Stadt Bayreuth

IM FOKUS

22.06.2017

„Seelenlandschaften“ von Paul Eliasberg

Werke von Paul Eliasberg im Kunstmuseum und in der Ausstellungshalle des Neuen Rathauses

Unter dem Titel „Seelenlandschaften“ zeigt das Kunstmuseum Bayreuth bis 8. Oktober Werke des Künstlers Paul Eliasberg. In einer zweiteiligen Ausstellung werden im Alten Barockrathaus Aquarelle und Originalzeichnungen gezeigt, während parallel dazu in der Ausstellungshalle des Neuen Rathauses bis zum 27. August Druckgraphiken und Plakate zu sehen sind.

Werk von Eliasberg

Paul Eliasberg wurde 1907 als Sohn des um 1900 aus Russland emigrierten russisch-jiddischen Autors und Übersetzers Alexander Eliasberg in München geboren. Er wuchs in einem literarischen Haushalt, in dem berühmte Besucher wie Thomas Mann ein- und ausgingen, zusammen mit dem Sohn von Paul Klee auf. Als sich in den 20er Jahren das soziale Klima gegenüber Juden in München massiv verschlechterte, übersiedelte die Familie nach Berlin, wo Paul Eliasberg sein Studium begann, das er ab 1926 in Paris fortsetzte. Während des Zweiten Weltkrieges lebte Eliasberg mit seiner Frau und Tochter Danielle in Südfrankreich, wo er für die „Résistance“ tätig war.

Nach dem Krieg kam die Familie nach Paris zurück und Eliasberg nahm 1947 die französische Staatsangehörigkeit an. In den 40er und 50er Jahren arbeitete er vor allem als Graphikdesigner und technischer Zeichner, unter anderem beim Bau des modernen Triumphbogens „Grande Arche“ im Pariser Stadtviertel La Defense. Außerdem unternahm er zahlreiche Reisen nach Israel, Spanien und vor allem Griechenland. Seinen künstlerischen Durchbruch erlebte Eliasberg schließlich um 1958. Bis zu seinem plötzlichen Tod 1983 blieb er ein sehr geschätzter Künstler.

Vor allem seine leuchtenden Aquarelle und seine fein gesponnenen Federzeichnungen, aber auch sein druckgraphisches Werk waren in zahlreichen Ausstellungen in Frankreich, Israel, Luxemburg, Italien, Kanada, in den Niederlanden, in der Schweiz und in beiden deutschen Staaten zu sehen. Sein Werk ist in den Sammlungen der großen Museen von Bremen, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Kiel vertreten. Von 1966 bis 1970 lehrte Eliasberg an der Frankfurter Städelschule. Mit seiner sehr eigenen Art der Verbindung von Tachismus und Gegenständlichkeit jenseits des „Mainstream“ beschritt Paul Eliasberg einen individuellen Weg in der Kunst nach 1945.

Die Werke, die das Kunstmuseum Bayreuth ausstellt, stammen aus der Dr. Helmut und Constanze Meyer Kunststiftung, dem eigenen Bestand des Museums und aus einer großzügigen Nachlass-Schenkung durch Eliasbergs Tochter, die nahezu 500 Werke, Druckplatten, Plakate und Skizzenbücher sowie ein größeres Konvolut an Schriftstücken umfasst. Zusammen mit dem Musée d’art et d’histoire in Genf, das ebenfalls eine größere Nachlass-Schenkung erhalten hat, bringt das Kunstmuseum Bayreuth zusätzlich eine reichhaltige deutsch-französische Publikation heraus. Es wird die erste umfassende Publikation zum Werk Eliasbergs seit seinem Tod sein.

18. Juni – 8. Oktober

Kunstmuseum Bayreuth
Maximilianstraße 33, 95444 Bayreuth
Öffnungszeiten: Juni bis August: Montag bis Sonntag 10 – 17 Uhr, ab September: Dienstag bis Sonntag 10 – 17 Uhr

18. Juni – 27. August 2017

Ausstellungshalle im Neuen Rathaus
Luitpoldplatz 13, 95444 Bayreuth
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag  9 – 17 Uhr, Freitag 9 – 15 Uhr, Samstag und Sonntag 14 – 17 Uhr

www.kunstmuseum–bayreuth.de