutz und Energiesparen", "Umwelt- und Gesundheitsschutz" sowie "Müll? weniger ist mehr!" anhand von Aufgabenblättern bearbeitet. Der Band ist spannend zusammengestellt und sehr gut recherchiert. So lernen Schülerinnen und Schüler im naturwissenschaftlichen Unterricht aktiven Umweltschutz kennen. Aufbereitet wurden Aufgabenblätter zu insgesamt 22 Themenkomplexen in 56 Kopiervorlagen, die im 4. bis 8. Schuljahr in der Freiarbeit oder im Stationenlernen eingesetzt werden können. Neben den 56 Seiten mit Aufgaben werden auch sehr knapp gefasste Lösungsvorschläge geboten. Auflockernde Wirkung haben die zwischendrin eingestreuten Bilderrätsel, sowie Fotos, Piktogramme und Zeichnungen. Alfred Winter will den Schülerinnen und Schülern zeigen: Umweltschutz geht uns alle an und ist nur dauerhaft effektiv (bzw. nachhaltig), wenn wir bereit sind umzudenken und uns umweltbewusst verhalten. Erarbeitet werden z.B. Antworten auf die Fragen: Bedeutet ein Leben im Wohlstand immer ein Leben in verschmutzter Luft? Wozu brauchen wir Erdöl? Was sind Ursachen von Umweltproblemen? Wie gehen wir mit Landschaft um? Sinnvoll einkaufen – wie geht das? sowie Das kannst Du täglich für Deine Umwelt tun. Aus dem Kohl-Verlag sind im Buchhandel weitere Unterrichtsmaterialien zum Thema Umwelt erhältlich, z. B. Lernwerkstatt Baum, Lernwerkstatt Moor, Ressourcen und Energie, Klimawandel, Energiewende oder Rund um den Strom.

Bibliographische Angaben


Lernwerkstatt Umwelt & Umweltschutz : Informationen, Aufgaben, Diskussionsanstöße / Alfred Winter. - Kerpen : Kohl-Verl., 2013. - 56 S. : zahlr. Ill.-

Dieses Buch finden Sie im 1. OG des RW21 im Bereich Körper & Geist bei der Pädagogik unter dem Standort: Net Ler.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Diplom-Bibliothekarin Frau Enders, Lektorin für Pädagogik, Naturwissenschaften, Lernhilfen ab Klasse 8, Mathematik und Noten für Erwachsene.




Februar 2014

Rachel Cohn: Beta - ein Fantasy-Roman


Nach den Waterwars hat sich im Ozean eine neue Inselgruppe gebildet. Eine dieser Inseln wurde luxuriös, nach Menschenwillen, umgestaltet. Die Luft ist besser, das Wasser weicher, die Pflanzen prachtvoller. Alles ist so gestaltet, dass es die Menschen dort so schön und angenehm wie nur möglich haben. Deshalb sind die reichen Leute auf der Insel auch nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Damit aber alles am Laufen bleibt und die Reichen auch nicht auf ihr Personal verzichten müssen, wurden Klone erschaffen.
Diese unterscheiden sich nur durch ihre Tattoos im Gesicht und ihrer Emotionslosigkeit von den Menschen. Die neuesten Klone sind Teenager, die bisher nur in der Beta-Version verkäuflich sind. Elysia ist einer dieser Beta-Teen-Klone. Sie wird von der Frau des Gouverneurs gekauft um als Ersatz für die auf dem Festland zur Uni gehende älteste Tochter zu dienen.Um dem Alltag zu entfliehen nehmen die Kids auf Demesne Drogen, das sogenannte Raxia. Natürlich ist es Klonen verboten anderes als ihre nährstoffangereicherten Erdbeershakes zu konsumieren, aber auf den Befehl ihres „Bruders“ nimmt Elysia doch eine Pille. Auf sie hat die Droge im ersten Moment keinerlei Auswirkung. Nach und nach merkt sie jedoch, dass jetzt irgendetwas anders mit ihr ist. Sie kann schmecken und hat Gefühle. Panik steigt immer wieder in ihr auf, dass sie jetzt defekt sein könnte und somit zur „Reparatur“ wieder ins Labor muss. Die Erinnerungen ihrer First, die sie gar nicht haben dürfte, machen ihr das Leben nicht einfacher. Noch dazu kommen die Unruhen verursacht von den Rebellen, die überwiegend von defekten Klonen geführt werden.
Dennoch schafft sie es, sich nichts anmerken zu lassen bis sie Tahir trifft und sich in ihn verliebt.

Bibliografische Angaben


Rachel Cohn: Beta . - 1. Aufl. - München : cbt, 2013. - 411 S.

Dieses Buch finden sie im UG des RW21 unter dem Standort fantasy + scifi sowie in der Onleihe.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste Frau Friederich, u.a. Lektorin für Jugendmedien.
 

Januar 2014

Vanistendael, Judith: Kafka für Afrikaner - Sofie und der schwarze Mann ein Graphic Novel

Der Buchmarkt erlebt regelmäßig seine Trends, wie andere Branchen auch. Derzeit sind sog. "Graphic Novels" in aller Munde und werden auch von renommierten Verlagen veröffentlicht, die sich bislang wenig mit Comics hervorgetan haben. Als Graphic Novel bezeichnet man ein Comicalbum, das allein schon aufgrund seines Umfangs Comicbuch genannt werden kann. Meistens wird mit sehr viel Text eine Geschichte erzählt und relativ konventionell durch fortlaufende Zeichnungen illustriert, wie in einem "normalen" Comic eben, nur dass die Geschichte und nicht die künstlerische Umsetzung im Vordergrund steht.

"Kafka für Afrikaner" ist eine solche Graphic Novel. Es ist die Geschichte einer jungen belgischen Frau, die sich in einen Asylbewerber aus Afrika, genauer aus Togo, verliebt. Anfangs haben auch ihre aufgeschlossenen, netten Mittelklasse-Eltern mit den eigenen Vorurteilen zu kämpfen, lassen sich aber von der Liebe ihrer Tochter überzeugen und beginnen einen Kampf gegen ein menschenverachtendes System namens Asylverfahren.

Teil 1 des mit schwarz-weißen Tuschbildern illustrierten Comics schildert die Geschichte insbesondere, wie sie vom Umfeld Sofies erlebt wird und endet mit einer Hochzeit. In Teil 2 erzählt Sofie ihre Geschichte ihrer kleinen Tochter: wie sie den Afrikaner Abou kennen und lieben lernte, aber auch, von welchen Geistern er verfolgt wird und welchen großen Einfluss die Vergangenheit auf die Gegenwart haben kann, bis hin zum Scheitern einer großen Liebe.


Dennoch ist es kein trauriges Buch, es macht im Gegenteil Hoffnung, dass Vorurteile überwunden werden können, aber auch hilflos gegenüber einem mächtigen Apparat, der die Festung Europa nach außen hin abschottet. Eine kluge, emotionale Geschichte auch für Leserinnen und Leser, die sich mit dem Medium Comic bislang noch nicht auseinander gesetzt haben.

Bibliografische Angaben

Vanistendael, Judith: Kafka für Afrikaner : Sofie und der schwarze Mann. – Berlin : Reprodukt, 2011. – 147 S. : überw. Ill. .-


Sie finden diese Graphic Novel in der Stadtbibliothek UG bei den Comics unter Graphic novel.


Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von Jörg Weinreich, Bibliotheksleiter.



Dezember 2013

Rüdiger Safranski: „Goethe – Kunstwerk des Lebens“

Gelesen vom Autor und Frank Arnold


Es gibt wohl keinen deutschen Autor, der die Literaturwissenschaft mehr beschäftigt hat als Johann Wolfgang von Goethe. Entsprechend voll sind auch unsere mit Goethe-Biografien. Und nun wird eine neue von Rüdiger Safranski zum Bestseller? Ein Grund sich „Goethe – Kunstwerk des Lebens“ einmal anzuschauen.


Goethes Leben steht im Mittelpunkt, das mit Hilfe zahlreicher Primärquellen – Tagebücher, Briefe, Werke – des Autors und seiner Zeitgenossen lebendig und greifbar wird. Werkanalysen finden nur am Rande statt, was sich positiv auf den Lesefluss der Biografie auswirkt und den Leser tiefer in die Welt des 18. und 19. Jahrhunderts eintauchen lässt. Wer allerdings neue Erkenntnisse erwartet, wird enttäuscht werden. Wer die Person Goethe kennenlernen oder ihn aus einem anderen, einem modernen Blickwinkel betrachten will, für den ist dieses (Hör)Buch hingegen genau richtig.


Safranski macht einen Menschen erkennbar, der sich und sein Werk Zeit seines Lebens inszenierte. Einen Menschen, der nicht nur Kunstwerke schreiben wollte, sondern auch das eigene Leben als Werk betrachtete, das er der Menschheit hinterlässt. Und alle seine Werke sollten vollkommen sein.


Die ausgewählten Zitate lesen sich z.T. erstaunlich modern. Goethes extrem kurze Tagebucheinträge lassen an SMS und Twitter denken. In seiner Autobiografie „Dichtung und Wahrheit“ bleibt der Autor nicht immer hundertprozentig bei der Wahrheit. Er inszeniert sich darin vielmehr für die Nachwelt, will ein bestimmtes Bild von sich weitergehen – wie es heute in sozialen Netzwerken üblich ist. Sein gesellschaftliches Leben wirkt ebenso geplant. Er gibt sich möglichst nur mit Personen ab, von denen er profitieren kann - heutzutage würde man ihn als „Networker“ bezeichnen. Ebenso sind Begriffe wie Bestsellerautor und Aussteiger (erste Italienreise) auf ihn zutreffend, auch wenn sie damals noch nicht erfunden waren. 


Safranski schafft es vor allem durch O-Töne Goethe lebendig werden zu lassen und den Leser in seine Zeit eintauchen zu lassen, während er gleichzeitig einen modernen Menschen durchscheinen lässt.Die Hörbuchfassung besticht durch den angenehm ruhigen Ton des Schauspielers und Dramaturgen Frank Arnold, der den Hauptteil des Buches liest. Nur gelegentlich greift der Autor selbst zum Mikrofon, um Zwischenbemerkungen einzubringen. Zusammenfassend könnte man es mit den Worten von Karl Valentin sagen: „Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.“ Safranskis Sicht ist definitiv eine lesens- bzw. hörenswerte.

Bibliografische Angaben

Safranski, Rüdiger: Goethe – Kunstwerk des Lebens / Rüdiger Safranski. Gelesen von Rüdiger Safranski und Frank Arnold. Regie: Joachim Hoell. - Köln : Random House Audio, 2013. - 8 CDs

ISBN 978-3-8371-2320-3


Sie finden die CDs in der Stadtbibliothek bei den Hörbüchern im 2. Obergeschoss unter Sach-CD P und das Buch im Marktplatz im Erdgeschoss unter Pyk Goethe J Saf.


Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von Bibliothekarin Nancy Mickel.



November 2013

Der Wald: ein Nachruf


Immer wieder wird in den Medien die Abholzung und Ausbeutung der Regenwälder, beispielsweise in Südamerika, angeprangert. Doch echter Naturschutz beginnt auch vor der eigenen Haustür. Wie geht es also unserem Wald, der für alle einen hohen Freizeitwert bietet und uns als naturnaher Erholungsort dient? Finden wir hier noch die Ursprünglichkeit unzerstörter Natur? Wohl kaum.
Peter Wohlleben bezeichnet in seiner bedrückenden Bestandsaufnahme „Der Wald: ein Nachruf“ den deutschen Wald als ökologisches Desaster. Viele Forste erscheinen ihm „… wie grüne Kulissen […], hinter denen es um knallharte Geschäfte geht“. Zwar ist in Deutschland ein Drittel der Fläche bewaldet, aber es gibt kaum mehr einen Wald, den der Mensch nicht nach seinen Bedürfnissen geformt hat. Insbesondere die „Massenpflanzenhaltung“ von Nadelbäumen wie der Fichte, die ursprünglich aus der Taiga stammt und nicht resistent gegen starke Stürme ist, wird vom Autor angeprangert.

Hinzu kommt die Verdichtung des empfindlichen Ökosystems Waldboden durch den Einsatz des Harvester, einer fünfzig Tonnen wiegenden, gigantischen Erntemaschine, die so schnell sägt wie zwölf Waldarbeiter und im Vergleich zu diesen den Kubikmeter Holz für den halben Preis erarbeitet. Dass dabei breite Schneisen der Zerstörung hinterlassen werden, wird hingenommen oder heruntergespielt. Der Wald ist somit zum reinen Wirtschaftsobjekt, zu einer riesigen Nutzholzplantage geworden.
Dass es auch anders geht, zeigt Peter Wohlleben im eigenen ökologischen Vorzeigewald. Als Förster einer kleinen Gemeinde in der Eifel bewirtschaftet er sein Revier nach umweltgerechten Kriterien und dem Prinzip der Nachhaltigkeit. So sorgt er für die Wiederanpflanzung der heimischen Buche, verzichtet auf Kahlschläge und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Die Holzernte wird von Waldarbeitern, Seilwinden und Rückepferden durchgeführt, um den Boden zu stabilisieren. Außerdem setzt er sich dafür ein, dass ein Teil der Fläche als Schutzgebiet ausgewiesen und damit jeglicher Einflussnahme durch den Menschen entzogen wird. Denn Peter Wohlleben gibt die Hoffnung nicht auf, dass Urwälder auch in Deutschland eine neue Chance erhalten.
Sein Nachruf ist aber keineswegs als Abgesang auf den deutschen Wald zu verstehen, sondern vielmehr eine eindringliche Mahnung, etwas zu unternehmen, damit unser Wald eine echte Zukunft hat.

Bibliografische Angaben

Peter Wohlleben: Der Wald: ein Nachruf ; wie der Wald funktioniert, warum wir ihn brauchen und wie wir ihn retten können – ein Förster erklärt
Ludwig Verlag, 2013 – fest gebunden: 19,99 €
ISBN 978-3-453-28041-0

Das Buch steht in der Stadtbibliothek im Bereich Lebensart im 1. Obergeschoss unter Xcn Woh



Oktober 2013

Konsumkritik schon im Bilderbuch?


Wenn man will, kann man die Geschichte der Elster und der Maus so sehen.
Am Anfang hat die Elster nichts. Dann kommt die Maus mit einer Murmel, das ist schon etwas. Dann wird es immer mehr. Wann ist es genug? Die Elster sammelt immer mehr Gegenstände in ihrem Nest, bis der Ast kracht, also mehr als genug, und sie unter ihrem Sammelgut begräbt. Mit Hilfe der Mäuse wird sie wieder ausgegraben und erkennt wie wenig genug ist.
Das Besondere des Buches sind die großflächigen Bilder, die sich oft über eine Doppelseite erstrecken und auch die Begriffe nichts, etwas usw. deutlich werden lassen.
Es sind sehr naturalistische Darstellungen, zum Teil in Vergrößerung, die ungewöhnliche Perspektiven bieten. Das Betrachten des Sammelgutes der Elster wird Kindern Freude machen, denn es gibt viel zu entdecken.
Im Kontrast zu den opulenten Bildern steht der sparsame Text. Er besteht nur aus unbestimmten Mengenangaben wie: nichts, mehr, viel, wenig, genug.
Text und Bild ergeben eine großartige Einheit und erzählen eine Fabel, die beim Betrachten mit Kindern viel Gesprächsstoff  bietet. Das Buch kann sogar Anregung zu einem philosophischen Gespräch mit Kindern sein und eigenes Verhalten, z.B. in Bezug auf Spielzeug, reflektieren. Deshalb ist es auch gut geeignet zur Betrachtung mit einer Kindergruppe.

Bibliografische Angaben:

Mehr… immer mehr!
Text von I.C. Springman ; Illustrationen von Brian Lies. Berlin: Betz Verlag, 2013.
ISBN 978-3-219-11555-0     geb. : EUR 16,95

Das Bilderbuch steht in der Kinderbibliothek im Erdgeschoss.

Diesen Medientipp erhalten Sie von  Diplom-Bibliothekarin Frau Schramm, Leiterin der Kinderbibliothek.



September 2013

Eine Reise durch Verdis Italien – gelesen von Elke Heidenreich mit Hörbeispielen


Neben Richard Wagner, möchte ich hiermit auch Giuseppe Verdi in seinem Jubiläumsjahr die Ehre erweisen (beide 1913 geboren).

Verdi? Was soll man da noch Neues beisteuern? Man kann! Wie der Titel schon treffend besagt, nimmt uns Elke Heidenreich mit auf ihre Reise zu den italienischen Wirkungsstätten von Giuseppe Verdi. Sie möchte wissen, wie viel Verdi man noch im heutigen Italien finden kann und erzählt nebenbei auch ihre Leidenschaft zu dem großen italienischen Komponisten, der sich selbst als Bauer sah und nicht nur hervorragend komponieren konnte. Elke, die selbst in der Emilia-Romagna gelebt hat (in der Region wurde Verdi geboren) besucht mit dem Fotografen Tom Krausz italienische Ortschaften und spürt, dass Verdi auch heute noch überall präsent ist: Straßen, Cafés, Hotels, Seifen sind nach ihm benannt und die ital. Pizzabäcker liefern Pizza „Aida“ und singen „La donna è mobile“ („O wie so trügerisch sind Weiberherzen“).

Elke Heidenreich, die neben der Literatur auch eine begnadete Opernliebhaberin ist und dafür auch mal quer durch die Welt reist, braucht man eigentlich nicht mehr vorzustellen, hat sie doch selbst einen großen Bezug zu ihm: ihre Mutter sang früher Verdi-Arien in deutscher Sprache beim Kochen mit, Elke besuchte mit 15 Jahren ihre erste Oper und Verdi steht als Foto goldgerahmt auf ihrem Schreibtisch…um nur einige Fakten zu nennen.

Die über zweistündige empathische Lesung mit neun Hörbeispielen aus Verdis Opern ist ein Genuss. Elke Heidenreich erzählt bei allem, was sie tut, mit voller Hingabe, Überzeugung und Liebe. Sie vermittelt uns Verdi als einen bescheidenen, klugen, ehrgeizigen, vielgereisten Mann, der trotz Ablehnung vom Konservatorium, seinen Weg ging und der Nachwelt einen unschätzbaren Fundus hinterließ.
Viva Italia, Viva la opera, Viva Verdi!

Begleiten Sie Elke Heidenreich auf Ihrer Spurensuche und holen Sie sich warmen Süden ins Haus.

Die Publikation erscheint in diesem Monat als Neuauflage.
2008 erschien der passende Bildband dazu.

Bibliografische Angaben

Eine Reise durch Verdis Italien : flieg, Gedanke... / Elke Heidenreich ; Tom Krausz. Gelesen von Elke Heidenreich. Mit Musik von Giuseppe Verdi. Regie: Karl Heinz Pütz . - Köln : Random House Audio, 2008. - 2 CDs (ca. 146 Min)
ISBN 978-3-86604-928-4

Sie finden die CDs in der Stadtbibliothek bei den Hörbüchern im 2. Obergeschoss unter Sach-CD S.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste Frau Ring.



August 2013

Der Ring der Nibelungen

Was empfiehlt man dem RW21-Publikum im Wagnerjahr, inmitten der turbulenten Festspielzeit? Natürlich einen Berliner! Ein besonderer Wahlberliner – Stefan Kaminski namentlich.

Der gebürtige Dresdner startete 1974 seine Schauspiel-/Hörspielkarriere. Stefan Kaminski hat weit über 100 Hörbücher eingesprochen. Mit seiner „Kaminski On Air“- Reihe wurde bereits 2007-2009 die Wagner-Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ am Deutschen Theater komplett neu inszeniert und vertont. Kaminski steuert alle Geräusche selbst bei, flüstert, faucht, rezitiert, singt, schreit, schmeichelt, stöhnt, keift, kichert, gurrt, rappt, röhrt und röchelt sich nahe an Wagners Text alleine durch sämtliche Rollen, vom Zwerg bis zum Riesen, von den Rheintöchtern bis zu den Göttern, und das alles mit einer Intensität und Stimmakrobatik, dass man nur staunen kann. Die Berlin-Bayreuth-Achse funktioniert gut: Neben Frank Castorf (Volksbühne), Stadtschreiber Volker Strübing und Visual-Artist Philipp Geist, kommt nun auch Kaminski in die Provinz und wird zwischen dem 14. und 18. August 2013 seinen Ring von Unten im Neuen Bayreuther „Zentrum“ [7] präsentieren.

Die passenden DVD´s und CD´s zur Ein-Mann-Hörspieltheatershow gibts bei uns.

Bibliografische Angaben

Der Ring des Nibelungen. Regie: Stefan Kaminski
4 DVDs, bzw. 4 CDs (jeweils als einzelne Exemplare erhältlich)

Die DVDs steht in der Stadtbibliothek im Bereich Musik, Theater, Film im Untergeschoss unter DVD-M Oper/Operette Wagner.

Die CDs steht in der Stadtbibliothek im Bereich Musik, Theater, Film im Untergeschoss unter Hörspiel Wagner.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste Frau Richwald, u.a. Lektorin für Musik.


Juli 2013

Das Wort und die Freiheit – Eine Jean-Paul-Bildbiographie

Um es vorwegzunehmen: dieser voluminöse, schwergewichtige Bildband zum Jean-Paul-Jubiläumsjahr macht auf den ersten Blick den Eindruck, einen erschlagen zu wollen – angesichts der visuellen Pracht, die sich auf den zweiten Blick, beim Durchblättern des Buches also, entfaltet, ist man aber gerne dazu bereit, ein derartiges Risiko von unabsehbarer Tragweite einzugehen. Das Buch bietet nämlich eine ungeheure Fülle zeitgenössischer Illustrationen und Dokumente, viele davon erstmals abgedruckt, und zwar mit akribisch recherchierten, erschöpfenden Erläuterungen nebst Quellenhinweisen, was dem Buch auch selbst nicht zuletzt den Charakter einer wissenschaftlichen Quelle verleiht.

Die Kapitelabfolge bildet das schlichte Muster der Orte und jeweiligen Aufenthaltsjahre von Jean Pauls Geburt bis zu seinem Tod ab, während 13 namhafte Jean-Paul-Kenner von Brigitte Kronauer über Rolf Vollmann bis zum oberfränkischen Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold Essays zu den wesentlichen Epochen seines Lebens beisteuern und damit die inhaltliche Struktur des Prachtbandes festigen. Die besondere Bedeutung für Oberfranken liegt auch darin, dass die Dokumente unterschiedlichster Art zu allen denkbaren Bezügen in Jean Pauls Leben und Werk insbesondere auf den reichen Beständen des Jean Paul-Museums Bayreuth, der Staatsbibliothek Bamberg, des Jean Paul-Museums Joditz und des Jean Paul-Gymnasiums Hof basieren – überwiegend also den Orten, die, wenn man von Wunsiedel als Geburtsort, von Töpen und von Schwarzenbach an der Saale, auch Coburg, absieht, in unserer Region zu den wesentlichsten Stationen seines Lebens zählten. Selbstredend werden natürlich auch seine Leipziger und Weimarer Jahre sowie seine übrigen Aufenthalte gebührend gewürdigt.

So finden sich neben einer Vielzahl von Bildnissen, auch von Personen, die mit dem Dichter in Beziehung standen, viele zeitgenössische Darstellungen von Orten, Landschaften, Gebäuden, auch eher kuriosen Gegenständen wie z.B. Jean Pauls Brille oder die Geschenke von Königin Luise zu seiner Verlobung. Viele Abbildungen von handschriftlichen Originaldokumenten oder zeitgenössischen Büchern, z.B. Titelseiten von Jean-Paul-Erstausgaben oder Fotos früher Werkausgaben – insgesamt beinhaltet das Buch 550 Illustrationen - machen die Bildbiographie auch für Liebhaber alter Bücher zu einer unerschöpflichen Fundgrube.

Mein Fazit: selten habe ich mich in letzter Zeit mit solcher Begeisterung in ein Buch vertieft, und für einen in der Region verwurzelten – zugegebenermaßen noch nicht gar so weit fortgeschrittenen – Jean-Paul-Liebhaber wie mich handelt es sich bei der Bildbiographie, so viele faszinierende Neuerscheinungen zum 250. Geburtstag des wohl größten oberfränkischen Literaturgenies aller Zeiten es auch gibt, eindeutig um das Highlight der Saison mit primär regionalem Bezug. Lebendiger lässt sich solch ein Thema, ohne dass es an umfassender Darstellung oder an Tiefgang verlieren würde, auf der visuellen Schiene kaum darstellen.

Bibliografische Angaben

Bernhard Echte, Petra Kabus (beide Hrsg.): Das Wort und die Freiheit – Eine Jean-Paul-Bildbiographie
Nimbus Verlag, 2013 – Pappband: 39.00 €
ISBN 978-3-907142-83-7

Das Buch steht in der Stadtbibliothek im Bereich Region & Reisen im 1. Obergeschoss unter Dby 1 Paul, J Wor.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserem Diplombibliothekar Herrn Hedler, u.a. Lektor für Heimatkunde und regionale Medien.


Juni 2013

Gefangen unter Glas

Nach dem Switch ist die Erdbevölkerung um 99,5% geschrumpft. Ein Leben ist nur noch unter riesigen Glaskuppeln möglich, da der Sauerstoffgehalt der Luft auf 6% gesunken ist. Die Firma BREATH stellt den Menschen außerhalb ihrer Wohnungen Sauerstoff zur Verfügung, in den Häusern muss ihn jedoch jeder selbst bezahlen. Es existiert eine Gesellschaft die sich in verschiedene Klassen spaltet. Premiums schwimmen in Geld und Sauerstoff, während Seconds sich nur so viel leisten können, dass sie langsam in ihrer Wohnung gehen können.

Quinn ist ein Premium, der sich nicht für etwas Besseres hält und gerne bereit ist, seine Annehmlichkeiten mit seiner besten Freundin, der Second Bea, zu teilen. Als die beiden einen Ausflug raus aus der Kuppel machen wollen, stürmt Alina auf Quinn zu und bittet ihn, sie aus der Kuppel zu schleusen. Da er für sie schwärmt erklärt er sich sofort bereit. Aber sobald die drei draußen sind, will Alina sich alleine auf den Weg machen. Bea und Quinn folgen ihr.

Bald stellt sich heraus, dass Alina eine sogenannte RATTE ist, eine Rebellin. Denn BREATH liegt nicht, wie alle glauben, das Wohl der Menschen am Herzen, sondern einzig und allein seine Macht. Deshalb sorgen sie dafür, dass außerhalb der Kuppel keine Pflanzen mehr wachsen.

Quinn und Bea schließen sich nach einigem Bedenken den Rebellen an. Und Quinn lernt seinen Vater von einer Seite kennen, die er nie an ihm erwartet hätte.

Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Alina, Bea und Quinn geschrieben, so dass man einen sehr guten Eindruck der Gefühle, Gedanken und Erfahrungen der Protagonisten hat.
Band 2 erscheint im November.

Bibliografische Angaben

Sarah Crossan: Gefangen unter Glas (1. Band der Reihe Breathe)
Dt. Taschenbuch-Verl., 2013 – fest gebunden: 16.95 €
ISBN 978-3-423-76069-0

Das Buch steht in der Stadtbibliothek im Bereich freestyle im Untergeschoss unter fantasy + scifi.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste Frau Friederich, u.a. Lektorin für Jugendmedien.


Mai 2013

Ungleiche Freunde: wundersame Geschichten aus dem Tierreich

Dass Kaninchen sich mit Meerschweinchen gut vertragen, war mir nicht neu, aber wie verträgt sich eine Schlange mit einem Hamster, ein Uhu mit einem Spaniel oder ein Breitmaulnashorn mit einem Ziegenbock? Dieses Buch stellt 56 Tierfreundschaften vor, bei denen einem der gesunde Menschverstand sagt: das kann nicht gut gehen, da greift das Urprinzip von Fressen und Gefressen werden.

Schon mein erster Eindruck war positiv: ich halte ein kleines, handliches Buchformat in der Hand. Durch die Kürze der Tiergeschichten und die Anreicherung mit schönen Fotos ist das Buch auch als Familienbuch geeignet, allerdings eher weniger für kleinere Kinder, weil der Text doch eher sachlich beschreibt. Es empfiehlt sich in jedem Fall das Sprechen über das Gelesene, damit die Zusammenhänge erklärt werden können. Der Text selbst ist sehr ansprechend, aber auch sachlich formuliert. Jeder der Geschichten ist ein Infokasten zu den betreffenden Tierarten angefügt.

Sehen wir uns nun einmal ein Tierpaar-Beispiel genauer an: In Tokio bekam eine 120 Zentimeter lange Kletternatter einen Hamster zum Fressen vorgesetzt. Nachdem die Schlange in den ersten Wochen ihrer Gefangennahme gefastet hatte, erwarteten die Zoopfleger des Reptilienhauses, dass sie blitzartig zuschlagen würde; jedoch schienen Jäger und Beute sich sympathisch zu finden. Aus Jäger und Beute wurden Freunde. Der Hamster wurde auch später nicht gefressen.

Diese und viele weitere anrührende Freundschaften werden in wunderschönen Bildern und Geschichten dokumentiert. Jennifer S. Holland zeigt damit, wie empathisch und mitfühlend sich scheinbar gegensätzliche Tierarten respektieren können. Wir lernen in diesem Bild-Text-Band mehr über Tiere, ihre Verhaltens- und Lebensweisen. Dies ist ein Buch, das seinesgleichen sucht!

Die Autorin Jennifer S. Holland hat bereits Naturgeschichten für die Zeitschrift „National Geographic Deutschland“ geschrieben; die Zeitschriftenhefte sind übrigens auch in der Stadtbibliothek Bayreuth entleihbar. 2012 erschienen drei englischsprachige Kinderbücher über ungewöhnliche Tierfreundschaften. Holland lebt in Maryland und ihr Titel „Unlikely friendships“ wurde ein „New York Times“ Bestseller.

Bibliografische Angaben

Jennifer S. Holland: Ungleiche Freunde : wundersame Geschichten aus dem Tierreich.
Lübbe Ehrenwirth, 2012 – fest gebunden: 15.00 €
ISBN 978-3-431-03863-7

Das Buch steht in der Stadtbibliothek im Bereich Natur & Technik im 1. Obergeschoss unter Uhm 4 Holl.

Dieser Medientipp wurde Ihnen bereitgestellt von unserer Diplombibliothekarin Frau Enders, u.a. Lektorin für Naturwissenschaften, Lernhilfen für Schüler ab Klasse 8, Literaturwissenschaft, Noten und Pädagogik.


April 2013

Unerwünscht: drei Brüder aus dem Iran erzählen ihre deutsche Geschichte

1996 kamen die drei Brüder Mojtaba, Masoud und Milad Sadinam nach Deutschland, geflohen aus dem Iran, in dem ihre Mutter als Feministin und Gegnerin des Mullah-Regimes verfolgt wurde.

2012, nach 16 Jahren in Deutschland, wird ihnen endlich die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen: Inzwischen verkörpern sie als Einserabiturienten und Elitestudenten gelungene Integration. Der Weg dorthin war hart: In dem Buch „Unerwünscht - Drei Brüder aus dem Iran erzählen ihre Geschichte“ sind ihre sehr persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen zu lesen.

Das Gefühl, unerwünscht zu sein, begleitet die Familie Sadinam jahrzehntelang: Im Iran wurden sie als Regimekritiker verfolgt. Voller Hoffnung angekommen in Deutschland, erfahren sie auch hier Ablehnung und fühlen sich den Repressalien der Behörden ausgeliefert.

Nach Jahren der Duldung und einer langen Odyssee durch Auffanglager, Gemeinschaftsunterkünfte und Asylbewerberheime wird ihr Antrag auf Asyl schließlich abgelehnt. Die Behörden erhöhen den Druck, um zu erreichen, dass die Sadinams "freiwillig" ausreisen: Kürzung des Geldes, wöchentliche Vorsprachen bei den Ämtern, Abbruch der Ausbildung der Mutter. Die Familie klagt, bis zum Europäischen Gerichtshof. Erst eine Gesetzesänderung verschafft ihr nach neun Jahren juristischer Auseinandersetzung die Sicherheit der unbefristeten Aufenthaltsgenehmigung.

Ihr Bleiberecht verdanken die Sadinam-Brüder also nicht ihrem immensen Fleiß und ihrer außerordentlichen Intelligenz. Vielmehr war es schlicht Glück und der Zufall einer kleinen Reform im Ausländerrecht.

Das Schicksal der Familie Sadinam berührt: Es zeigt, wie es sich anfühlt, deutscher Behördenwillkür ausgesetzt zu sein. Es zeigt aber auch, wie wichtig Familienbande und Freunde sind; Menschen, die weiterhelfen, wo die Bürokratie endet. Leserinnen und Leser erhalten Einblicke in die iranische Kultur und Zeitgeschichte und erfahren, wie zäh der Kampf ist, sich in einem fremden Land, in dem man „unerwünscht“ ist, entgegen aller Widerstände hochzuarbeiten.

Das Buch erzählt die Geschichte dreier junger Menschen auf der Suche nach Freiheit, es ist eine Parabel über Mut, Ausdauer und Menschlichkeit.

Bibliografische Angaben

Mojtaba Sadinam: Unerwünscht: drei Brüder aus dem Iran erzählen ihre deutsche Geschichte.
Bloomsbury, 2012 – kartoniert: 16.99 €
ISBN 978-3-8270-1079-7

Das Buch steht in der Stadtbibliothek im Bereich Wirtschaft & Soziales im 1. Obergeschoss unter Gel 2 Une.

Dieser Medientipp wurde Ihnen bereitgestellt von unserer Diplombibliothekarin Frau Dostler, u.a. Lektorin für Sozialwissenschaften und stellvertretende Leitung der Stadtbibliothek.


März 2013

Wir sind doch Schwestern

Die drei Schwestern Katty, Paula und Gertrud treffen sich um den 100.Geburtstag von Gertrud zu feiern. Katty mit 84 Jahren die Jüngste im Trio nutzt die Gelegenheit und stürzt sich in die Festvorbereitungen. Schon immer war es ihre Stärke zu Organisieren und zu Planen.

Gertrud hat trotz ihres hohen Alters noch sehr gute Augen, hört allerdings schlecht bzw. will wohl auch nicht immer alles hören.

Paula kann kaum sehen, hat aber immer ein offenes Ohr für ihre Schwestern.

Alle drei lieben den Genuss von starkem Kaffee und einem gutem Schnaps. Aufgewachsen sind sie auf dem Tellemannshof in Wardt,einem kleine Ort bei Xanten. Es werden Geschichten aus dem Leben der Schwestern erzählt die sich quer durch das 20. Jahrhundert ziehen. Dabei spielen natürlich auch die Männer der Frauen eine große Rolle. Katty scheitert an ihrer Liebe zu einem bekannten Volksvertreter aus ihrem Ort. Gertrud erlebt eine“ ungewöhnliche“ Verlobung und versteckt während der Kriegsjahre einen Spion im Haus. Paula verliert ihren Mann an Männer.

Die Schicksale der drei straken Frauen werden mit viel Humor, herrlichen Anekdoten und der Liebe zur niederrheinischen Landschaft erzählt.

Anne Gesthuysen wurde 1969 am unteren Niederrhein in einem kleinen Dorf geboren und lebt heute mit ihrem Mann und ihrem Kind in Köln.

Ich habe das Buch gelesen wie ein Stück unterhaltsame Weltgeschichte und fand es besonders spannend, da auch ich zwei Schwestern habe.

Bibliografische Angaben

Anne Gesthuysen: Wir sind doch Schwestern.
Kiepenheuer & Witsch, 2012 – fest gebunden: 19.99 €
ISBN 978-3-462-04465-2

Das Buch steht in der Stadtbibliothek im Bereich Belletristik im 2. Obergeschoss unter Zba Gest A.

Dieser Medientipp wurde Ihnen bereitgestellt von unserer Mitarbeiterin Frau Baues.


Februar 2013

Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele

Krieg ist etwas Schreckliches.
Menschen müssen ihre Familien verlassen und kommen vielleicht nie wieder zurück. Würden Sie freiwillig gehen, um dieses Schicksal einem geliebten Menschen zu ersparen? Katniss tut es. Sie meldet sich freiwillig für ihre kleine Schwester Prim und besiegelt damit ihr Schicksal. Das Schicksal ihrer Familie. Doch es gibt einen kleinen Hoffnungsschimmer – so unwahrscheinlich er auch erscheinen mag – denn derjenige, der am gefühlslosesten tötet und sich am geschicktesten in der Wildnis präsentiert, kann überleben!

„Lasst die Spiele beginnen!“

Nordamerika existiert nicht mehr. Das Kapitol hat sich den Rest des Landes unterwürfig gemacht, die Menschen dort in ihre Dienste gestellt und ihnen Regel auferlegt, die sie ohne Gnade durchsetzen.
Einmal jährlich finden zum Zeitvertreib der Kapitolbewohner die sogenannten „Hungerspiele“ statt. Es werden Kinder aus dem ganzen Land auserwählt, die in einer von den Spielemachern künstlich erstellten Arena gegeneinander kämpfen müssen – So lange, bis nur ein einziger, gebührender Sieger übrig bleibt.

Zusammen mit Peeta, dem Jungen aus ihrem Distrikt, kämpft Katniss Tag für Tag ums Überleben. Die beiden retten sich das Leben, gehen gemeinsam auf die Jagd und sind nicht nur im Kampf füreinander da - So entsteht langsam eine zarte Bindung zwischen ihnen. Doch stündlich werden es weniger Kämpfer in der Arena und es kann nur ein einziger Überleben …

Wer ein Buch sucht, das man nach dem Lesen zuklappen kann und nicht mehr darüber nachdenkt, der ist hier eindeutig falsch. Die Story „brennt sich förmlich ins Gedächtnis“ und fesselt einen so lange, bis man weiß wie sie zu Ende geht. Abgerundet durch die kleine Liebesgeschichte zwischen Katniss, Peeta und Gale sowie den lebendigen, flüssigen Schreibstil der Autorin, zählt dieses Buch zu einem meiner absoluten Lieblinge und ist nicht nur für Jugendliche geeignet.

Bibliografische Angaben

Suzanne Collins: Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele
Oetinger 2009 – gebunden: 17,90 €
ISBN 978-3-7891-3218-6

Teil 1 der bereits komplett erschienenen Bestseller-Trilogie von Suzanne Collins.
Im März 2012 auch auf DVD erschienen (FSK ab 12). Durch die stellenweise etwas brutalen Kampfszenen jedoch nicht für jedes Kind in diesem Alter geeignet.

Das Buch steht in der Stadtbibliothek im freestyle-Bereich im Untergeschoss unter fantasy + scfifi.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Auszubildenden zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste Frau Amschler.


Januar 2013

Atlas eines ängstlichen Mannes

„Ich sah …“, mit diesen beiden Worten leitet der große Erzähler, Reisende und Sprachkünstler Christoph Ransmayr jede der 70 Miniaturen ein, die sein neues Buch „Atlas eines ängstlichen Mannes“ für uns bereithält.

Auf zahllosen Reisen in alle Winkel dieser Erde zeigt sich C. Ransmayr als präziser Beobachter von Menschen und Situationen, sei es auf dem nach ergiebigen Regenfällen reißenden Mekong, auf der einsamen, abgelegenen „Isla Robinsón Crusoe“ oder in einem beschaulichen oberösterreichischen (?) Dorf. Beinahe in jeder Situation spielen Menschen eine wichtige Rolle, manchmal sind es aber auch Tiere wie der junge Albatros in Neuseeland, der dem Regensturm trotzt, immer aber gibt die Umgebung, natürlich oder von Menschen geschaffen, den unabdingbaren Rahmen ab, steht quasi als das Ewige, wenn auch Veränderliche, den Hoffnungen und dem Streben der Menschen gegenüber, nimmt, bewusst oder unbewusst, Einfluss auf ihr Denken und Handeln. Zwei bis sieben Buchseiten genügen dem Autor, seine Leser in entlegene oder nahe, bekannte oder unbekannte Gegenden zu entführen, in wenigen Worten Welten zu skizzieren. Es bereitet großes Vergnügen, sich von ihm an die Hand nehmen zu lassen. Allein wenigstens eine Jahreszahlangabe würde die Neugierde des Lesers noch mehr befriedigen, vermutlich ist sie jedoch absichtlich unterblieben, um die literarischen Miniaturen vor der Einordnung als Kurzreportage zu bewahren. In kleinen Portionen genießen!

Bibliografische Angaben

Christoph Ransmayr: Atlas eines ängstlichen Mannes.
S. Fischer, 2012 – fest gebunden: 24,99 €
ISBN 978-3-10-062951-7

Das Buch steht in der Stadtbibliothek im Bereich Belletristik im 2. Obergeschoss unter Zba Rans C.

Dieser Medientipp wurde Ihnen bereitgestellt von unserem Diplombibliothekar Herrn Weinreich, u.a. Lektor für Romane und Leiter der Stadtbibliothek.


Bild des Medientisches Wintersport mit dem Buch Bergsteiger

Dezember 2012

Bergsteiger – Auf den Spuren großer Alpinisten

Was machen all die Bergfetischisten, Wander- und Kletterfreunde in der kalten Jahreszeit? – Sie schwelgen in Erinnerungen an vergangene alpine Erlebnisse und träumen von der nächsten Bergsaison. Denn wen das Bergfieber einmal befallen hat, den lässt es so schnell nicht mehr los.

Dass die Menschen bereits seit Jahrhunderten dem Ruf der Berge folgen, belegt der wunderbare, neu erschienene Text-Bildband „Bergsteiger – Auf den Spuren großer Alpinisten“ äußerst eindrucksvoll.

Ed Douglas, britischer Bergsteiger und Journalist, porträtiert in seinem Buch nicht nur über 100 der bedeutendsten Protagonisten, die ihr Leben riskiert haben, um die höchsten Gipfel zu erklimmen, sondern zeigt auch die historische Entwicklung des Bergsports. Von den ersten Pionieren, beginnend mit Ötzi und Hannibal, bis zu den Extremkletterern von heute, wie zum Beispiel den Brüdern Alexander und Thomas Huber oder den japanischen Giri-Giri-Boys, werden alle Entwicklungsphasen des Alpinismus beleuchtet. Auch die Sportausrüstung spielt dabei eine große Rolle und so reichen die Exkurse von Seil und Eispickel bis zur Satellitennavigation.

Eingeschobene Zeittafeln, Hintergrundinformationen zur jeweiligen Epoche, Bergporträts samt eingezeichneter Routen und faszinierende Fotos lockern das Ganze auf und lassen es weniger wie ein Nachschlagewerk als vielmehr wie eine spannend erzählte Abenteuerreportage erscheinen. Darüber hinaus bietet der Band äußerst interessante Informationen über die Berge in Dichtung, Kunst und Fotografie sowie über Bergbücher als Bestseller.

Das abwechslungsreich gestaltete und kurzweilig erzählte Werk ist somit ein Leckerbissen für alle Bergfreunde und solche, die es noch werden wollen. Und es überbrückt die sehnsuchtsvolle „bergfreie“ Zeit bis zur nächsten Saison aufs Vortrefflichste!

Bibliografische Angaben

Ed Douglas: Bergsteiger – auf den Spuren großer Alpinisten.
Dorling Kindersley, 2012 – fest gebunden: 39,99 €
ISBN 978-3-8310-2208-3

Das Buch steht in der Stadtbibliothek im Bereich Lebensart im 1. Obergeschoss unter Yy Ber.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Diplombibliothekarin Frau Wehrle, u.a. Lektorin für Sport.


Cover Der unvergessene Mantel

November 2012

Der unvergessene Mantel

Julie ist fasziniert von den zwei Jungen, Dschingis und Nergui, die in pelzgefütterten Mänteln im Schulhof stehen. Noch größer ist ihre Verwunderung, als sie vom Älteren der beiden, Dschingis, zum persönlichen „Guten Ratgeber“ ernannt wird. In dieser Funktion versucht sie, die beiden aus der Mongolei stammenden Jungs, mit den Regeln und Gepflogenheiten der Schule ihrer englischen Kleinstadt vertraut zu machen.

Die beiden fühlen sich von einem Dämon verfolgt, versuchen ihren Wohnort geheim zu halten und fallen durch den alten Mantel und die Pelzmütze immer wieder auf. Cottrell Boyce beschreibt unglaublich spannend das fremde Verhalten der beiden Jungen und die Rätselhaftigkeit, die sich für Julie daraus ergibt. Die Freundschaft endet abrupt, als die mongolische Familie in einer Nacht-und-Nebelaktion aus Großbritannien abgeschoben wird.

Ausgangspunkt der Geschichte ist der Besuch des Ich-Erzählers in seiner alten Schule, wo er den pelzgefütterten Mantel mit Fotos in einer Mottenkiste findet. Es sind alte Polaroids, die Dschingis aufgenommen hat. Sie zeigen mongolische Impressionen, hinter denen ebenfalls ein Geheimnis steckt, das hier nicht verraten werden soll. Ein Foto spielt auch am Ende des Buches eine Rolle und gibt der tragischen Geschichte eine versöhnliche Wendung.

Das Buch ist auf linierte Seiten gedruckt, so dass es wie ein Schulheft mit eingeklebten Fotos aussieht. Es ist ungeheuer spannend und anrührend für Schülerinnen und Schüler ab 10 Jahren. Eignet sich auch sehr gut als Klassenlektüre, zu Themen wie Flucht, Integration und Freundschaft, ohne den pädagogischen Zeigefinger zu erheben. Im Nachwort verrät Frank Cottrell Boyce, dass er zu diesem Buch durch das Schicksal einer Familie aus der Mongolei inspiriert wurde. Für mich in der Kinderliteratur seit langem wieder mal ein Highlight!

Bibliografische Angaben

Frank Cottrell Boyce: Der unvergessene Mantel
Carlsen, 2012 – fest gebunden: 11,90 €
ISBN 978-3-551-55594-6

Dieses Buch steht in der Stadtbibliothek in der Kinderbibliothek im Erdgeschoss unter 5.1 Cot.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Diplombibliothekarin Frau Schramm, Leiterin der Kinderbibliothek.


DVD-Cover Grueffelo

Oktober 2012

Der Grüffelo

Das Original in Buchform erschien bereits 1999 bei Macmillan Children’s Book, seit letztem Jahr gibt es die gleichnamige DVD zum Buch „Der Grüffelo“ auch in Deutschland.
Die Geschichte ist bekannt: eine Maus spaziert im Wald umher und trifft auf verschiedene Tiere (Fuchs, Eule, Schlange), die die Maus gern verspeisen würden. Doch die schlaue und mutige Maus weiß sich zu wehren und erfindet den Grüffelo, den es eigentlich nur in ihrer Phantasie gibt…bis sie ihm am Ende persönlich gegenübersteht…

Die Filmgeschichte ist sehr nah am Buch angelegt, jedoch gibt es kleine Unterschiede bzw. Ergänzungen, z. B. wird im Film die Grüffelogeschichte mit einer Rahmenhandlung versehen, in der eine Eichhörnchenmutter ihren Kindern eine Geschichte erzählen soll.
Neben dem 25-minütigen Film enthält die DVD noch Bonusmaterial u. Programmtipps. Leider gibt es nur die deutsche und englische Sprachauswahl. Weitere Sprachen bzw. Untertitel wären wünschenswert, zumal der Grüffelo in mehr als 25 Sprachen übersetzt wurde. Dennoch tut das dem aufwendig computeranimierten Film keinen Abbruch. Die Handlung wird begleitet mit passender Musik. Die liebevoll animierten Zeichnungen von Axel Scheffler sowie die Reimform von Julia Donaldson geben die Eigenschaften der Tiere detailgetreu mit viel Witz, Humor und Spannung wieder. Die Sprecher - in der englischsprachigen Variante u. a. von Harry-Potter-Darstellern übernommen – sind bekannte deutsche SchauspielerInnen wie Heike Makatsch, Otto Sanders, Christian Ulmen u. a.

Ich bin ein großer Fan vom „Grüffelo“ und empfehle jeden, sich zuerst mit dem Bilderbuch (ab 4 J.) zu beschäftigen und danach den Film anzusehen. Es ist in jedem Alter ein Genuss und man kann mit Kindern viel über den Inhalt bzw. die Intention der einzelnen Tiere reden. Durch Wiederholung bestimmter Textinhalte können die Kinder bald auswendig mitsprechen und werden ihre Freude dabei haben.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Medien zum Grüffelo, z. B. Liederbuch, Hörspiel, Pappbilderbuch ab 12 Monaten, Bilderbuch in türkisch: alles vorhanden im RW21/Kinderbibliothek sowie weitere Grüffelo-Merchandising-Produkte (Tasse, Plüschtier…). Veranstaltungen zum Grüffelo (Bilderbuchkino, theater-en-miniature) fanden schon mit großem Zulauf im RW21 statt. Wiederholung nicht ausgeschlossen.

Bibliografische Angaben

Der Grüffelo. Regie: Jakob Schuh, Max Lang
Concorde Home Entertainment, 2011 – 1 DVD (45 Min.)
FSK ohne Altersbeschränkung

Sie finden diesen Film in der Kinderbibliothek im Erdgeschoss unter DVD-J G.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste Frau Ring.


Cover 32 Kurzfilme über Glenn Gould

September 2012

32 Kurzfilme über Glenn Gould

Der Medientipp im September ist dem kanadischen Pianisten Glenn Gould gewidmet, der am 25.September 80 Jahre geworden wäre. Das Leben des Pianisten Glenn Gould, der im Alter von 50 Jahren verstarb, wird mit kunstvoll ineinander verwobenem Dokumentarmaterial und Spielfilmszenen und Animationen künstlerisch nachempfunden.

Der kanadische Filmregisseur Francois Girard inszenierte in dem Kinofilm "32 Short Stories about Glenn Gould", der 1993 in die Kinos kam und für den er den kanadischen "Genie Award" erhielt, das Leben des genialen kanadischen Pianisten als filmische Biographie in 32 Teilen. Die 32 Episoden, in denen Gould vom Schauspieler Colm Feore gespielt wird, schildern wichtige Momente in Goulds Leben oder verdeutlichen Eigenheiten seiner Persönlichkeit. Der von der Presse hochgelobte Film ist jetzt bei Sony Classical 2012 auf DVD veröffentlicht worden. Die Dokumentation ist in Englisch mit Englischem Untertitel gehalten. Eine kleine Wiederentdeckung nicht nur für Gould Fans.

Bibliografische Angaben

32 Kurzfilme über Glenn Gould: der Klang eines Genies. Regie: François Girard
Sony, 2012 – 1 DVD (93 Min.)
FSK ohne Alterbeschränkung

Sie finden diese DVD im Bereich Musik, Theater, Film im Untergeschoss unter DVD-M Biografie Zwei.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Fachangestellten für Medien und Informationsdienste Frau Richwald.


August 2012

Das Lexikon der Gefahren

1

Ein bisschen gruseln könnte man sich schon angesichts der Themen, die der Journalist Alexander Marguier, stellvertretender Chefredakteur des Magazins "Cicero“, in seinem Buch über alle möglichen Risiken anschneidet, die Gesundheit und Leben der Menschen rund um den Erdball bedrohen bzw. bedrohen könnten. Aber zum Trost: nicht alle der 50 alphabetisch aufgelisteten Gefahrenherde haben eine 100-prozentige Chance, uns allen sofort den Garaus zu machen. So mag man sich beruhigt zurücklehnen können, wenn die (Un)-Wahrscheinlichkeit eines Angriffs Außerirdischer auf die Erde geschildert wird, oder diejenige, von heute auf morgen Opfer eines Meteoriteneinschlags zu werden. Was nun etwa die für manche Menschen abgrundtief angstbehaftete Gefährdungseinschätzung durch Schlangen, Spinnen oder Hunde betrifft, so relativiert der Autor die Wahrscheinlichkeit im Hinblick auf wissenschaftliche Studien und deren statistische Ergebnisse, was aber auch nicht unbedingt zu trösten vermag, wenn man z.B. selbst zu 100 Prozent Opfer eines zwar statistisch eher seltenen, aber nichtsdestotrotz schmerzhaften Hundebisses geworden sein sollte.

Wirklich ernsthafte Bedrohungen gehen zweifelsohne z.B. von Atomkraftwerken, Erdbeben, Krieg, Pandemien (wenn sie denn ausbrechen) oder Terrorismus aus, ebenso wenig zu spaßen ist aber auch – dann allerdings in erster Linie auf mangelndes eigenverantwortliches Handeln zurückzuführen – mit Alkohol, Rauchen und anderen Drogen oder mit selbstverschuldetem Übergewicht. Eine interessante Erkenntnis aus der Lektüre ist aber auch, dass Hitzewellen zu den Katastrophen gehören, die in der Vergangenheit mit am meisten Todesopfer forderten. Bezeichnenderweise verhalten sich aber gerade solche Gefahren, die wie etwa Flugzeugunglücke große Resonanz in den Medien erfahren, oft umgekehrt proportional zum subjektiv empfundenen hohen Gefährdungspotential: laut Marguier müsste nämlich ein Passagier, der täglich fliegt, statistisch 4.807 Jahre mit dem Flugzeug unterwegs sein, um in einen Unfall verwickelt zu werden.

Als Feuilletonist versteht es der Autor hervorragend, ein in den Medien vielfach mit Sensationslust verquicktes Thema in ein seriöses, immer mit dem aktuellen Stand der Wissenschaft unterfüttertes Sachbuchgewand zu kleiden. Darüber hinaus verpackt er seine Themen oft in originelle anekdotische Geschichten und erzählt geistreich und witzig. Man muss nun zwar nicht in allen Fällen seine Meinung teilen, die sich am Ende jedes Abschnitts in der Vergabe eines Gefahrenfaktors in Form von 1 bis 10 Totenköpfen manifestiert, aber die kurzweilige Darstellung macht die Lektüre des Buches zu einem Vergnügen nicht nur für notorische Angstneurotiker, zumal ja die Thematik jeden Menschen existentiell betreffen könnte. Ob dieses Vergnügen dann als Steigerung noch mit Gänsehautcharakter behaftet sein soll, entscheidet jeder für sich selbst, denn gruseln ist ja doch sooo schön…

Bibliografische Angaben

Alexander Marguier: Das Lexikon der Gefahren
DuMont, 2012 – kartoniert, 8,99 €
ISBN 978-3-8321-6196-5

Sie finden dieses Buch im Bereich Literatur & Lernen im 2. Obergeschoss unter Aax Mar

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserem Diplombibliothekar Herrn Hedler.


Juli 2012

Der gestiefelte Kater

1

Die Nebenrolle des gestiefelten Katers aus den „Shrek“-Filmen hat schnell die Herzen erobert. Und natürlich ist klar, dass so ein liebenswerter Charakter auch einen eigenen Film braucht!

Der Katzencasanova ist als Waise aufgewachsen und hat sich mit dem Außenseiter Humpty Dumpty angefreundet. Dieser träumte schon immer davon, die Zauberbohnen zu finden und dem Riesen den Schatz zu stehlen.

Jahre später sitzt Kater in seinem Stammlokal bei einem guten Glas Milch und hört, wie die Leute von den Zauberbohnen sprechen. Ungläubig lässt er sich erzählen, dass zwei Ganoven die Zauberbohnen in ihren Besitz gebracht haben sollen. Als Humpty Dumpty dann wieder auf der Bildfläche erscheint, ist Kater, nach einigem Zögern, wieder Feuer und Flamme für das aufregende Abenteuer dem Riesen den Schatz zu stehlen. Mit der wunderschönen Kitty Samtpfote begeben sie sich auf ihre Reise.

Auch wenn Sie vielleicht nicht so Katzenverrückt sind wie ich, dieser Film begeistert dennoch die ganze Familie. Mit viel Witz und Charme stürzt sich der gestiefelte Kater von einer brenzligen Situation in die nächste und geizt natürlich nicht mit seinen Reizen. Am Ende gibt es natürlich für (fast) alle ein Happy End!

Bei den Extras befindet sich noch ein Kurzfilm "Die drei Diablos". Hier trifft Kater auf 3 kleine Kätzchen, die ganz schön gerissen sind. In diesem kurzen Abenteuer bringen die vier einen bösen Schurken zur Strecke

Bibliografische Angaben

Der gestiefelte Kater. Regie: Chris Miller
2012 – 1 DVD (87 Min)
FSK ohne Altersbeschränkung

Sie finden diesen Film in der Kinderbibliothek im Erdgeschoss unter DVD-J G.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste Frau Friederich.


Mai 2012

Passwords, Phishing und private Daten – sicher leben im Internet

1

Die explosionsartige Entwicklung sozialer Netzwerke im Internet hat die Kommunikationsformen junger Menschen revolutioniert. Kinder und Jugendliche nutzen Social-Network-Sites wie studiVZ, schülerVZ, meinVZ, MySpace, Facebook, Xanga, Ning, Flickr und viele andere, um Kontakt zu knüpfen und Bekanntschaften zu schließen.

Neuere Forschungen zeigen, dass soziale Netzwerke nicht zu neuen, engen Beziehungen verhelfen: der Anteil derjenigen, die Freunde ausschließlich im Internet kennenlernen, liegt bei nur sechs Prozent. Die Jugendlichen kennen nach eigener Aussage fast alle ihre „Freunde“ aus den Communities auch persönlich.

Die beiden Autoren, Marje Monroe und Doug Fodeman zeigen, wie Schüler ein sicheres Passwort finden, was bei der Wahl eines Pseudonyms zu beachten ist, wie man seine persönlichen Daten im Internet schützt und wie man auf Cyber-Mobbing (Belästigungen über das Internet) reagieren sollte. Hundert Übungen für die Gruppenarbeit sowie Hinweise auf weiterführende Internetadressen helfen dabei, zu verstehen, wie man Phishing (Versuche, über gefälschte WWW-Adressen, E-Mail oder Kurznachrichten an Daten eines Internet-Benutzers zu gelangen) erkennt oder einen Scam-Kontaktversuch (Betrug mittels Massen-E-Mail-Versand), welche Selbstschutzregeln es z.B. für Instant-Messaging (Nachrichten-Sofortversand) oder in sozialen Netzwerken gibt.

Marje Monroe (Sozialarbeiterin und Lehrerin) und Doug Fodeman (technischer Leiter) arbeiten seit 1997 in Grundschulen, Unter-, Mittel- und Oberstufen in den Vereinigten Staaten in beratender Funktion und unterstützen damit Lehrer, Eltern und Kinder bei der Bewältigung der zahlreichen Onlineprobleme von Heranwachsenden. Sie sammelten via Umfragen über mehrere Jahre Daten zum Verhalten von Kindern und Jugendlichen im Internet.

Das Buch vermittelt: Sicherheit im Internet ist keine Spaßbremse oder Moralkeule, sondern eigentlich ein Garant für andauernden Spaß. Niemand sollte sich beim Surfen leichtsinnig oder unwissend in Situationen begeben, wo etwas geschieht, was er nicht will oder was er nicht mehr kontrollieren kann. So erhalten Schüler den zusätzlichen Vorteil, zu Hause ihren Eltern beibringen zu können, was sie gelernt haben.

Die Autoren geben den Tipp, die Übungen zunächst selbst auszuprobieren, bevor sie zusammen mit Schülern ausprobiert werden. Dadurch wird man selbst mit den Lerneinheiten vertraut und vermeidet defekte Links und unerwartete Ergebnisse.

Sehr gut geeignet ist der Titel für Lehrer in den Sekundarstufen I und II, für Gruppenleiter und auch für Lehrer in der Erwachsenenbildung.

Bibliografische Angaben

Doug Fodeman: Passwords, Phishing und private Daten – sicher leben im Internet
TibiaPress, 2011 – kartoniert, 22,00 €
ISBN 978-3-935254-18-2

Sie finden dieses Buch im Bereich Körper & Geist im 1. Obergeschoss unter Nbx Fod.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Diplombibliothekarin Frau Dostler, stellvertretende Bibliotheksleitung.


April 2012

Bierbichler, Josef: Mittelreich

1

"Mittelreich" erzählt über drei Generationen hinweg die Geschichte einer Gastwirtsfamilie im tief katholischen Bayern an irgendeinem oberbayrischen See. Klingt nach leichtem, vielleicht seichtem Heimatroman? Mitnichten. Der Titel IST ein Heimatroman, aber im besten Sinne: witzig, düster, tragisch – wie das Leben eben.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Pankraz, Sohn des ersten Seewirts, ein verzweifelter, wankender Held. Erst eine Sturmnacht, die er mit Wagner-Arien bezwingt, weist ihm den rechten Lebensweg. Solche surrealen Visionen kommen in dem Buch vor, sind aber nicht bestimmend. Bedeutsamer ist die sprachgewaltige Fabulierkunst Bierbichlers, die durchbrochen wird von derber Umgangssprache oder auch detaillierten Beschreibungen.

Bei der Gastwirtsfamilie quartieren sich bizarre Gäste ein. Erst kommen die Städter, dann die Zwangsarbeiter und Flüchtlinge, Gastarbeiter, auch prominente Hausgäste wie Kronprinzen und Künstler, schließlich Hippies und Kommunisten. Jeder bringt seine eigene Geschichte mit, einige davon werden erzählt.

Das Buch ist ein Zeitpanorama, erzählt von menschlichen Verfehlungen, von seelischer Zerrissenheit, von Bigotterie und Doppelmoral, vom Einzug des modernen Lebens in die ländliche Idylle, auch von der Sprachlosigkeit zwischen den Generationen.

Es ist ein wahres Kraftpaket, ausdrucksstark und sensibel, so wie sein Autor, gleichzeitig Sprecher des Hörbuchs: Josef Bierbichler, der große Menschendarsteller des deutschen Theaters, zieht den Zuhörer mit seinem dröhnenden, dialektgefärbten Stimme tief in die Geschichte hinein.

Bibliografische Angaben

Josef Bierbichler liest "Mittelreich"
Der Audio-Verl., 2011 – 10 CD
ISBN 978-3-86231-140-8

Sie finden diese Lesung im Bereich Hörbücher im 2. Obergeschoss unter Lesung Familie B.

„Mittelreich“ in gedruckter Form

Josef Bierbichler: Mittelreich
Suhrkamp, 2011 – fest gebunden: 22,90 €
ISBN 978-3-518-42268-7

Sie finden dieses Buch im Bereich Belletristik im 2. Obergeschoss unter Zba Bier J

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Lektorin Frau Baues.


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Verweise:
[1] http://stadtbibliothek.bayreuth.de
[2] http://www.deutscher-buchpreis.de/
[3] http://www.br.de/nachrichten/friedenspreis-buchhandel-lanier-102.html
[4] http://www.br.de/radio/bayern2/service/manuskripte/manuskripte-jazz-politik-134.html
[5] http://www.alltagsintelligenz.com
[6] http://www.munzinger.de/search/login-portal.jsp
[7] http://www.kaminski-on-air.de/termine.html
[8] http://www.bayreuth.de/stadtbibliothek/angebote__service_2389.html