Das Bundesprogramm "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" wird im Fördergebiet sichtlich gut angenommen. Ein großes Interesse
seitens der örtlichen Vereine und Verbände ist auch in der Förderperiode 2013 erkennbar.
Aktuell beschäftigen sich sechs Träger mit der Umsetzung ihrer Einzelprojekte, zahlreiche Anträge stehen noch zur Entscheidung aus.
Hier die Bayreuther Projekte im Einzelnen:
Förderjahr 2013
• „Mitmenschen kennenlernen II“
Träger: Evangelisches Bildungswerk Bayreuth
Nach erfolgreicher Umsetzung des Vorjahresprojekts mit SchülerInnen soll aktuell das im Fördergebiet stark vertretene sog. Harmoniemilieu eingebunden werden. Durch die Begegnung
und den Austausch mit einem in Deutschland lebenden, jüdischen Israeli sollen bestehende Vorurteile vonseiten der Erwachsenen (meist aufgrund von Unkenntnis) überdacht
werden.
• „KuKufAB – Kunst und Kultur für Alle in Bayreuth“
Träger: Deutscher Familienverband, Landesverband Bayern
Neben der Vermittlung ungenutzter Eintrittskarten an sozial benachteiligte Personen – wie dies bereits im Vorjahr erfolgte – sollen zusätzlich eigene
Kulturveranstaltungen, wie Konzerte und Kabarett, organisiert werden, welche sowohl der Zielgruppe als auch der Bayreuther Mehrheitsbevölkerung offen stehen.
• Integration? Kinderspiel!
Träger: PosT-SV Bayreuth, Abteilung Fußball
Als Fortsetzung des gleichnamigen Vorjahresprojekts sollen zunächst die bereits rekrutierten Spieler weiterhin betreut werden. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit sollen
verstärkt Jugendliche aus „bildungsfernen“ Milieus angesprochen werden, um so die angedachten Teams zu vervollständigen.
• „Mein Stück Bayreuth“ – Entwicklung eines Theaterstücks mit dem Kinderkunstclub
Träger: Iwalewa-Haus, Afrika-Zentrum der Universität Bayreuth
Im Rahmen eines ganzjährigen Programms sollen Kinder jeder Bevölkerungsschicht gemeinsam mit verschiedenen Künstlern und Filmemachern ein Theaterstück konzipieren, das
auf deren Alltag, aber auch Träumen und Ideen basiert. Die Teilnehmer erlernen dabei Kompetenzen in den Bereichen Theater, Film, Produktion, Öffentlichkeitsarbeit sowie Toleranz
und Integration.
• Rezept für Toleranz – Generationen am jüdischen Kochtopf
Träger: Evangelische Studentengemeinde Bayreuth
Das Projekt dient dem Abbau von (unbewussten) antisemitischen Vorurteilen sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch ihren Eltern und Großeltern. Dies soll an verschiedenen
Bayreuther Schulen durch das gemeinsame Kochen eines Gerichts der jüdischen Diasporaküche sowie durch das während der Zubereitung geführte Gespräch mit einem
Vertreter der jüdischen Kultur erreicht werden.
• „Wir für Demokratie – Tag und Nacht der Toleranz“
Träger: Schoko e. V.
Im Rahmen der bundesweiten Veranstaltungsreihe wird auch in Bayreuth der Begriff „Toleranz“ möglichst vielseitig beleuchtet. Stattfindend auf dem Gelände der
ehemaligen Schokofabrik ist eine bunte Abendveranstaltung mit „After Work/School“-Charakter geplant, die z. B. ein multikulturelles Buffet oder einen
„Toleranz-Slam“ vorsieht.
Förderjahr 2012
• „schoolyard beatz“ – Deine Stimme gegen Ausgrenzung
Träger: Evangelische Gesamtkirchengemeinde Bayreuth – Jugendcafé Babylon
Eigens durch Jugendliche entwickelte Lieder (gesungen und getextet), die sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Mobbing richten, werden in Form einer CD an den weiterführenden Schulen
in Bayreuth verteilt. Dies dient der antirassistischen Bildungsarbeit und soll einen Kontrapunkt zu den sog. Schulhofaktionen der rechten Szene darstellen.
• Aus der Geschichte – Erinnerungskultur als Toleranzförderung
Träger: Wilhelm-Leuschner-Stiftung Bayreuth
Auf der Grundlage des Vorjahresprojekts soll nun eine DVD zur Geschichte der Juden in Bayreuth erstellt werden, welche die Zeitzeugenbefragungen aus 2011 auswertet. Das zugehörige
Unterrichtsmaterial, einschließlich Booklet, kann hierbei im schulischen und außerschulischen Demokratieunterricht eingesetzt werden und damit zur Toleranzerziehung
betragen.
• Integration? Kinderspiel!
Träger: PosT-SV Bayreuth, Abteilung Fußball
Im Verlauf des Jahres soll eine multikulturelle Fußballmannschaft ins Leben gerufen und in den Spielbetrieb des Vereins integriert werden. Dieses Angebot richtet sich speziell auf
Jugendliche und junge Erwachsene mit im Alltag „beschränkenden“ Hintergründen (insb. Migrationshintergrund, sprachliche Barriere, Behinderung, finanzielle Not
usw.).
• Kulturtafel
Träger: Deutscher Familienverband, Landesverband Bayern
Bürgerinnen und Bürgern aller Alterstufen, denen aus finanziellen Gründen und aufgrund ihres Status die gesellschaftliche Teilhabe verwehrt wird, sollen über
kulturelle Angebote neue Perspektiven und Möglichkeiten eröffnet werden, um ein vielfältiges, tolerantes und demokratisches Miteinander zu fördern. Als
Türöffner zwischen Bedürftigen und Veranstaltungsanbietern sollen nicht genutzte Eintrittskarten (für Theater, Kino etc.) sinnvoll an Menschen in prekären
Lebenslagen weitervermittelt werden.
• Speichersdorf – das Tor zur Welt
Träger: Caritasverband Bayreuth e. V./Jean-Paul-Verein Bayreuth e. V.
Vielfältige, örtliche Projektträger werden angeregt, ihre bisherigen Angebote für alle Bevölkerungsgruppen, Altersschichten und Personenkreise zu öffnen
sowie neue Angebote zu schaffen. Die verschiedenen Umsetzungsvarianten (Tanz, Theater, Kochprojekt) sollen zur Auseinandersetzung mit Themenkomplexen wie Integration, kulturelle
Identität usw. anregen. Im Rahmen des Speichersdorfer Bürgerfestes Ende Juli 2012 soll diese breite Angebotspalette präsentiert werden.
• Deutsch-Polnische Toleranzfördernde Jugendbegegnung
Träger: Deutsch-Polnische Gesellschaft e. V.
Durch die Begegnung von Jugendlichen der Stettiner und Bayreuther Ballettschulen sollen diese insbesondere für die Belastung des deutsch-polnischen Verhältnisses aufgrund des
Nationalsozialismus sensibilisiert werden. Die jeweils 3- bzw. 5-tägigen Gastbesuche der beiden Gruppen werden durch ein Rahmenprogramm ausgestaltet und sollen das Interesse am
Nachbarland wecken.
• In der Nachbarschaft – Zusammenarbeit des Iwalewa-Hauses und der Israelitischen Kulturgemeinde Bayreuth
Träger: Iwalewa-Haus, Afrika-Zentrum der Universität Bayreuth
Das Projekt soll eine zivilgesellschaftliche Brücke schlagen sowie Netzwerke unter den beteiligten Akteuren aufbauen und zwar beginnend mit einem gemeinsamen Projekttag im
öffentlichen Raum der Münzgasse. Angesprochen wird die Bevölkerung Bayreuths durch ein buntes Programm, wobei u. a. auch der Abbau von Berührungsängsten im
Mittelpunkt steht.
• Kunst-Workshop mit Yassine Balbzioui
Träger: Iwalewa-Haus, Afrika-Zentrum der Universität Bayreuth
Im Rahmen der „Interkulturellen Wochen 2012“ ermutigt der marokkanische Künstler Yassine Balbzioui Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Zusammenhängen, sich
Kunst als neues Ausdrucksmittel zu erschließen, um so das Thema Migration zu erarbeiten.
• Interkultureller Workshop
Träger: Institut für internationale Kommunikation und auswärtige Kulturarbeit
Ziel der interkulturellen Schulungen ist es, dass Mitarbeiter aus Vereinen, Verbänden, Verwaltung und Behörden für Unterschiedlichkeit und Vielfalt sensibler werden. Als
zweitägiges Pilotprojekt angelegt sollen die Teilnehmer darin bestärkt werden, in ihrer Berufspraxis ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Arbeit im interkulturellen
Umfeld zu entwickeln.
• „Auf einen Kaffee mit…“
Träger: Bunt statt Braun – gemeinsam stark für Flüchtlinge e. V.
Wie der Titel schon besagt, steht im Mittelpunkt die künstlerische Gestaltung von Coffe-to-go-Bechern, welche wiederum auf eine interaktive Internetseite verweisen. Beabsichtigt ist
eine breitenwirksame Sensibilisierung und Mobilisierung der Bayreuther Gesellschaft für die Flüchtlingsproblematik, welche durch die unterschiedlichen Kreationen reflektiert
wird.
• „Songs gegen Rassismus – Ich bin wir und wir sind du!“
Träger: Förderverein der Grundschule St. Georgen
Als Auftaktveranstaltung der Interkulturellen Wochen 2012 soll die Bayreuther Bevölkerung mittels Musik auf die Thematik „Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Ausgrenzung“
aufmerksam gemacht werden. Der Konzertabend wurde von den beiden Chören der Grundschule St. Georgen, dem Bayreuther Liedermacher Sandy Wolfrum sowie den nennenswerten Musikern
Claudia Pohel und Reiner Rumpf begleitet.
• „Mitmenschen kennenlernen“
Träger: Evangelische Studentengemeinde Bayreuth
Durch die Gespräche mit Sagy Cohen (Jude und Israeli) in insgesamt 50 Bayreuther Schulklassen werden die Jugendlichen angeregt, sich mit den Themen „Fremdsein“,
„Ausgrenzung“ und „Toleranz“ in ihrem eigenen Lebensumfeld (insbesondere der Schule) auseinanderzusetzen. Der Dialog soll zu einem Erfahrungsaustausch der
einzelnen Teilnehmer untereinander animieren.
• „Kinderkunstclub – Mit Kunst gegen Vorurteile“
Träger: Iwalewa-Haus, Afrika-Zentrum der Universität Bayreuth
Basierend auf dem diesjährigen Einzelprojekt mit Yassine Balbzioui richtet das Iwalewa-Haus nun solche regelmäßig stattfindenden Kunstangebote vorwiegend für Kinder
der Asylbewerberunterkunft aus. Mit der Hilfe von Gastreferenten können diese in Nachmittagsworkshops Methoden der künstlerischen Entfaltung entwickeln.
Förderjahr 2011
• „Mamma lernt besser Deutsch“ – Elterncafé mit Sprachkurs
Träger: Förderverein der Jean-Paul-Schule
Eltern sollen in gelenkten Gesprächen befähigt werden, sich besser artikulieren zu können. Insbesondere steht die Kompetenzstärkung im Zusammenhang mit den
Belangen des schulischen Fortkommens der Kinder im Fokus.
• „schoolyard beatz“ – Das Musikprojekt
Träger: Evangelische Gesamtkirchengemeinde Bayreuth – Jugendcafé Babylon
Jugendliche der Albert-Schweitzer-Mittelschule setzen sich mit den Themen Toleranz und Demokratie auseinander und bringen diese über selbstgeschriebene Songs im Musikstudio des
Jugendcafés Babylon unter professioneller Anleitung zum Ausdruck. Die erstellte CD soll danach kostenlos in den Pausenhöfen der Bayreuther Schulen verteilt werden.
• „girls united“ – Interkulturelle Mädchenarbeit im Jugendcafé Babylon
Träger: Evangelische Gesamtkirchengemeinde Bayreuth – Jugendcafé Babylon
In einem wöchentlich stattfindenden Mädchentreff soll es jungen Frauen ermöglicht werden, sich über kulturelle Unterschiede auszutauschen, diese zu reflektieren und
wertzuschätzen. Durch spezifische Angebote sollen die Teilnehmerinnen Selbstwert und –bewusstsein entwickeln. Auch die eigene Stellung in der Familie und in der Gesellschaft
soll fokussiert werden.
• Aus der Geschichte lernen – Erinnerungskultur als Toleranzförderung
Träger: Wilhelm-Leuschner-Stiftung Bayreuth
Zum Anlass des 70. Jahrestages der Deportation von jüdischen Bayreuther Familien nach Auschwitz sind Veranstaltungen geplant, welche Inhalte wie Demokratie- und Toleranzerziehung, z.
B. durch Zeitzeugenbefragungen, vermitteln sollen. Dies wird in verschiedenen Bayreuther Bildungseinrichtungen (vor allem Haupt-, aber auch Realschulen und Gymnasien) ausgerichtet.
• „Powerboys“ – ein Gruppenangebot für junge Männer mit und ohne Migrationshintergrund
Träger: D.I.T.I.B. (Türkisch-Islamische Gemeinde zu Bayreuth und Umgebung e.V.)
Das Projekt soll sozial-ökonomisch benachteiligte, junge Männer mit erlebnis- und kunstpädagogischen Gruppenangeboten zusammenführen, wobei deren interkulturelle
Kompetenz, der gewaltfreie Zugang zu männlicher Stärke sowie die Teambildung gefördert werden.
• „Was andere glauben“ – Interreligiöser Dialog für Frauen
Träger: Evangelische Familien-Bildungsstätte plus Mehrgenerationenhaus
Gebildet wird eine Diskussionsrunde für Frauen zum Austausch über verschiedene Gesprächsthemen und zum Kennenlernen der unterschiedlichen Kulturen und des Glaubens. Dies
zielt darauf ab, Vorurteile gegenüber Fremden abzubauen und motiviert die Teilnehmerinnen, über persönliche Erfahrungen zu sprechen.
• Multikulti-Fotoprojekt
Träger: Förderverein der Grundschule St. Georgen
In diesem Projekt wird der Blick mit verschiedenen außerschulischen Lernorten auf die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse im Stadtteil gerichtet. Dies wird durch
entsprechende Foto-Exkursionen umgesetzt, die letztlich im Rahmen einer Ausstellung im Eingangsbereich der Grundschule St. Georgen verfolgt werden kann.
• Integrations- und Familiensporttag
Träger: TSV Kirchenlaibach/Speichersdorf e. V.
Durch die Ausrichtung eines Sporttages in der Gemeinde Speichersdorf sollen Kinder und Eltern mit Migrationshintergrund mit einheimischen Familien zusammengebracht werden, um so
Vorurteilen und fremdenfeindlichen Bestrebungen entgegenzuwirken.
• "Freundschaft geht durch den Magen" – Interkulturelle Koch- und Erzählnachmittage für Jugendliche
Träger: Evang. Familien-Bildungsstätte plus Mehrgenerationenhaus
Mit Schülergruppen des Richard-Wagner-Gymnasiums wird nicht nur über die israelische Kultur diskutiert, sondern auch ein landestypisches Gericht zubereitet. Dadurch erfahren die
Teilnehmer eine freundschaftliche Begegnung mit dem Judentum.
• „Wir kochen bunt aber gesund“
Träger: DJO – Deutsche Jugend in Europa
Spätaussiedler, Ausländer und Einheimische sollen eine gesellschaftliche Teilhabe durch außerschulische Bildungsangebote erhalten. Die regelmäßig stattfindenden
Kochkurse zielen darauf ab, den interkulturellen Dialog unter den Jugendlichen zu fördern und bieten eine sinnvolle Freizeitgestaltung.
• Selbstorganisiertes Winterqartier für Skater
Träger: Schoko e.V.
Während der Bauphase im Schokofabrikgebäude schaffen sich die Jugendlichen ein vorübergehendes „Winterquartier“ und starten einen Reorganisationsversuch
für den eigenen Skaterbetrieb. Die Beteiligten können dadurch zeigen, dass sie in der Lage sind, Arbeitsprozesse gemeinschaftlich und eigenverantwortlich zu managen.
• „Fremd sein in der eigenen Stadt“
Träger: Evangelisches Jugendwerk Bayreuth
Jugendliche in strukturschwachen Regionen sollen in Kooperation mit SchülerInnen der umliegenden Gymnasien für das Thema „Fremd sein“ sensibilisiert werden. Dies
geschieht durch ein interaktives Spiel, das die Lebenswirklichkeit von Asylsuchenden in Bayreuth darstellt.
• Netzwerk Öffentlichkeitsarbeit für TfKs von Einzelprojektträgern im Sozialraum Bayreuth/St. Georgen
Träger: Schoko e. V.
Im Rahmen des Weihnachtsmarktes im Stadtteil der "Sozialen Stadt St. Georgen" am 3. Advent soll anhand einer Präsentation das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN –
KOMPETENZ STÄRKEN“ sowie das geplante Jugendkultur- und Sportzentrum in der ehemaligen „Schokofabrik“ publik gemacht werden. Der Infostand wird vor allem von
Jugendlichen organisiert und betreut.
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