Stadt Bayreuth

IM FOKUS

05.05.2010

Rudolf Hesse im Neuen Rathaus

Ausstellung des Kunstmuseums Bayreuth in Kooperation mit dem Museum Haus Ludwig Saarlouis

Das Kunstmuseum Bayreuth zeigt ab 5. Mai in der Ausstellungshalle des Neuen Rathauses, Luitpoldplatz 13, Arbeiten von Rudolf Hesse. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Museum Haus Ludwig Saarlouis und ist bis zum 24. Juni zu sehen.

Hesse wurde im Juli 1871 als jüngstes von drei Kindern in Saarlouis geboren. Er wuchs dort zusammen mit seinen Brüdern in einer Kaufmannsfamilie auf. Seine Kindheit und Jugend wurden von den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen nach 1871 geprägt. Hesses Interesse an Kunst und seine Begabung als Zeichner zeigten sich schon in früher Kindheit, doch er wurde zunächst als Kaufmann ausgebildet. Später erst motivierte ihn sein Bruder Emil, an die Münchner Akademie der Bildenden Künste zu gehen.

“Auktionstag” von Rudolf Hesse. Das Kunstmuseum zeigt in der Ausstellungshalle des Neuen Rathauses eine Werkschau seiner Arbeiten.

Das Werk von Rudolf Hesse entfaltet sich zwischen Tradition und Moderne, es lässt sich in die fünf Kategorien Malerei, Zeichnung, Illustration, Karikatur und Druckgraphik einteilen.

Ein wichtiger Schwerpunkt von Hesses Gemälden sind Portrait- und Menschenbilder. Die Themen variieren, oft greift er Zeichnungen und Karikaturen aus der Vorkriegszeit auf.  Auch kopiert er die „Alten Meister“. Im Lauf der Zeit und werden seine humorvollen, zuweilen auch grotesken Arbeiten kontrastreicher, aber auch dunkler und schwerer. Eine intensive Auseinandersetzung mit den Werken von Goya, Daumier und Kubin ist hierzu bemerken.

Karikaturen, die erheitern ohne zu verletzen

In seinen Zeichnungen hält Hesse mit wenigen Strichen Menschen der Umgebung fest, den Alltag kleiner Gewerbetreibender oder das quirlige Leben der Metropole, oft kuriose Begegnungen verschiedener Wirklichkeiten. Er war ein Meister des lockeren Strichs und des spontanen Zeichnens, auch in seinen Karikaturen, in denen er das Spießbürgertum aufs Korn nimmt. Doch zeigte er das All-zu-Menschliche, ohne ein herabsetzendes Werturteil zu fällen. Wie Wilhelm Busch gelang es ihm mit seinen Karika­turen zu erheitern ohne zu verletzen.

Mit seinen Zeichnungen und Karikaturen in den legendären Zeitschriften „Münchner Fliegende Blätter“, und „Kladderadatsch“ wurde Rudolf Hesse in den Jahren 1911 bis 1917 recht bekannt. Er illustrierte Bücher für Kin­der und Erwachsene, so 1904 das „Bilderbuch für Kinder“, 1912 „Spass muss sein“ oder 1913 „Fritz und Heinrich“. In enger Zusammenarbeit mit dem Verleger und Drucker Heinrich Graf entstanden in den zwanziger Jahren mehrere Mappenwerke, wie „Phantasien von Rudolf Hesse“ oder „Zehn Handpressen-Kupferdrucke“.

Die Ausstellung entstand als Kooperation zwischen dem Museum Haus Ludwig Saarlouis und dem Kunstmuseum Bayreuth und konnte dank zahlreicher Leihgaben aus Privatbesitz realisiert werden. Ein umfassender Katalog mit reichhaltigem Bildmaterial und einem museumspädagogi­schem Programm für Jung und Alt begleiten sie.

Rudolf Hesse – “Spass muss sein”
05.05. – 24.06.2010
Ausstellungshalle des Neuen Rathauses
Luitpoldplatz 13
95444 Bayreuth

geöffnet:
Montag – Donnerstag: 9 – 17 Uhr
Freitag: 9 – 15 Uhr