Stadt Bayreuth

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20.08.2010

Sprache als Schlüssel zur Integration

Sprachkurse für straffällige Jugendliche mit Migrationshintergrund
Die Staatsanwaltschaft, die Stadt und der Landkreis Bayreuth haben eine Konzeption zur Auferlegung von Sprachkursen für straffällige Jugendliche und Heranwachsende mit Migrationshintergrund entwickelt. Ziel dieser Konzeption ist es, Jugendliche mit mangelnden Sprachkenntnissen besser zu integrieren. Denn nicht selten resultieren kriminelle Verhaltensweisen aus dem Gefühl, nicht richtig dazu zu gehören, oder aus dem Frust, wegen ungenügender Deutschkenntnisse keinen Ausbildungsplatz zu finden.

Damit haben die Bayreuther Jugendrichter nun die Möglichkeit, neben der Ableistung von Sozialstunden jetzt auch die Teilnahme an einem Sprachkurs auferlegen zu können. Für die betreffenden Jugendlichen wird von der Stadt Bayreuth eigens ein Sprachkurs ins Leben gerufen, der von einem erfahrenen Pädagogen der Volkshochschule betreut werden wird. In wöchentlich stattfindenden Kursen wird mit den Jugendlichen über fünf Monate lang an deren Deutschkenntnissen gearbeitet. Dabei geht es nicht nur um das sture Büffeln von Grammatik, sondern vor allem um das Lernen und Einüben von alltäglichen Situationen, wie Bewerbungsschreiben, Vorstellungs- oder Kundengespräche.

Ohne diese Kompetenzen hätten die jugendlichen Straftäter oft keine Chance, aus dem Milieu heraus zu kommen, so die Erfahrung aller Beteiligten. Mit der Verhängung von Teilnahmen an einem „Anti-Aggressions-Training“ oder an einer Suchtberatung hat man in Bayreuth bereits in der Vergangenheit gute Erfahrungen bei der Bekämpfung von Jugendkriminalität gesammelt. Dieses Erfolgsrezept soll nun mit den Sprachkursen fortgesetzt werden. Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl und Landrat Hermann Hübner begrüßen das gemeinsam erarbeitete Konzept, das jetzt mit Leben erfüllt werden muss.