Stadt Bayreuth

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04.04.2014

Projekt „Chance“ ist ein voller Erfolg

Von ursprünglich 167 Menschen leben heute nur noch 12 Menschen in der Herzogmühle
Ein voller Erfolg ist das Projekt „Chance“, das die Stadt Bayreuth und die Diakonie Bayreuth seit 2009 in der Herzogmühle durchführen und das im Herbst dieses Jahres auslaufen wird. Das haben der städtische Sozialreferent Carsten Hillgruber und Diakonie-Geschäftsführer Uwe Manert bei einem Pressegespräch im Neuen Rathaus bekanntgegeben.

Das Ziel des Projektes „Chance“ sei es, die Bewohner in der Obdachlosensiedlung in der Herzogmühle zu reduzieren, da die dort stehenden Notunterkünfte nicht dafür geeignet seien, dort dauerhaft zu leben. Dieses Ziel ist erreicht: Waren es zu Beginn des Projektes 167 Bewohner, sind es jetzt nur noch zwölf Menschen, die in diesem Stadtteil wohnen. „Wir sind hocherfreut über dieses Ergebnis, mit dem wir anfangs nicht gerechnet haben“, so Hillgruber. Ein weiterer positiver Effekt des Projektes: Die ehemaligen Bewohner haben ein Zuhause außerhalb der Herzogmühle gefunden, eine eigene Wohnung, die ihnen deutlich mehr Wohn- und Lebensqualität bringt.

Dass es nicht immer einfach ist, die Menschen aus der Herzogmühle davon zu überzeugen, ihr bisheriges Leben dort aufzugeben, davon kann Brigitte Schmidt-Blick, Diplom-Sozialpädagogin bei der Diakonie und mit dem Projekt „Chance“ betraut, ein Lied singen. „Je länger die Menschen in der Herzogmühle wohnen, desto schwieriger ist es, sie zu motivieren“, so Schmidt-Blick. Die Menschen haben vor allem Angst und plagen sich meist mit diesen Fragen herum: „Wer gibt mir überhaupt eine Wohnung? Wer finanziert das? Reicht mein Geld dann noch?“ etc. Genau hier setzt das Projekt „Chance“ bzw. Schmidt-Blick an: Sie hilft den Menschen bei der Wohnungssuche, unterstützt sie bei Ämtergängen und kümmert sich auch nach dem Umzug oft noch um die Menschen. „Wir können zwar nicht alle Lebensbereiche der Menschen beeinflussen, aber ich behaupte, die Lebensqualität hat sich durch den eigenen Wohnraum auf jeden Fall verbessert.“ Lediglich ein einziger von den rund 150 umgezogenen Menschen sei wieder obdachlos geworden, dieser habe aber eine Nachbetreuung strikt abgelehnt.

„Chance 18+“
Damit es gar nicht erst soweit kommt, dass Menschen in Obdachlosenunterkünften unterkommen müssen, müsse man – so hat das Projekt „Chance“ bisher gezeigt – viel früher ansetzen. Aus diesem Grund hat die Stadt Bayreuth das Projekt „Chance 18+“ ins Leben gerufen. Ziel dieses Projektes, das seit September 2013 läuft, ist es, junge Erwachsene, die von Obdachlosigkeit bedroht sind, zu schützen. Bisher werden bereits 28 junge Leute betreut, finanziert wird „Chance 18+“ vom Freistaat Bayern.