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19.11.2007

Sauberes Internet für die Hauptschule St. Georgen

Die Hauptschule Bayreuth-St. Georgen nimmt am Pilotschulen-Programm „Kinder- und Jugendschutz im Internet“ der gemeinnützigen “TIME for Kids Foundation” teil, das in allen Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern ein Zeichen für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet setzen will. Pilotschulen haben die Möglichkeit, pädagogisch und technisch sechs Monate lang mit einem wirksamen Schulfilter Erfahrungen zu sammeln. Das Projekt wurde jetzt bei einem Pressegespräch in der Schule St. Georgen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Bestandteile des Programms sind eine gezielte Informationsarbeit, Angebote zur Fortbildung von Lehrern, Elternabende und eine kostenfreie Infohotline unter 0700 – 5 333 888 0.

Die Patenschaft für die Pilotschule St. Georgen hat Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl übernommen. Als Anschubfinanzierung hat die Stadt 1.500 Euro für die Beschaffung des Webfilters zur Verfügung gestellt.

Wie wichtig Aufklärung zu Themen wie Drogen, Gewalt und Pornographie ist, belegen aktuelle Forschungsprojekte. Demnach sind sechs von zehn Kindern regelmäßig Pornografie im Internet ausgesetzt, zumeist indem sie zufällig auf solche Seiten stoßen. Oberbürgermeister Dr. Hohl plädierte beim Pressetermin mit Nachdruck für einen verantwortlichen Umgang mit dem Internet in allen Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, aber auch Zuhause in den Familien. „Es ist wichtig, dass unsere Kinder und Jugendlichen mit dem Medium Internet umgehen lernen, aber altersspezifisch vor Gefahren wie Drogen, Gewalt und Pornografie geschützt werden. Wenn wir als Erziehungsberechtigte den uns anvertrauten Kindern grundlegende Werte vermitteln und vorleben, werden wir auch ihr Urteilsvermögen fördern“, so Dr. Hohl. Schulreferent Carsten Hillgruber betonte in diesem Zusammenhang, die Stadt Bayreuth lege großen Wert darauf, dass die Schulen über eine funktionierende IT-Infrastruktur zur Vermittlung der Medienkompetenz verfügten.

„Mit dem Schulfilter Plus von TIME for kids haben unsere Lehrkräfte die Möglichkeit, gezielt Internetinhalte für den Unterricht bereitzustellen und störende Inhalte fernzuhalten“, freute sich beim Pressetermin der Leiter der Hauptschule St. Georgen, Hans Hagen. Hierdurch würden die Lehrkräfte der Schule in ihrer Aufsichtspflicht erheblich entlastet. Zugleich könne die freie Internetrecherche der Schüler wesentlich weniger lehrerzentriert erfolgen. „Beim Einsatz eines Schulfilters kommen Schüler erst gar nicht in Versuchung, sich während des Unterrichts im Internet über die neuesten Handys, Musikgruppen oder Sportergebnisse zu informieren oder einfach nur mit Mitschülern in Chats Mitteilungen auszutauschen.“

Eine hundertprozentige Sicherheit beim freien Surfen wird es nach Einschätzung von Lehrer Stefan Ranninger, der als medienpädagogisch-informationstechnischer Berater zugleich für die Lehrerfortbildung in Bayreuth zuständig ist, nie geben. “Dies sollte uns aber nicht davon abhalten, wirksame Filtertechnologien einzusetzen, die zum Beispiel im Bereich Pornografie über 95 Prozent sperren können.”

Zielstellung des Pilotschulen-Programms ist es, den Kinder- und Jugendschutz im Internet in Schulen praktisch zu erproben. Ein Schulfilter ist aber nur ein Baustein eines ganzheitlichen Kinder- und Jugendschutzes im Internet. Der Vermittlung der Medienkompetenz nach Altersstufen und die Nutzung altersgerechter Suchmaschinen und Portalseiten komme daher eine besondere Bedeutung zu, so Andreas Klett, Geschäftsführer der gemeinnützigen TIME for kids Foundation aus Berlin.

Darüber hinaus sprach sich Gerhard Trausch, Direktor des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis und die Stadt Bayreuth, für eine Stärkung der Lehrerfortbildung zum Jugendmedienschutz aus.

Dass die Vorsorge in den Schulen nur die halbe Miete ist, darin waren sich alle Beteiligten einig. Neben Schulen und Jugendeinrichtungen müsse auch das Elternhaus mitziehen, wenn ein umfassender Schutz gewährleistet sein soll.