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Schlimme Zeiten

Stadttürmer auf seinem Posten auf dem Turm der StadtkircheAus den ersten Jahrhunderten, in denen Markgrafen in Kulmbach regierten, ist uns nicht sehr viel überliefert, und die wenigen Informationen, die wir aus dieser Zeit über unsere Stadt haben, sind nicht sehr erfreulich.

Im Februar 1430 fielen die Hussiten, eine böhmische Religionsgemeinschaft, in Bayreuth ein. Sie wollten in den Hussitenkriegen ihre religiösen Ideen gegen die bestehende Kirche durchsetzen. Dabei wurde die Stadt schwer verwüstet, das Rathaus und die Kirchen brannten nieder.

Kaum hatte sich die Stadt von den Übergriffen der Hussiten erholt, brach am 21. März 1605 in einem Wohnhaus hinter der Stadtkirche ein Feuer aus, das zu einem großen Stadtbrand wurde. Obwohl zu dieser Zeit auch noch eine schwere Seuche, die Pest, in Bayreuth ausbrach, machten sich die Einwohner an den Wiederaufbau ihrer Häuser. Doch bereits am 16. Juni 1621 legte ein zweites Großfeuer die Stadt erneut in Schutt und Asche.

Brände konnten sich rasend schnell ausbreiten

Warum hat es eigentlich damals so oft diese großen Brände gegeben? Nun, ein Grund dafür ist sicherlich, dass es einfach viele offene Feuerstellen gab - es wurde über dem Herdfeuer gekocht, als Beleuchtung hatte man Kerzen oder Öllampen, als Heizung diente der offene Kamin. Durch Funkenflug oder Unachtsamkeit konnte schnell ein Feuer ausbrechen. Dieses Feuer war dann sehr schwer zu löschen: Da vieles aus Holz gebaut war und die Dächer der Häuser mit Holzschindeln gedeckt waren, konnte der Brand sich rasend schnell ausbreiten. Wasser zum Löschen gab es in den Wohnungen kaum, denn jedes Wasser musste erst aus dem Brunnen geholt werden. Zudem standen die Häuser sehr eng, weil der Platz zwischen den schützenden Stadtmauern knapp war, und das Feuer konnte leicht von einem Haus auf das andere überspringen (schau dir mal die Häuser hinter der Stadtkirche an!). Hier findest du auch das schmalste Haus von Bayreuth. Weil es gerade mal zwei Meter breit ist, wird es auch "Schwindsuchthäuschen" genannt!

Da half dann selbst der Türmer nichts mehr, der auf den Türmen der Stadtkirche seine Wohnung hatte. Er musste dort oben Nachtwache halten und sofort die Kirchenglocken läuten, wenn er irgendwo in der Stadt ein Feuer ausbrechen sah. Zusätzlich konnte eine rote Fahne aus dem Kirchturm hängen, und zwar in der Richtung, in der die Brandstelle war. So wusste jeder gleich, wo die Gefahr drohte und Hilfe zum Löschen gebraucht wurde.

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Verweise:
[1] http://www.bayreuth.de/adressen_termine__/zeitreise_1233.html
[2] http://www.bayreuth.de/zeitreise/bayreuth_wird_residenzstadt_695.html