Stadt Bayreuth

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Medientipps

Abseits der Bestsellerlisten bietet Ihnen die Stadtbibliothek zahlreiche interessante Medien, die es wert sind, entdeckt zu werden.

In der Reihe Medientipps empfehlen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbibliothek monatlich ausgewählte Neuerscheinungen.
Den jeweils aktuellen Medientipp finden Sie als News-Meldung auf der Startseite der Stadtbibliothek.

Medientipp September 2016

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Brothers – a Tale of Two Sons

Der Vater zweier Brüder ist schwer krank. Seine Jungs sollen sich auf die Suche nach einem Heilmittel machen. Dabei müssen sie sehr weit reisen und viele Rätsel meistern. Auf ihrem Weg begegnen sie Riesen, bösen Hunden, verrückten Erfindern und allerhand mehr Figuren.

Das Single-Player-Game erfordert einiges an Geschick – beide Gehirnhälften sind gleichermaßen gefordert. Die beiden Spielfiguren werden je mit einem der Controller-Sticks gesteuert. Das ist manchmal gar nicht so einfach, da die Figuren ab und an in unterschiedliche Richtungen laufen müssen um einander zu helfen. Einfacher sind Rätsel, in denen einer der Jungs nur etwas hochheben oder festhalten muss (hier drückt man einfach nur auf einen der Trigger) und der andere sich dann bewegt. Hin und wieder braucht man bei den Rätseln vielleicht auch mehrere Versuche.

Die Spielzeit ist bei diesem Titel verhältnismäßig etwas kürzer, aber die wundervolle Aufmachung der Landschaft und die schöne Grafik machen das wieder wett! Außerdem sind die Story und die Gestaltung der Rätsel sehr detailverliebt gestaltet.

Brothers : a tale of two sons
Burglengenfeld : NBG, 2015.
1 BD ; Voraussetzungen: PlayStation 4 ; für 1 Spieler – FSK : 12; Preis: 19,99€

Dieses Spiel finden Sie im UG des RW21 unter dem Standort games.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste Frau Friederich, u.a. Lektorin für Jugendmedien.

Medientipp Juli 2016

Medientipp Juli

„Codenames“
ein Spiel von Vlaada Chvátil

Ein heißer Tipp für sommerliche Grillabende – schon nach wenigen Minuten sind alle Mitspieler vom „Codename“-Fieber gepackt!

Nur die Geheimdienstchefs kennen die Identitäten ihrer Agenten. Ihre Teammitglieder sehen lediglich 25 Codenamen. Jedes Team will das erste sein, das Kontakt zu allen seinen eigenen Agenten aufnimmt. So wird gespielt: Die Spieler werden in zwei Teams aufgeteilt, wobei man für das Standardspiel mindestens vier Spieler benötigt. Varianten zu zweit oder zu dritt werden zusätzlich angeboten. Jedes Team wählt einen Geheimdienstchef. Beide Geheimdienstchefs sitzen auf derselben Tischseite und die anderen Spieler sitzen gegenüber. Sie spielen die Ermittler. Es werden 25 beliebige Wortkarten in einem 5×5-Raster auf dem Tisch ausgelegt. In jeder Partie gibt es einen Code, der die Geheimidentitäten der Karten auf dem Tisch festlegt. Die Geheimdienstchefs ziehen eine zufällige Codekarte und stecken sie in den Standfuß, sodass die Karte zu den Chefs zeigt. Die Ermittler dürfen diese Seite nicht sehen. Die Geheimdienstchefs geben ihren Teams abwechseln Hinweise, die aus einem einzigen Wort bestehen. Ein Hinweis kann sich auf mehrere Wortkarten auf dem Tisch beziehen. Die Ermittler versuchen zu erraten, welche Codeworte ihr Geheimdienstchef gemeint hat. Sobald ein Ermittler eine Wortkarte berührt, enthüllt der Geheimdienstchef deren Geheimidentität. Ist es einer der Agenten des Teams, dürfen die Ermittler weiterraten. Andernfalls ist das andere Team am Zug. Tippt ein Team auf einen Agenten der Gegenseite, hat es dieser einen Vorteil verschafft. Tippt es auf den Attentäter, hat es sofort verloren. Das Team, das ansonsten zuerst alle seine Agenten findet, gewinnt.

Wohl das beste Kommunikations- und Gruppenspiel des Jahres. Die Spielidee ist einfach aber genial.

„Codenames“ ist ab 4 Spieler optimal zu spielen, nach oben gibt es keine Grenze. Trotz der Angabe auf der Schachtel „ab 14 Jahren“, ist das Spiel meines Erachtens schon ab 10 Jahren geeignet. Das Spiel passt für Jung und Alt, ist neuartig, macht großen Spaß und ist deshalb auch zum Spiel des Jahres 2016 gekürt worden.

Bibliografische Daten:

Codenames / ein Spiel von Vlaada Chvátil
Waldürn: Heidelberger Spieleverlag, 2015
Preis: € 16,95

Standort: Dieses Spiel finden Sie im 1. OG des RW21 im Bereich Erwachsenenspiele neben den Regalen für Hobby und Freizeit.

Dieser Medientipp wurde Ihnen von Frau Steidinger empfohlen, Assistentin an Bibliotheken mit dem Lektorat „Spiele für Erwachsene“.

Medientipp Juni 2016

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J. Paul Henderson: Letzter Bus nach Coffeeville

„Drei in jeder Hinsicht ziemlich älteste Freunde reisen in einem klapprigen Tourbus der Beatles durch die USA. Gene, ein Arzt im Ruhestand, versucht ein ungewöhnliches Versprechen einzulösen, das die Südstaatlerin Nancy ihm als Studentin in der ersten Liebesnacht in Pennsylvania abgenommen hat: ihr zu helfen und sie zurück nach Mississippi zu bringen, falls sie dereinst die in ihrer Familie scheinbar erbliche „Krankheit des Vergessens“ bekommen sollte. Nach jener Nacht verschwand Nancy spurlos. Vierzig Jahre später ruft sie wieder an.

Die Magical Mystery Tour beginnt. Als Dritter fährt Bob mit, ein Vietnamveteran, der gelernt hat, es mit heimtückischen Gegnern aufzunehmen.“

Soweit zum Klappentext. Das Buch landete auf meinem Lesestapel, da es in der Presse immer wieder gut besprochen wurde und ich eine Abwechslung zu meinen sonstigen Büchern haben wollte. Der Roman greift wichtige Themen wie die Alzheimererkrankung und die regelmäßig diskutierte Sterbehilfe auf. Der Autor selbst hatte eine an Alzheimer erkrankte Mutter und schreibt aus diesem Grund, wie ich finde, sehr realistisch über dieses Thema. Die Protagonisten habe ich als sehr liebenswürdig empfunden, aus diesem Grund hat es mir Spaß gemacht ihren Erzählungen zu folgen. Da haben wir Gene, ein siebzig-jähriger Arzt, der bei einem Unfall Frau und Tochter verloren hat und seitdem sehr zurückgezogen und in sich gekehrt lebt. Bis eines Tages Nancy anruft.
Nancy selbst ist eine ältere Frau, die sich in ihrer Jugend sehr gegen die Rassentrennung in Amerika eingesetzt hat. Sie ist Lehrerin und erliegt nach und nach dem Leiden ihrer Krankheit. Bob, der beste Freund von Gene und Nancy, ist ein „toter“ Kriegsveteran, der vor vielen Jahren seinen Tod vorgetäuscht hat um ein neues Leben anzufangen. Außerdem gibt es Jack, ein Mann, der mit der ständigen Angst lebt irgendwann eine Glatze zu bekommen. Eric, weder taub noch stumm, ist aus einem Taubstummen-Internat geflohen um seine verschwundene Cousine Susanne zu finden.

Alle Figuren des Buches haben ihre eigene Geschichte zu erzählen. Sie landen allesamt in einem Tourbus mit der Hoffnung, ihre Probleme lösen zu können, allem voran aber Nancys letzten Wunsch zu erfüllen.

Paul Hendersons Geschichte ist ein irrwitziger, trauriger und sehr menschlicher Roadtripp in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Insgesamt ist es ein sehr gelungener Roman eines talentierten Schriftstellers, der versucht uns zu lehren, wie wichtig ein jener Mensch in unserem Umfeld ist und das Freundschaft und Liebe keine Zeit und kein Alter kennt.

Bibliografische Daten:

J. Paul Henderson:
Letzter Bus nach Coffeeville
Diogenes – Zürich : 2016. – 520 S.
ISBN: 978-3-257-06959-4               Preis: 24,00€

Standort: Dieses Buch finden Sie im 2. OG des RW21 im Bereich Belletristik unter dem Standort: Zba Hend J

Dieser Medientipp wurde Ihnen von Frau Celik empfohlen, Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste mit dem Lektorat Hörbücher für Erwachsene.

Medientipp Mai 2016

Medientipp Mai

Art Wolfe: Meisterhaft getarnt : von der Kunst nicht gesehen zu werden

Hier finden Sie einen faszinierenden Farbbildband über die perfekte Kunst der Tarnung im Tierreich. Tarnung und Täuschung sind in der Natur überlebenswichtig. Wer sich möglichst unsichtbar machen kann, hat eine größere Chance zu überleben. Tiere, die diese Kunst perfekt beherrschen, fotografierte Art Wolfe 20 Jahre lang.
Ein Seehund ruht zwischen Felsen und Algen, ein Eisbär verschwindet fast völlig zwischen Schneefeldern und Felsen, ein Rotfuchs löst sich im herbstlichen Wald scheinbar auf, und was wie eine zarte Orchidee aussieht, entpuppt sich als räuberische Fangschrecke.

Art Wolfe ist einer der bedeutendsten Naturfotografen unserer Zeit, ist engagierter Naturschützer und lebt in Seattle. Er hat über 60 Bücher veröffentlicht und produziert Fernsehsendungen und Videos.
Im Vorwort erklärt Wolfe, wie die Aufnahmen entstanden sind und erklärt die verwendeten Techniken: Ausdehnung der Schärfentiefe, Maßstab und Platzierung, sowie Ablenkung vom Objekt.
Die großformatigen Farbfotografien faszinieren sofort und ziehen den Betrachter in einen fast magischen Bann.

Dieses Buch lädt Groß und Klein zum Suchen ein! Zu jedem Bild gibt es am Ende eines jeden Kapitels eine Erläuterung zum jeweiligen Tier, dessen Vorlieben und Lebensraum. Über das Register sind die Tiere leichter zu finden, das Inhaltsverzeichnis bietet einen schnellen Überblick über die Kapitel Amphibien, Vögel, Fische & Krebstiere, Wirbellos, Säugetiere und Reptilien. Als kleines Manko kann die nicht durchgängige Seitennummerierung und der teils große Abstand zwischen Tierfotografie und Erläuterung gelten. Der Bildband ist kleiner als sein Vorgängerband „Kunst der Tarnung“,welcher 2005 erschienen ist, allerdings ist er dennoch recht schwergewichtig. Insgesamt betrachtet, faszinieren die wunderschönen Farbfotografien und spektakulären Blickwinkel. In den Suchbildern sind kleine Kunstwerke entstanden, die jeden auf Entdeckungsreise mitnehmen. So bewahrheitet sich, was der Verlag Knesebeck über sich selbst sagt: er ist der Verlag für besondere Bücher. Diese deutsche Erstausgabe des Originaltitels „Vanishing act“ ist tatsächlich etwas Besonderes!

Aus dem Vorwort von Art Wolfe: „Manche halten es für ein ideales Kinderbuch – aber warum soll der Spaß allein den Kindern vorbehalten bleiben? Ich hoffe, auch Sie haben Freude daran, auf Entdeckungsreise zu gehen und sich davon überraschen zu lassen, wie die Evolution dafür gesorgt hat, dass all diese Tierarten bis heute überleben konnten.“

Bibliografische Daten:

Wolfe, Art:
Meisterhaft getarnt : von der Kunst nicht gesehen zu werden / Art Wolfe.
Dt. Erstausg.; Knesebeck – München : 2015. – 222 S. : überw. Ill.
ISBN: 978-3-86873-810-0                Preis: 29,95€

Standort: Dieses Buch finden Sie im 1. OG des RW21 im Bereich Natur & Technik bei den Naturwissenschaften unter dem Standort: Uhm 3 Wol.

Diesen Medientipp erhielten Sie von unserer Lektorin für Pädagogik, Naturwissenschaften, Lernhilfen ab Klasse 8, Mathematik und Noten für Erwachsene, Dipl.-Bibliothekarin Heike Enders.

Medientipp April 2016

Medientipp

Pflanzen-Schätze: Sammler, ihre Gärten und ihre faszinierende Leidenschaft

Bald ist es soweit: die Landesgartenschau in Bayreuth öffnet ihre Pforten und wird sicher zahlreiche Gartenliebhaber in ihren Bann ziehen. Deshalb soll an dieser Stelle auf ein besonderes Gartenbuch aufmerksam gemacht werden, das sich von der Masse der jährlich erscheinenden Ratgeber abhebt und völlig zu Recht mit dem „Deutschen Gartenbuchpreis 2015“ ausgezeichnet wurde. „Pflanzen-Schätze“ stellt in 18 Kapiteln außergewöhnliche Menschen und deren leidenschaftliche Beziehung zu ihren Lieblingspflanzen in den Mittelpunkt.

Bereits die Blüte auf dem Cover verzaubert den Betrachter, erscheint sie doch beinahe unwirklich. Sie ist dem „Blumenretter“ Friedrich Moye zu verdanken, der die zu Zeiten Goethes noch sehr beliebten Aurikeln, die plötzlich aus der Mode gekommen waren und wie Unkraut gejätet wurden, von den Komposthäufen anderer Gärten rettete. Heute kultiviert er rund 850 Sorten und verschickt sie an andere Sammler. Auch die „Glockenspielerin“ Olive Mason war schon seit Kindertagen von Schneeglöckchen fasziniert und lockt mit ihrem Garten in Worcestershire viele Liebhaber der kleinen „snowdrops“ an, die selbst bei widrigen Wetterbedingungen auf dem Boden kauern, um die Blüten in ihrer ganzen Vielfalt bewundern zu können. 400 Sorten, darunter kostbare Raritäten, warten auf die Besucher. Ebenfalls aus Großbritannien stammt Terry Baker, der „Hüter der Hüte“, der sich ganz seiner Passion, dem giftigen Fingerhut, hingegeben hat. Für die Kultivierung seiner botanischen Schätze hat er bereits mehrere Medaillen gewonnen. Weitere porträtierte Pflanzensammler sind beispielsweise der „Herr der Zwerge“, der sich dem unterschätzen Alpenveilchen widmet oder der „Hexenmeister“, der völlig der Faszination der Zaubernuss erlegen ist.

Die studierte Landschaftsarchitektin und Journalistin Stefanie Syren erzählt aber nicht nur berührende persönliche Anekdoten, sondern vermittelt auch Wissenswertes über die einzelnen Pflanzen-Schätze und nennt Bezugsquellen für selbige. Dass dieses Buch ein besonderes Leseerlebnis für alle Garteninteressierten bietet, ist jedoch auch der Fotografin Elke Borowski zu verdanken. Ihre stimmungsvollen Bilder offenbaren die Schönheit der einzelnen Gattungen und lassen so den Wunsch entstehen, diese im eigenen Garten anzusiedeln.

Bibliographische Angaben:

Pflanzen-Schätze: Sammler, ihre Gärten und ihre faszinierende Leidenschaft
Mücnchen: BLV Verlag           179 S.: überw. Ill. (farb.)
ISBN 978-3-8354-1306-1        39,99 €

Standort: Sie finden das Buch im 1. OG des RW21 im Bereich Lebensart bei Haus & Garten und hier unter Garten-Gartenblumen.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von Dipl.-Bibliothekarin Vera Wehrle, Lektorin u.a. für den Bereich Haus & Garten

Medientipp März 2016

(c) Reclam Verlag

Künstlerhäuser : Ateliers und Lebensräume berühmter Maler und Bildhauer von Bodo Plachta

Dieser Text- Bild-Band zeigt Wohn- und Arbeitsstätten von Malern und Bildhauern in ganz Europa. Nach einer Einführung in die Geschichte von Künstlerhäusern beschreibt Bodo Plachta  in sieben Kapiteln die unterschiedlichen Typen von Künstlerbehausungen. Der zeitliche Rahmen reicht von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert.
Vom Künstlerhaus als Wohn- und Arbeitsstätte, vom repräsentativen Palast oder der Künstlervilla bis zu Häusern in Künstlerkolonien oder stillen Rückzugsorten der inneren Emigration reicht die Spannweite. Dazu ein Kapitel über Künstlerhäuser für die der umgebende Garten oder die Landschaft eine große Rolle spielt und ein Abschnitt über Ateliers, die gleichzeitig Lebensräume waren. In diesem Zusammenhang erfährt man auch biographische Details zum jeweiligen Lebensabschnitt des Künstlers.
Achim Bednorz hat diese Häuser, Gärten und Innenräume meisterhaft fotografiert, so dass die typische Atmosphäre sichtbar wird und dem Betrachter einiges über die jeweilige Künstlerpersönlichkeit verrät.
Viele dieser Häuser befinden sich in Deutschland, z.B. die Liebermann-Villa in Berlin oder die Villa Stuck in München, das Gabriele-Münter-Haus in Murnau oder das Nolde-Haus mit Garten in Seebüll. Auch die Künstlerkolonien Worpswede und Mathildenhöhe in Darmstadt, sowie das Bauhaus werden vorgestellt. Im Anhang befindet sich ein Adressenverzeichnis aller aufgeführten Häuser mit Internetadresse, so dass Sie sich vor Ihrer nächsten Reise über Öffnungszeiten informieren können, um dem genius loci selbst nachzuspüren. Außerdem bietet der Band durchaus Anregungen zur Farbgestaltung von Innenräumen oder Gärten der eigenen Behausung, denn laut Joseph Beuys ist jeder ein Künstler.

Bibliographische Daten:
Künstlerhäuser : Ateliers und Lebensräume berühmter Maler und Bildhauer / Bodo Plachta. Fotografien von Achim Bednorz.
Stuttgart: Reclam, 2014. – 287 S.: zahlr. Ill. (farb.)
ISBN 978-3-15-010942-7      39,95 €

Standort:  RY Kün 1.OG im Bereich Kunst&Geschichte
Diesen Medientipp erhielten Sie von Gerda Schramm, Leiterin der Kinderbibliothek und Lektorin der Gruppe Kunst.

Medientipp Februar 2016

(c) Kiepenheuer & Witsch

Dave Eggers: Der Circle

Mae Holland (24 Jahre) betritt den Campus des derzeit angesagtesten Internetkonzerns und ist rundum begeistert. Quasi alles ist möglich im „Circle“, der seinen Sitz in Kalifornien hat und soziale Netzwerke wie Google, Apple, Facebook und Twitter bereits geschluckt hat. Die kreativsten Köpfe weltweit werden angeworben und sollen das Unternehmen voranbringen mit dem Ziel den „Circle“ (Firmenlogo siehe Cover) zu vollenden.

Generell ist jede Information gesichert und für alle „Circler“ jederzeit abrufbar in der Cloud, nichts wird gelöscht. Mae bekommt sofort einen eigenen Laptop und ein Handy mit ihrem Namen drauf. Ihre privaten Daten von ihren eigenen Geräten werden einfach in ein paar Sekunden synchronisiert und sind somit in der firmeneigenen Cloud. Aus einem Bildschirm werden in Kürze neun, denen Mae jede Minute ihre Aufmerksamkeit schenken muss. Sie arbeitet anfangs in der Kundenbetreuung und muss nahezu ein Ranking von 100 % erreichen, sonst wird sie zu Besprechungen von ihrem Chef eingeladen. An Schlaf ist zum Teil nicht mehr zu denken, Mae übernachtet immer häufiger im Wohnheim des „Circle“ und bekommt Macht und Anerkennung durch zig Tausende von Posts. Es ist wie eine Sucht, Sie möchte unbedingt zu den Besten gehören und beliebt sein.
Die Ideologie der Firma: Alles muss transparent sein, keiner sollte Geheimnisse haben, weder Politiker, noch Eltern usw.. „Circle“ hat bereits eine Monopolstellung erreicht, und bis alle Menschen „transparent“ werden, ist es nicht mehr weit. Der Circle, der von den Drei Weisen geführt wird, setzt weltweit heimlich Kameras ein, um jeden Vorgang aufzunehmen. Die Firma ist freundlich, bietet unendlich viele Freizeitaktivitäten, hat eine eigene Klinik, Mensa etc. auf dem Campus. Sogar Maes kranker Vater wird vom „Circle“ mitversichert. Ein Traum und eine Auszeichnung, dort arbeiten zu dürfen. Alles, was man tun muss, ist, seine Meinung zu zig Tausenden Dingen zu posten und anderen mitzuteilen – so scheint es zumindest.

So verwundert es nicht, dass Mae bald selber „transparent“ wird und mit einer Kamera um den Hals rumläuft und zur Moderatorin des Circle-Campus wird. Kritik sieht sie nicht, auch nicht von ihrem Ex-Freund Mercer bzw. dem fremden Kalden, den sie manchmal im Campus entdeckt. Mae’s Reputation im „Circle“ wächst enorm, selbst ihre Eltern werden in peinliche Situationen verwickelt. Kann Mercer Mae zur Vernunft bringen und wer ist eigentlich dieser Kalden, den man im Campus als einzigen nicht orten kann? Kalden warnt Mae, dass der Kreis sich nicht schließen darf, es wäre schlecht für sie und die Menschheit…

Fazit:
Ein spannendes und aktuelles Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte. Obwohl es in der Zukunft spielt, spiegelt es zum Teil schon jetzt unsere digitale Welt wieder. Es regt zum Nachdenken an, wie „gläsern“ und „transparent“ man sein möchte. Was bringt uns das „sharing“ (teilen) von fast jeder kleinsten Information? Gibt es nicht auch Nachteile?

Bibliographische Daten:
Eggers, Dave:
Der Circle : Roman / Dave Eggers. – 4. Aufl. – Köln : Kiepenheuer & Witsch, 2014. – 560 S.
ISBN 978-3-462-04675-5 / 3-462-04675-6

Sie finden das Buch im 2. OG des RW21 im Bereich Belletristik unter dem Standort: Zba Egge D. Auch als Hörbuch, E-Book u. englischsprachige Ausgabe bei uns vorhanden.

Das Buch von Dave Eggers  wurde 2015 von der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und richtet sich daher auch an Jugendliche ab 13 Jahren. Der Roman wird gerade verfilmt.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste Frau Ring, u. a. Lektorin für Musikbücher und Lebensgeschichten.

Medientipp Januar

MedientippJanuar

Cameron Carpenter: If you could read my mind

Als erster Organist überhaupt war Cameron Carpenter für den Grammy Award nominiert, und zwar mit seinem Album „Revolutionary“, das im Jahr 2008 veröffentlicht wurde. Sein Repertoire reicht von allen Werken Johann Sebastian Bachs und Cesar Francks bis zu eigenen Kompositionen und Arrangements von Popsongs und Jazz-Standards. An allen bedeutenden Orten der Welt trat er bereits auf, darunter die Royal Albert Hall, das Leipziger Gewandhaus, die Berliner Philharmonie, das Wiener Konzerthaus die Davies Hall in San Francisco.  Dank der Konzertveranstalter Musica Bayreuth,  auch in der Bayreuther Stadthalle. (vgl. Theaterkritik ) Carpenter verfügt über eine unglaubliche Virtuosität und Musikalität, so dass seine Konzerte weit über das hinausgehen, was man landläufig in einem Orgelkonzert erwartet. Um räumlich nicht gebunden zu sein, ließ Carpenter sich eine imposante, transportable Digital-Orgel nach seinen eigenen Vorstellungen bauen – mit vielen Samples berühmter Orgeln aus aller Welt.

Zur Person: Cameron Carpenter wurde 1981 in Pennsylvania, USA, geboren, führte Carpenter mit elf Jahren erstmals J.S. Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ auf und wurde 1992 Mitglied der American Boychoir School. Neben seiner Mentorin Beth Etter zählten John Bertalot sowie James Litton zu seinen Lehrern. Während seines Studiums an der North Carolina School of Arts (Komposition und Orgel) transkribierte er über 100 Werke für Orgel; die ersten eigenen Kompositionen entstanden während seiner Zeit an der Juilliard School New York. 2011 wurde sein Konzert für Orchester und Orgel „Der Skandal“ von der Deutschen Kammerphilharmonie in Köln uraufgeführt. 2012 erhielt er den Leonard-Bernstein-Award des Schleswig-Holsteins Musik Festival.

Stimmen: „Er führt die Orgel back to the roots – sinnlich, wild und exuberant.“ (Audio, August 2014)
„Virtuos bis zum „Geht nicht mehr“

Fazit: Nach dem grandiosen Konzert in der Stadthalle Bayreuth bleibt zu wünschen, dass dieses Ausnahmetalent seine eigenen Stücke weiter voranbringt und bald mit neuen Veröffentlichungen am Start ist. Uns bleibt vorerst nur die CD Einspielung mit gelungener Bonus DVD zum Nachhören und Sehen. Freuen Sie sich auch 2016 wieder auf interessante Musik CD´s, nicht nur aus dem Bereichen Populäre Klassik.

Bibliographische Daten:
If you could read my mind / Cameron Carpenter . – [München] : Sony, 2014. – 1CD+DVD
FSK: 0.- Bonus-CD mit Musikclip, Dokumentation.-
ISBN 888837968829      15,99 €

Standort:  UG Populäre Klassik C.
Diesen Medientipp erhielten Sie von unserer Fachangestellten für Medien& Informationsdienste Frau Richwald Lektorin für Musik CD´s.

Medientipp im Dezember 2015

 

 

(c) Herbert Hertramph Verlag

(c) Herbert Hertramph Verlag

Mit Evernote Selbstorganisation und Informationsmanagement optimieren. Von Herbert Hertamph.
Was auf den ersten Blick wie ein kleines Softwareprogramm zum Erstellen von Notizen aussieht, ist tatsächlich ein effektives Organisationstool. Innerhalb kürzester Zeit hat sich Evernote zur Standard-App für das Smartphone und Tablet entwickelt. Notizen, Termine, Dateien, Fotos, Websites, Blogartikel – alles, was Sie sich im Alltag merken möchten, können Sie sich in übersichtlichen Notizbüchern darstellen lassen. Evernote ist unabhängig vom Betriebssystem, d.h. Sie können von jedem Gerät aus auf Ihre Notizen zugreifen und alle Änderungen werden sofort synchronisiert.

Herbert Hertramph gibt zunächst eine kompakte Einführung in das Programm von der Installation bis zum Erstellen der ersten Notiz. Danach stellt er zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten mit vielen Tipps und Tricks vor, die zum Teil sogar langjährigen Evernote-Nutzern noch unbekannt sind.
Sie erfahren auch, wie Sie die Suchfunktion professionell nutzen und Evernote in den Arbeitsalltag integrieren. Von der individuellen Gedächtnishilfe entwickelt das Tool sich so zum zuverlässigen Informationsmanagementsystem. Schließlich zeigt der Autor viele Beispiele aus der Praxis, die Anregungen für den eigenen Umgang liefern.

Über den Autor:
Herbert Hertramph ist Sozialwissenschaftler an der Universität Ulm und etablierte dort den Studienbereich »Media-based Learning and Instruction«. Wertvolle Tipps rund um das Thema Evernote finden Sie in seinem Blog notieren.de.

Fazit: Gut strukturiertes, interessantes und anwenderfreundliches Buch mit wertvollen Tipps zur optimalen Anwendung des Tools. Sicher hilft Ihnen die Smartphone App nicht nur durch die hektischen Vorweihnachtstage. In diesem Sinne geordnete Weihnachtsfeiertage.

Bibliographische Angaben: Hertramph, Herbert: Mit Evernote Selbstorganisation und Informationsmanagement optimieren / Herbert Hertramph. – 2. Aufl. – Heidelberg [u.a.] : mitp, 2014. – 317 S. : zahlr. Ill. – (Die kleinen Schwarzen)ISBN 978-3-8266-9506-3 kt. : 19,99€

Standort: Sie finden das Buch im 1. OG des RW21 im Bereich Natur & Technik unter dem Standort: Wcr 81 Evernote.

Diesen Tipp erhielten Sie von unserer Mitarbeiterin Dipl.-Päd. & Leiterin des Lernstudios Frau Bianka Hoffmann.
Ein Umfangreiches Veranstaltungsangebot zu verschiedenen Themen der Lern- und Selbstorganisation, sowie App & Technikschulungen finden sie unter dem Menüpunkt Lernstudio.

Medientipp November 2015

(c) Anaconda Verlag

(c) Anaconda Verlag

Graeme Donald : Glück und Zufall in der Wissenschaft – Spektakuläre Entdeckungen und Erfindungen

Bei vielen Entdeckungen in den Naturwissenschaften spielte der Zufall eine entscheidende Rolle – von „Glück“, wie es der Titelzusatz suggeriert, darf man aber beileibe nicht bei allen von dem englischen Wissenschaftsjournalisten Graeme Donald vorgelegten 24 Beispielen sprechen. Das Telefon, der Mikrowellenofen, Penizillin oder Post-its gehören sicher zu den mehr oder weniger segensreichen Erfindungen, wohingegen etwa bei LSD die Meinungen schon wieder deutlich auseinandergehen.
Eigentlich ganz und gar kein „glücklicher“ Zufall war dagegen mit Sicherheit die Entdeckung von Senfgas, wobei diverse auf diesem teuflischen chemischen Kampfstoff basierende Wirkstoffe inzwischen in der Krebstherapie angewandt werden. Oder die Lobotomie, ein operativer Eingriff in die weiße Gehirnsubstanz bei bestimmten psychiatrischen Krankheiten, der zigtausenden Menschen wenn nicht das Leben, so zumindest die Lebensfreude raubte. Eines der unseligsten Beispiele des Buches ist die Entdeckung von Thalidomid, dem Wirkstoff des später auf skrupellose Weise massenhaft verbreiteten „Beruhigungsmittels“ Contergan – selbst dann noch, als allen Verantwortlichen beim Hersteller Grünenthal die Gefahr von massenhaften Fehlgeburten und Missbildungen bekannt sein musste.
In einer ganzen Reihe von Kapiteln geht es wahrlich explosiv zu, exakt nach der landläufigen Vorstellung eines chemischen Laboratoriums, in dem wild herumexperimentiert wird. Die zufällige Erfindung des Nitroglyzerins gilt dafür als Paradebeispiel, aber auch der haarsträubend sorglose Umgang mit waffenfähigem Uran bei den frühen Atomversuchen lässt einen heute noch erschaudern.
Wir erfahren auch, dass sogar Zellulose – ein zunächst harmlos klingender Begriff – etwas Explosives an sich hat, und zwar bei der Behandlung von Holzfasern mit Salpetersäure. Diese Entdeckung führte sogar zu einem besonderen Kuriosum: nachdem die steigende Nachfrage nach Billardkugeln (aus Elfenbein!) den Bestand des Afrikanischen Elefanten massiv bedroht hatte und man nach einer synthetischen Alternative suchte, sorgten nitrozellulosehaltige Kugeln beim Zusammenstoßen während des Spielens ständig für Explosionen. Ein Saloonbetreiber in Colorado beklagte sich daraufhin, dass wegen der andauernd explodierenden Kugeln auf dem Billardtisch so manche erschreckte Gäste ständig ihre Revolver zückten und loszuballern drohten.
Das unschlagbar preisgünstige Buch (7,95 €) ist witzig geschrieben, amüsant und spannend zu lesen und räumt auch mit so manchen Mythen um spektakuläre Entdeckungen auf. So ignorierte beispielsweise Darwin maßgebliche Indizien für die Artenvielfalt auf den Galapagos-Inseln, indem er konkrete Hinweise (unterschiedliche Wölbung der Panzer bei Schildkröten) in den Wind schlug, stattdessen wahllos Schildkröten zu  Speisezwecken für den nächsten Reiseabschnitt einsammelte und die Panzer schließlich gedankenlos über Bord warf. Auf diese Weise aß er sozusagen die Beweise für die Evolution einfach auf – lange bevor ihm die „Erleuchtung“ zur natürlichen Selektion der Arten und zur Abstammung des Menschen widerfuhr.
Fazit: eine lohnenswerte, kurzweilige Lektüre mit vielen Aha-Effekten!

Bibliographische Angaben: Donald, Graeme : Glück und Zufall in der Wissenschaft – spektakuläre Entdeckungen und Erfindungen. – Köln : Anaconda Verlag, 2015. – 239 Seiten. – ISBN: 978-3-7306-0202-7. Fest gebunden : im Buchhandel EUR 7,95.
Standort: Sie finden das Buch im 2. OG des RW21 im Bereich Literatur & Lernen bei der Sachgruppe Allgemeines unter dem Standort: Adl Don.
Diesen Tipp erhielten Sie von unserem Mitarbeiter Dipl.-Bibliothekar Herrn Hedler.

Medientipp Oktober

(c) One Verlag

(c) One Verlag

 

Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken von Sabaa Tahir

Er – Geschaffen von der Regierung um als Elite-Krieger die silberne Maske der Macht voller Stolz und ohne Erbarmen zu tragen.
Sie – Gefangen in einem Leben voller Furcht und Gewalt. Täglich der Willkür der Herrschenden ausgesetzt.
Elias & Laia – Sie stehen für unterschiedliche Seiten und doch sind Ihre Wege schicksalhaft miteinander verbunden.

Der spannende Roman von Sabaa Tahir spielt in einer Fantasywelt, in welcher viele verschiedene Völker existieren. Ein Großteil der Bevölkerung gehört der Gruppe der „Kundigen“ an, welche seit vielen Jahrzehnten auf grausame Weise von den „Martialen“ unterdrückt und beherrscht wird.
Elias, einer der Hauptprotagonisten, steht für die Seite der Herrscher, der Unterdrücker – des vermeintlich Bösen. Er ist Angehöriger eines der edelsten Geschlechter der Martialen und steht als bester Schüler kurz vor seinem Ziel in der Militärakademie von Schwarzkliff – der Ernennung zur Maske. Doch während der langen Zeit der Ausbildung, die nur etwa die Hälfte der Schüler überlebt, sind Zweifel an dem grauenvollen Regime und den brutalen Methoden der Akadamie in ihm gewachsen. So plant er die unter Todesstrafe stehende Desertation, um sich selbst nicht zu verlieren und dem herrschenden Imperium zu entkommen.
Auf der anderen Seite steht Laia, Angehörige des Volkes der Kundigen. Durch den blutigen Übergriff einer Maske verliert sie ihre Familie, ihr Bruder wird verschleppt. Da ihr nichts mehr bleibt und die Verzweiflung über die Machtlosigkeit gegenüber dem Regime ihre Gedanken beherrscht, schließt sie sich dem Wiederstand an. Diese schleusen Laia als Sklavin nach Schwarzkliff ein, um an Informationen aus erster Hand zu kommen. Auf schmerzhafte Weise muss Laia lernen, dass Sklaven in dieser Bevölkerungsschicht völlig wertlos sind, doch die Zeit bis zur Hinrichtung ihres Bruders läuft unerbittlich ab.
Das Thema ist nicht neu – Ein Volk ist an der Macht, herrscht unerbittlich über ein anderes und hält dieses als Sklaven und zwar mit fester, brutaler Hand, die keine Schwäche verzeiht. Dennoch ist dieser Titel auf erfrischende Weise anders.  Die Handlung bleibt stets spannend und wird durch eine Liebesgeschichte ergänzt, die den Roman nicht dominiert, sondern sympathisch im Hintergrund agiert. Intrigen, unerwartete Wendungen und vielfältige Charaktere gestalten die Geschichte abwechslungsreich. Ebenso bekommt man durch die wechselnde Erzählsicht der Protagonisten einen Einblick in deren Gefühlswelt. Im Großen und Ganzen ist die Story gut durchdacht, überzeugt mit einem flüssigen Schreibstil der Autorin und lässt, anders als ursprünglich angekündigt, auf eine baldige Fortsetzung hoffen.
Bibliographische Angaben: Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken / Sabaa Tahir. Übers. aus dem amerikan. Engl. von Barbara Imgrund. – Köln : One, 2015. – 509 S. EST:  An ember in the ashes Aus dem Engl. übers. ISBN 978-3-8466-0009-2 / 3-8466-0009-1

Standort: Unter 5.2. Tah : Fantasy in der Leseinsel im EG oder unter fantasy+sci-fi im Marktplatzbereich unter Bestsellern.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von Vanessa Amschler, Lektorin für Hobbyliteratur und die Franken-Onleihe.

Medientipp September

(c) Knesebeck

September 2015

Auf den Spuren von Jane Austen

Kommen Sie mit auf eine literarische Landpartie! Kim Wilson hat einen attraktiven Text-Bildband über Jan Austen geschrieben, reichhaltig illustriert, mit Reproduktionen von zeitgenössischen Gemälden, Landkarten sowie aktuellen Farbfotos. Die einzelnen Kapitel behandeln neben Austens Wohnorten auch ihre Reisen, ihre Aufenthalte am Meer, in London und in diversen Herrenhäusern. Die amerikanische Autorin beschreibt diese Schauplätze damals und heute. Zudem lässt sie häufig Jane Austen selbst zu Wort kommen in Auszügen aus ihren lebhaft-witzigen Briefen und stellt durch viele Romanzitate immer wieder den Bezug zum Werk her.

Jane Austen (1776-1817) ist die beliebteste und meistgelesene britische Autorin. Romane wie „Stolz und Vorurteil“, „Emma“ oder „Mansfield Park“, schildern lebhaft und mit spitzem Humor die Gesellschaft ihrer Zeit.

Etwas in Vergessenheit geraten, wurde Austens Werk in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch Virgina Woolfs literarische Essays wieder populär, viele Romane wurden zu Kinohits. Gehen Sie mit diesem Buch auf die Reise, imaginär oder nehmen Sie diesen Band als Grundlage für Ihre nächste Urlaubsplanung. Im Anhang finden Sie Internet-Adressen zu Jane Austen (Reiseziele, Jane-Austen-Gesellschaften), Bibliografie und Register.

Mit diesem Buch möchte ich Sie auf eine Abteilung unseres Hauses aufmerksam machen, die gerne etwas übersehen wird, obwohl sie auf dem direkten Weg zu unseren Romanen liegt. Biegen Sie bei der Rolltreppe im 2. OG nicht gleich nach rechts ab – geradeaus geht es zur Abteilung “Literatur“ und hier finden Sie viele schöne, unterhaltende und spannende Bücher / Hörbücher über Autoren, deren Leben und Werk, von Austen bis … Mark Twain in Berlin, aber sehen Sie selbst!

Bibliographische Angaben:
Wilson, Kim : Auf den Spuren von Jane Austen : die Schauplätze ihres Lebens und ihrer Roman / Kim Wilson; Aus dem Englischen von Maria Meinel. – München : Knesebeck, 2015. – 144 S. ISBN 978-3-86873-742-4.

Standort:
Sie finden das Buch im 2.OG des RW21 im Bereich Literatur unter dem Standort: Pyk Austen J Wil.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von Sigrid Seebach-Blum, Lektorin für Literatur -,,Technik-, Wagner- und Fremdsprachige Literatur.

Medientipp

(c) Lambert Schneider Verlag

August 2015

Büchergrüfte von Eric W. Steinhauer

Am Anfang, bevor wir uns den Fragen zuwenden, „warum Büchersammeln morbide und Lesen gefährlich ist“, steht die Entwarnung: Das nun Folgende bezieht sich keineswegs aufs RW21, das freundlich lebhafte Haus am Ende der Fußgängerzone in Bayreuth. Doch andernorts in der Bücherwelt lauert Verborgenes, Verfall und Tod, wie uns Eric Steinhauer, Jurist und Direktor der Universitätsbibliothek Hagen, morbide und charmant in seinem skurrilen Buch erzählt: Äußerlich ist es elegant und bibliophil gestaltet, mit und morbiden Symbolen im Text und Totenkopf auf schwarzem Einband. Der Inhalt vermittelt Lehrreiches wie Unterhaltsames, angereichert mit Anekdoten und Zitaten rund um Bibliotheken.
Für Jorge Luis Borges waren Bibliotheken Paradiese. Wohl dem, den es nicht nur im Diesseits, sondern auch im Jenseits dorthin führt! Berühmte Beispiele für Bibliotheksbestattungen sind: Trajan in der Bibliotheca Ulpia, Ariosto im Palazzo Paradiso in Ferrara und (zumindest der Schädel von) Goethe (vorübergehend) im Rokokosaal der Weimarer Bibliothek. Massenweise Tote ließen sich in Bibliotheken finden, die im Mittelalter als Kirchen genutzt wurde, wie die Unibibliothek Göttingen. Mumien dienten in den Wunderkammern des 16. Jahrhunderts – wie andere „natürliche“ Beigaben – der Veranschaulichung der Buchinhalte, in Zeiten der Papierknappheit gar als Daten- und auch Milzbrandträger.  Papiermühlen verbreiteten nicht nur diesen „Fluch des Pharao“, sie lösten sogar  – viel gravierender – Pestwellen aus. Denn die Lumpen, die zur Papierherstellung verwendet wurden, übertrugen – durch die Flöhe in der Kleidung von Pesttoten – mitunter das Bakterium. Nicht nur Papier, auch Bücher standen einst im Verdacht, ansteckend zu sein, z.B. als Überträger von Tuberkulose. Heutzutage kann zwar nahezu ausgeschlossen werden, dass Bücher physische Krankheiten verursachen. Offen bleibt jedoch die mögliche Auslösung von  psychische Erkrankungen: Die Bibliolatrie äußert sich in der übertriebenen Anbetung von Büchern oder aber in der starren Fixierung auf das geschriebene Wort. Lukubration entsteht durch intensives Lesen zu nächtlicher Zeit, zur Geisterstunde, in der die Fiktion mit der Realität verschwimmt und der Geist der (Un-) Toten vampirgleich die Lebenden ergreift… So schlimm muss es gar nicht kommen. Allein die bloße Gewissheit, bei einer täglichen Lesezeit von 6 Stunden maximal 3.800 Bücher in 75 Lebensjahren zu schaffen, versetzt den passionierten Leser – angesichts von jährlich 90.000 Neuerscheinungen – in tiefste Melancholie.
Nach all den historischen Rückblicken schließt  das Buch mit einem Blick in die Zukunft, einem emotionalen Plädoyer für das physische Buch: „Es verleiht einer zunächst nur abstrakt vorliegenden geistigen Schöpfung eine sinnlich erfahrbare Präsenz, einen konkreten Ort“ (S. 127). Auch Bibliotheken weissagt Steinhauer eine große Zukunft „als Orte, an denen Menschen mit ihren Gedanken und Gefühlen über den Tod hinaus erfahrbar und präsent bleiben, als Büchergrüfte, in denen die Leser sich ihrer eigenen Endlichkeit stellen können“ (S. 133).
Viel Spaß bei der Lektüre und der Entdeckung noch vieler anderer literarischer Kuriositäten wünscht Ihnen Claudia Dostler, lt. Belá Hamvas als Bibliothekarin „grau wie Kellerasseln… die Augen ohne Schimmer… kurzsichtig.. . ihre Bewegungen grotesk“ (S. 79)

Bibliothekarische Angaben:

Eric W. Steinhauer: Büchergrüfte : Warum Büchersammeln morbide ist und Lesen gefährlich. – Darmstadt: Lambert Schneider, 2014. – 144 S. : zahlr. Ill.

Standort:

Zu finden im 2. OG im Bereich Literatur & Lernen unter der  Signatur: Al Stei

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Dipl. Bibliothekarin Frau Dostler stellvertretende Leiterin.

2015Juni_Medientipp

Juni 2015

Zohre Esmaeli : Meine neue Freiheit

Das autobiografische Buch behandelt ein aktuelles Thema: Flucht und Integration in Deutschland. Zohre (13 J.) flieht 1999 mit ihrer Familie aus Kabul vor der Taliban. Ihr Vater sieht keine Perspektive mehr in seinem Heimatland Afghanistan und verkauft seinen ganzen Besitz, der für russische Schlepper und die Flucht benötigt wird. Die „Mafia“ soll ihre Familie nach Deutschland bringen. Dort leben schon einige Verwandte.

Die strapaziöse lange und gefährliche Flucht ist geprägt von Hunger, Gewalt, Angst und Kälte und nimmt den größten Teil des Buches ein. Die Familie reist über Russland, Tschechien und weitere Länder nach Deutschland. Zusammengekauert leben sie mit vielen anderen Flüchtlingen unter unhygienischen Bedingungen auf engsten Raum, werden z. T. auf Lastwagen geworfen – nach vielen Kilometern zu Fuß erreichen sie endlich ihr Ziel. Doch selbst in „Beautiful Germany“, ist Zohre nicht wirklich frei. Ihr Vater fühlt sich nicht angekommen und er kann nicht mehr für die Familie sorgen, da er nicht arbeiten darf.

Für Zohre bleibt Deutschland Afghanistan: Asylbewerberheime, strenge Vorschriften der Familie (kein Internet, Ausgehen, Schwimmen…). Heimlich lernt Zohre im Chatroom Björn kennen, einen Studenten aus Stuttgart. Bei ihm und seiner Familie lebt sie ein paar Jahre illegal. Als Zohre 16 Jahre alt ist, wird sie von der ehemaligen Miss Hessen auf der Straße in Kassel angesprochen, ob sie sich fotografieren lassen will (laut ihrer Tradition wäre das verboten). Zohre schickt später Fotos an eine Agentur und wird als Model engagiert. Sie wird von internationalen Modeagenturen gebucht und kommt so um die Welt. Zohre ist bislang das einzige bekannte Model aus Afghanistan.

Als sie verheiratet werden soll, fasst sie einen Entschluss, der ihr aus Liebe zur Familie, besonders zum Vater, schwerfällt. Sie verlässt die Familie, muss sich damit  auf die auf Rache sinnenden Brüder einstellen und lebt somit in ständiger Angst.

Sie will als junge Frau ein selbstbestimmtes Leben führen – in Freiheit und ohne Unterdrückung. Nach einem Jahr Abstand zur Familie beschließt sie, ihren Vater anzurufen. Zum Glück endet diese Familiengeschichte mit einer Versöhnung. Zohre lebt heute in Düsseldorf und engagiert sich für Hilfsprojekte in Afghanistan.

Das Buch ist spannend geschrieben und enthält Fotos von Zohre, die ihre verschiedenen Lebenswege zeigen.

Bibliothekarische Angaben:

Esmaeli, Zohre:
Meine neue Freiheit : von Kabul über den Laufsteg zu mir selbst / Zohre Esmaeli. Mit Barbara Opitz … . – Orig.-Ausg., 1. Aufl. – Köln : Lübbe, 2014. – 254 S. : Ill. – (Bastei-Lübbe-Taschenbuch ; 60772 : Erfahrungen)
ISBN 978-3-404-60772-3 / 3-404-60772-4      kart.: EUR 8,99

Standort:

Sie finden das Buch im 2.OG des RW21 im Bereich Lebensgeschichten unter dem Standort: Byk Esmaeli Z Esm.

Dieser Medientipp wurde Ihnen empfohlen von unserer Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste Frau Ring, u. a. Lektorin für Musikbücher und Lebensgeschichten.

Cover_Geschichte

Mai2015

Geschichte unserer Umwelt

Als Leser werde ich im Vorwort eingeladen, 60 in sich abgeschlossene Geschichten zu lesen. Dabei führen mich diese abenteuerlichen Zeitreisen von Peru bis nach Kanada, vom Gambia bis an den Ganges, vom Gelben Meer bis zum Atlantik. Sie zeigen wie der Mensch die Natur beeinflusst. Denn schon seit frühester Zeit hat der Mensch seine Umwelt geprägt und geformt; sei es als Jäger und Sammler, bei der Entwicklung des Ackerbaus, der Industrialisierung, durch den Bau von Atomkraftwerken oder durch die Abholzung des Regenwalds.
Dieser Text-Bildband möchte die Wechselwirkungen zwischen Natur und Umwelt einerseits und unserer Entwicklung, unserem Verhalten und unserer Geschichte andererseits aufzeigen.
Die Reisen führen zu den verborgenen Gärten der Osterinseln, zu den Wikingern nach Grönland, zum Quakfisch im Gelben Meer. Winiwarter und Bork wollen aufzeigen, wie wir aus der Geschichte im Sinne einer nachhaltigeren Zukunft lernen können. Umweltprobleme können nicht allein technisch gelöst werden. Ungleichheit und Gewalt führen zu Umweltbeeinträchtigungen. Wollen wir unseren Nachkommen eine lebenswerte Welt hinterlassen, so brauchen wir Vorsicht, Rücksicht, Weitsicht und Zuversicht.

Verena Winiwarter ist Professorin für Umweltgeschichte und Leiterin des Zentrums für Umweltgeschichte der Universität Klagenfurt, Standort Wien, und war Österreichs „Wissenschaftlerin des Jahres 2013“. Hans-Rudolf Bork ist Professor für Ökosystemforschung und Direktor des Ökologie-Zentrums der Universität Kiel. Er war von 2008 bis 2013 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geographie.
Das Buch bietet auf 165 Seiten eine gute Mischung aus Text und Bild und erschließt sich recht schnell durch ein Stichwortregister. Ein Literatur- und Quellenverzeichnis hilft Interessierten, tiefer in die Materie einzusteigen. Eine anregende Lektüre, durch die man ruhig auch mal zwischendurch blättern kann, da jede Doppelseite thematisch in sich abgeschlossen ist.

Bibliothekarische Angaben:

Geschichte unserer Umwelt : sechzig Reisen durch die Zeit / Verena Winiwarter ; Hans-Rudolf Bork. – Darmstadt : Primus, 2014. – 191 S. : zahlr. Ill., graph. Darst., Kt.

Standort:

Dieses Buch finden Sie im 1. OG des RW21 im Bereich Natur & Technik bei den Naturwissenschaften unter dem Standort: Uas 1 Win.

Diesen Medientipp erhielten Sie von unserer Lektorin für Pädagogik, Naturwissenschaften, Lernhilfen ab Klasse 8, Mathematik und Noten für Erwachsene, Dipl.-Bibliothekarin Heike Enders.

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April2015

My Sweet Pepper Land

Dieser fantastisch schöne Film entführt die Zuschauer ins „wilde Kurdistan“. In einem Dorf in Iraks Norden, im Grenz-gebiet zu Iran und Türkei, treffen zwei Personen aufein-ander, die dort zwar freiwillig sind, jedoch beide nicht  akzeptiert werden: die (unverheiratete) Dorfschullehrerin Govend und der ehemalige Freiheitskämpfer Baran, dem die Büroarbeit in der Stadt zu langweilig wurde, jetzt polizei-licher Ermittler. Die beiden Außen-seiter müssen sich mit dem örtlichen Clanchef Aziz Aga auseinandersetzen, der unumschränkt herrscht und sein Geld mit Schmuggel verdient. Aga sieht in der gebildeten jungen Frau eine Gefahr für die klassische, männlich dominierte Dorfgemeinschaft, den Polizisten versucht er erst zu bestechen, dann einzuschüchtern, da er seine Geschäfte bedroht sieht.

Und hier haben wir das klassische Setting eines Westerns: ein neuer Sheriff tritt gegen der lokalen Großgrundbesitzer / Viehbaron und seinen Schlägertrupp an, um Recht und Gesetz durchzusetzen, hat gegen die Übermacht eigentlich keine Chance, gewinnt aber aufgrund seiner Integrität und Gewitztheit den Kampf für sich. Nebenbei spielt eine schöne Dame eine weitere Hauptrolle. Gedeutet wird der Film vielfach als Parabel auf die Zustände in den autonomen  Kurdenregionen, wo die Befreiung von der Diktatur zwar die Städte modernisiert hat, aber die ländlichen Gebiete noch lange nicht in der Moderne angekommen sind.

Wie das nun in der rauen Landschaft, in den ärmlichen Verhältnissen filmisch umgesetzt wird, mit teilweise groteskem Witz, immer aber mit Augenzwinkern und einer Bewusstheit für die Genreregeln, das ist großartig anzuschauen. Das geniale Zusammenwirken von Bild und Musik, Story und Schauspielern garantieren einen abenteuerlichen, aber nicht zu aufregenden Fernsehabend aus einer für uns exotischen Welt.

Bibliothekarische Angaben:

My Sweet Pepper Land / Regie: Hiner Saleem. Drehb.: Antoine Lacomblez. – 2014. – 1 DVD (87 Min.)
Orig.: Frankreich, Deutschland, Kurdistan, 2013. – FSK: ab 12

Standort:

Diesen Film finden sie im UG des RW21 unter dem Standort Film.
Diesen Medientipp erhielten Sie von unserem Bibliotheksleiter, Jörg Weinreich.