Stadt Bayreuth

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15.06.2010

Probebühne: Stadt wartet auf klare Willensbildung

Stellungnahme des Rathauses – OB Dr. Hohl: Die Stadt hat sich keine Versäumnisse vorzuwerfen
Zur richtigen und vollständigen Information der Öffentlichkeit hat die Stadt Bayreuth auf die jüngsten Medienberichte in Sachen Probebühne für das Festspielhaus mit einer Klarstellung reagiert. “Die Stadt Bayreuth hat sich hier keinerlei Versäumnisse vorzuwerfen. Wir unterstützen das Projekt nach Kräften”, so Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl. Zunächst einmal müssten aber die Willensbildung in den Gremien der Festspiele abgeschlossen und offene Finanzierungsfragen geklärt werden.

Der Bedarf an einer neuen Probebühne für die Bayreuther Festspiele sei unabweisbar, so der Oberbürgermeister. Bereits Anfang vergangenen Jahres habe daher der langjährige Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth Dr. Karl-Gerhard Schmidt Kontakt mit einem Berliner Architekturbüro aufgenommen. Dort wurde in der Folgezeit ein Masterplan zur Neuordnung des gesamten Festspiel-Areals entwickelt, der unter anderem auch den Bau einer neuen Probebühne vorsah. Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von etwa 20 Millionen Euro sollte über einen längeren Zeitraum schrittweise umgesetzt werden. “Vorgesehen und zugesagt war eine Finanzierung durch die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth”, so Dr. Hohl weiter.

Die Planungen seien der Verwaltung vorgestellt und dort auch befürwortet worden. Auf Anregung des Technischen Leiters der Bayreuther Festspiele Karl-Heinz Matitschka habe die Festspielleitung in der Folgezeit ein Alternativkonzept entwickelt, das eine neue Probebühne im Osten des Festspielhauses vorsieht. “Von einer solche Lösung erwartet man sich effektivere Abläufe und niedrigere Investitionskosten”, so Dr. Hohl. Für diese Planung wurde dann auch im Rathaus ein Bauantrag eingereicht. “Dieser Antrag wurde von der Verwaltung vorgeprüft. Es hat sich jedoch schnell herausgestellt, dass er in einer ganzen Reihe von wichtigen Punkten nicht genehmigungsfähig gewesen wäre. Auch der Denkmalschutz hat dieser Planung nicht zugestimmt.”

Die Festspielleitung habe daraufhin eine Überarbeitung des Entwurfs in die Wege geleitet, die in Teilbereichen zu einer Lösung der Probleme führen soll und dem Rathaus vorliegt. Auf der Grundlage eines entsprechenden Stadtratsbeschlusses wurde ein Bebauungs-Planverfahren für das Festspielhaus-Areal eingeleitet. Mit diesem Verfahren soll das Bauvorhaben planungsrechtlich abgesichert werden. Die inhaltliche Abstimmung zwischen Stadt und Festspiel GmbH konnte allerdings noch nicht zum Abschluss gebracht werden.

Zwischenzeitlich hat nämlich die neue Führung der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth die Finanzierung des Projekts in Frage gestellt. Damit ist zunächst wieder alles offen. Fazit des Oberbürgermeisters: “Wir brauchen eine klare Willensbildung, ob überhaupt neu gebaut werden soll, welche Variante gegebenenfalls realisiert werden und wie diese finanziert werden soll.” Dieser Willensbildungsprozess läuft. Der Klärungsbedarf, so der Oberbürgermeister abschließend, liege derzeit noch auf der Seite der Gremien der Festspiele. Erst danach sei die Stadtverwaltung wieder am Zug.