Stadt Bayreuth

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01.07.2011

Richard-Wagner-Museum erhält Brief-Konvolut als Schenkung

Steegmann-Foundation schenkt dem Museum 54 Briefe von Winifred Wagner an ihre Freundin Helene Roesener

Das Richard-Wagner-Museum Bayreuth hat 54 Briefe von Winifred Wagner an ihre Freundin Helene Roesener von der Mariann Steegmann-Foundation geschenkt bekommen. Foto: Nordbayerischer KurierDas Richard-Wagner-Museum mit Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung freut sich über eine Schenkung der Mariann Steegmann-Foundation: 54 Briefe von Winifred Wagner an ihre Freundin Helene Roesener, geborene Boy, von 1931 bis 1979.

Gisela Graf, die Enkelin von Helene Roesener, und die Beauftragte der Steegmann Foundation, Dr. Verena Naegele, reisten jetzt persönlich zur Übergabe der Briefe an Museumsdirektor Dr. Sven Friedrich und den städtischen Kulturreferenten Carsten Hillgruber nach Bayreuth, Die Übergabe des wertvollen Brief-Konvoluts fand im Siegfried-Wagner-Haus statt.

Helene Roesener (24.11.1899 – 12.7.1967) und Winifred Wagner waren  seit früher Jugend eng befreundet. Sie schrieben einander zeitlebens, in der Regel mehrmals wöchentlich. Einen Großteil der Briefe holte Winifred Wagner Ende der 1970er Jahre persönlich ab, auf Initiative von Margarethe Roesener, Helenes Schwiegertochter, die einen möglichen Verkauf respektive Sensationsveröffentlichung der Schriften verhindern wollte. Winifred Wagner kam im eigenen Auto, einem Volkswagen Käfer, ins südhessische Balkhausen, dem jahrzentelangen Wohnsitz von Helene und August Theodor Robert Roesener (1888 – 1979), um die Briefe entgegen zu nehmen. Die obige Briefsammlung tauchte später bei der Auflösung des Anwesens auf.

Die Steegmann Foundation

Die Mariann Steegmann Foundation hat die “Förderung von Frauen und der Gender-Thematik in der Musik und Kunst” zum Zweck.

Das von ihr jetzt überreichte Brief-Konvolut gibt Auskunft über Winifred Wagners Denken, darunter über ihre Begeisterung für Hitler, aber auch über ihre Übernahme der Leitung der Festspiele nach Siegfried Wagners Tod, die Übergabe der Festspiele an die Söhne 1949 und Privates zu ihren Kindern. Die Foundation möchte damit für Bayreuth ein Zeichen setzen. Einerseits sollen damit weitere Mäzene oder Stiftungen zu Schenkungen an das Nationalarchiv der Richard.Wagner-Stiftung Bayreuth animiert werden. Andererseits möchte die Foundation einen wichtigen Anreiz schaffen, Winifred Wagners Wirken wisssenschaftlich gezielt aufzuarbeiten.