Projekt Doppik
Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, den Wechsel vom kameralen zum doppischen Haushaltswesen zu vollziehen. Das Geldverbrauchskonzept der Kameralistik ist ein eingeschränkt taugliches
Planungs- und Informationssystem, welches die Zukunftslasten nur unzureichend abbildet.
„Der Kameralistik ist langfristiges Haushaltsdenken fremd.“
Prof. Dr. Dieter Engels, Präsident des Bundesrechnungshofs, in einem Interview mit dem
Behörden Spiegel (Juni 2010)
Durch Implementierung der in der Privatwirtschaft bewährten Buchführungspraxis in die öffentliche Verwaltung soll eine wirtschaftlichere Aufgabenerfüllung erreicht werden. Das
Ressourcenverbrauchskonzept der kommunalen Doppik liefert
- einen Gesamtüberblick über die tatsächliche Vermögens-, Finanz- und Ertragslage,
- Entscheidungs- und Steuerungsgrundlagen auf Basis einer integrierten Kosten- und Leistungsrechnung,
- aufbau- und ablauforganisatorische Optimierungsmöglichkeiten bestehender Strukturen und Verfahren,
- die Grundlagen für eine Steigerung des Kostenbewusstseins und
- mehr Transparenz für die Bürger.
Für die Umstellung des Rechnungswesens sind umfangreiche Vorarbeiten notwendig. So ist die vollständige Erfassung und Bewertung des städtischen Vermögens –
beispielsweise der 322 städtischen Gebäude – erforderlich. Eine doppische Finanzsoftware muss installiert, die Mitarbeiter der Stadtverwaltung geschult und eine Kosten- und
Leistungsrechnung aufgebaut werden, um nur einige Aufgaben zu nennen.
Wegen der Mächtigkeit dieses Projektes wurde bereits in einer frühen Projektphase ein Grobkonzept gefertigt, welches nach Arbeitsaufnahme der Projektgruppe Doppik zur Mitte des Jahres
2009 sukzessive umgesetzt bzw. durch Fachfeinkonzepte ergänzt wird. In fünf Teilprojektgruppen (Bilanzierung und Vermögenserfassung, Doppischer Haushalt und Kosten- und
Leistungsrechnung, DV-Auswahl und Implementierung, Organisation des Rechnungswesens, Personalentwicklung) wird das Gesamtprojekt in enger Zusammenarbeit mit der gesamten Stadtverwaltung
vorangetrieben. Das Haushaltsjahr 2012 wurde erstmals doppisch geplant.