Stadt Bayreuth

IM FOKUS

25.05.2010

Segelflug-Festival in Bayreuth

Internationaler Bayreuth-Wettbewerb 2010 mit Bayerischen Segelflug-Meisterschaften

Ab dem 27. Mai wird es am Himmel über Bayreuth wieder spannend: Etwa 80 Piloten aus ganz Deutschland und anderen Ländern treten zum Internationalen Bayreuther Segelflug-Wettbewerb gegeneinander an. Wie vor zwei Jahren ist er zugleich wieder Bayerische Segelflug-Meisterschaft und einer von elf Qualifikationswettbewerben für die nächsten Deutschen Meisterschaften.

Bayreuths Regionalflugplatz aus der Vogelperspektive

Bayreuths Regionalflugplatz wird im Mai zum Schauplatz der Bayerischen Segelflugmeisterschaften. Foto: Luftsportgemeinschaft Bayreuth

Das Luftrennen findet in einem Wettbewerbsraum statt, der sich von Prag bis Frankfurt und von der Donau bis nach Leipzig erstreckt. Je nach Wetterlage müssen die Piloten jeden Tag Strecken von 100 bis 600 km Länge in diesem Gebiet fliegen. Die Piloten erhalten beim morgendlichen Briefing eine Aufgabe, bestehend aus mehreren Wegpunkten, die nacheinander schnellstmöglich abzufliegen sind. Im Schlepp von Motorflugzeugen werden sie in die Luft gebracht und müssen nach dem Ausklinken genügend Aufwinde finden, um die bis zu eine Tonne schweren Segler ohne eigenen Antrieb in der Luft zu halten. Während ihres Fluges müssen sie zudem versuchen, das Verhältnis zwischen dem Kreisen in Aufwinden und dem Geradeausfliegen zu optimieren, um zum einen nicht zu viel Höhe zu verlieren und zum anderen mit den Konkurrenten Schritt halten zu können. Grundsätzlich gilt: Je schneller der Pilot fliegt, desto mehr Höhe verliert er.

Drei Wertungsklassen
Die Piloten treten in drei verschiedenen Wertungsklassen gegeneinander an: Die Offene Klasse gilt als die Königsklasse des Segelflugs, die fast ohne Bauartbeschränkungen auskommt. Hier gehen Flieger an den Start, die von den Ausmaßen Verkehrsflugzeugen nahe kommen: 28 m Spannweite ist schon mehr als die früher zwischen Bayreuth und Frankfurt eingesetzten Linienmaschinen hatten. Der amtierende Vize-Weltmeister Tassilo Bode (Gifhorn) will in der Offenen Klasse seinen Sieg vom Bayreuth-Wettbewerb 2006 genauso wiederholen, wie Juniorenweltmeister Felipe Levin (Homberg/Ohm), der 2008 in Bayreuth die „alten Hasen“ deklassiert hatte und zu den großen Nachwuchs-Hoffnungen gehört. Ebenso dabei sind die Vize-Weltmeisterin der Frauen Katrin Senne (Sindelfingen) und Tilo Holighaus (Kirchheim/Teck), Weltrekordpilot und selbst Hersteller von Segelflugzeugen. Auch internationale Teilnehmer aus der Schweiz, Frankreich und sogar Japan haben sich angekündigt. Sie sammeln in Bayreuth Punkte für die Weltrangliste.

In der 18-m-Klasse – das sind Flugzeuge mit 18 Metern Spannweite – kämpfen mit Armin Behrendt, Jürgen Schuster und Gerd-Peter Lauer einige frühere Mitglieder der Nationalmannschaft um den Bayerischen Meister-Titel und die Qualifikation zur DM. Aufgrund ihres geringeren Luftwiderstandes, der sich insbesondere im Schnellflug bemerkbar macht, können die 18-m-Flieger bei sehr guten Aufwindverhältnissen die Leistungen der Offenen Klasse sogar noch übertreffen. Das Feld wird komplettiert von der 15-m-Klasse, in der mit Claus Triebel, Hanns-Günther Bauer und Herrmann Leucker ebenfalls einige Piloten antreten, die bereits für die deutsche Nationalmannschaft geflogen sind. Ihr Hauptkonkurrent ist allerdings der französische Europameister Louis Bouderlique.

Auch die Luftsportgemeinschaft Bayreuth tritt auf dem eigenen Wettbewerb mit einem so starken Team an, wie schon lange nicht mehr. Martin Brühl und Alexander Müller vertreten die Gastgeber in der Offenen Klasse, Brühl hatte beim letzten Mal als Sportleiter die Strecken festgelegt, Müller war bislang bereits Stammgast auf dem Bayreuth-Wettbewerb und ist jetzt komplett zur LSG gewechselt. In der 15-m-Klasse bildet die Bayreuther Fliegerfamilie Baier ein Team: Die Brüder Andreas und Georg werden versuchen, gemeinsam den Heimvorteil zu nutzen. Johannes Baier wird die LSG in der 18-m-Klasse vertreten.

Zehn Wertungstage bis 5. Juni
Somit freuen sich die Gastgeber auf einen spannenden Bayreuth-Wettbewerb 2010. Wenn das Wetter mitspielt, hoffen die Veranstalter auf bis zu zehn Wertungstage, bevor am Samstag, 5. Juni, die Bayerischen Meister und die Qualifikanten für die DM 2011 gekürt werden können.

Besonders interessant anzusehen ist der Startablauf. Bei gutem Wetter wird dieser täglich ab etwa 11 Uhr stattfinden. Innerhalb einer Stunde werden alle Segelflugzeuge per Flugzeugschlepp in die Luft gebracht.
Ebenso sehenswert ist die abendliche Rückkehr des Starterfeldes ab ungefähr 17 Uhr. Insbesondere wenn das Teilnehmerfeld eng beisammen liegt, landen innerhalb weniger Minuten mehrere Dutzend Flugzeuge auf dem Bindlacher Berg.

Besucher sind auf dem Flugplatz Bayreuth jederzeit herzlich willkommen. Von der Besucher-Terrasse am alten Terminal können Sie das Geschehen wunderbar überblicken. An der Flugplatzgaststätte finden Sie das Besucher-Team der Luftsportgemeinschaft, das Ihnen gerne Auskunft über den Ablauf des Wettbewerbs, sowie über den Segelflug allgemein gibt. An beiden Stellen finden die Besucher auch die aktuellen Zwischenstände und Tagesaufgaben.

Trotz der Straßenbauarbeiten ist der Flugplatz von Bayreuth aus auf dem normalen Weg erreichbar.
Auch im Internet lässt sich der Wettbewerb verfolgen: Unter http://www.lsg-bayreuth.de werden tagesaktuell Ergebnisse, Berichte und Bilder präsentiert.