Stadt Bayreuth

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26.02.2009

Region Bayreuth ist Bundessieger

Stadt und Landkreis gehören zu den Gewinnern im Bundeswettbewerb Bioenergie-Regionen

Die Gewinnerregionen des WettbewerbsDie Region Bayreuth ist Gewinner des Bundeswettbewerbs Bioenergie-Regionen und wird von Mai 2009 bis 2011 als Modellregion vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz mit 400.000 Euro gefördert. Landrat Hermann Hübner und Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl sehen hierin eine große Entwicklungschance für die Region.

Ziel der Förderung ist der Aufbau eines Bioenergie-Netzwerkes zur Nutzung des regionalen Bioenergie-Potenzials. Damit sollen die Abhängigkeit von Energieimporten verringert und die regionale Wertschöpfung erhöht werden – mit vorbildhaften Konzepten, die auf andere Regionen übertragbar sind. Insgesamt wurden 25 Modellregionen ausgewählt, weit über 200 hatten sich beworben.

Motto „Kunst ist Energie“

Nach dem Motto „Kunst ist Energie – in ihrer schönsten Form“ werden in der Bioenergie Region Bayreuth sieben Bioenergie-Fachvorhaben initiiert und über das Kunstprojekt „energyinart – Bioenergie | Info | Netzwerk | Kunst“ symbolisch verbunden. Der Brückenschlag zwischen Bioenergieprojekten und dem Themenkreis Kunst und Kultur präsentiert das Thema Bioenergie auf spektakuläre und informative Weise in der Öffentlichkeit und eröffnet damit neue Wege zur umweltverträglichen Nutzung des regionalen Bioenergiepotenzials. Geplant ist die Errichtung von Kunstwerken in unmittelbarer Nähe von Bioenergieeinrichtungen und –projekten beziehungsweise die künstlerische Umgestaltung der Anlagen selbst. Hierfür sollen international renommierte Künstler, Newcomer sowie regionale Kunstschaffende, Initiativen und Bildungseinrichtungen gewonnen werden, betonten die beiden Projektverantwortlichen Eva Rundholz und Bernd Rothammel.

Landrat Hermann Hübner gratulierte dem Regionalmanagement zu der erfolgreichen Bewerbung: „Die Umsetzung der Fachvorhaben aus dem regionalen Entwicklungskonzept wird einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wir brauchen solche Vorzeigeprojekte, die auch überregional eine große Bedeutung erlangen. Ein besonderer Dank gilt allen am Wettbewerbsverfahren beteiligten Netzwerkpartnern, ohne die der bisher erreichte Erfolg nicht möglich gewesen wäre.“

Großes Bioenergiepotenzial

Das Bioenergiepotenzial der Region ist groß: Der Anteil der Land- und Forstwirtschaft macht 89 Prozent der Gesamtfläche aus. Allerdings wird das Potenzial aktuell nur zu einem Drittel genutzt. Das Leitbild der Bioenergieregion Bayreuth sieht daher vor, das Gesamtpotenzial möglichst umfassend zu erschließen und zu nutzen – mit einer wichtigen Einschränkung: Bei der Nutzung müssen die Belange des Umweltschutzes, der Nachhaltigkeit und der Sozialverträglichkeit berücksichtigt werden.Neben dem Ausbau des Bioenergieangebotes soll auch die Nachfrage gefördert sowie die Information zum Thema Bioenergie verbessert werden. Erreicht werden soll dies durch folgende Fachvorhaben, die auf in der Region bereits vorhandene vorbildliche Bioenergie-, Bildungs- und Forschungsnetzwerke aufbauen:

  • ein Stoffstrommanagementsystem zur energetischen Verwertung organischer Abfall- und Reststoffe
  • verschiedene Modellvorhaben zur Steigerung der Effizienz von Biogasanlagen und Biomasseheizwerken
  • Erstellung eines Kulissenplans Bioenergie – Energie | Nahrung | Natur, in welchen Flächen für Bioenergie und andere regenerative Energieträger integriert sind
  • das Projekt „Aus Alt mach’ Neu – Umbauleitfaden für Altbauten zur Nutzung erneuerbarer Energien“, welches anhand eines Musterumbaus und eines Nahwärmenetzes in der Praxis erprobt werden soll
  • ein kommunales Informationssystem „Erneuerbare Energien“
  • ein Infonetz Umweltbildung mit dem Schwerpunkt Bioenergie-Edutainment
  • ein Forschungsvorhaben zu ökologisch verträglichen Gärsubstraten.

Die vorgeschlagenen Projekte können den regionalen Kohlendioxidausstoß um jährlich 260.000 Tonnen vermindern und den Anteil der regional erzeugten Bioenergie am Endenergieverbrauch der Privathaushalte von aktuell 18 auf 53 Prozent erhöhen. Dadurch werden Arbeitsplätze gesichert beziehungsweise neu geschaffen. Mit der energetischen Verwertung des Bioenergiepotenzials kann eine Wertschöpfung von etwa 50 Millionen Euro jährlich in der Region erzielt werden. Die Installation von Biomasseheizungen kann langfristig Investitionen von 560 Millionen Euro auslösen.

Klimaschutz als Motor für die Wirtschaft

Weitere Wertschöpfungseffekte sind zum Beispiel durch den Bau von Bioenergieanlagen zu erwarten. „Man sieht sehr gut, dass die Themen Klimaschutz und Energie ein richtiger Motor für die Wirtschaft unserer Region sind“, so Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl. „Allein durch die Bewerbung beim Bioenergiewettbewerb sind die lokalen Akteure viel näher zusammengerückt. Jetzt geht es daran, die geplanten Vorhaben effizient in die Tat umzusetzen. Hierfür wird das Regionalmanagement kurzfristig eine weitere Vollzeitstelle besetzen.“

Die Bioenergie-Region Bayreuth umfasst Stadt und Landkreis Bayreuth sowie die interkommunale Arbeitsgemeinschaft „Integrierte Ländliche Entwicklung Wirtschaftsband A9 – Fränkische Schweiz“, deren Gebiet sich entlang der Autobahn A9 vom Landkreis Bayreuth in den Landkreis Forchheim erstreckt. Die Region umfasst. 1.545 km2 mit 200.000 Einwohnern.

Die Bewerbung der Region Bayreuth wurde konzipiert von der 2008 gegründeten Regionalmanagement Stadt und Landkreis Bayreuth GbR, an welcher Stadt und Landkreis paritätisch beteiligt sind. Die drei Regionalmanager der GbR arbeiten querschnittsorientiert. Das Themenfeld Umwelt und Klimaschutz ist ein wichtiges Arbeitsfeld.

www.bioenergie-regionen.de