Stadt Bayreuth

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15.12.2008

St. Georgen im Aufwind

Universität Bayreuth untersucht das Image der Sozialen Stadt St. Georgen in der Bayreuther Bevölkerung

Das Image des Stadtteils St. Georgen/Insel ist besser als vielfach erwartet: Dies ist das Ergebnis einer von Studierenden des Lehrstuhls geographische Entwicklungsforschung der Universität Bayreuth unter der Leitung von Diplom-Geographin Sarah Meier durchgeführten Befragung zur Wahrnehmung des Stadtteils und des dort laufenden Programms „Soziale Stadt“. Die Studie wurde jetzt den Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Sozialstruktur“ vorgestellt, die vom Amt für Integration und soziale Projekte der Stadt Bayreuth moderiert wird.

Anlass für die Untersuchungen war die Frage, ob das nunmehr seit über fünf Jahren laufende Programm „Soziale Stadt“ dem Stadtteil bereits zu einem besseren Image verhelfen konnte. Die erste Assoziation der 240 befragten Bayreuther mit St. Georgen ist demzufolge durchaus positiv: Spontan wird St. Georgen zuerst mit den schönen Kirchen in Verbindung gebracht, und auch die barocke Bausubstanz wurde positiv hervorgehoben.

Insgesamt wird der Stadtteil positiver bewertet, wie zunächst angenommen: Die Bewohner St. Georgens geben ihrem Stadtteil eine Durchschnittsschulnote von 2,8. Die Bewohner anderer Stadtteile beurteilen St. Georgen mit einer Note von 3,1 jedoch schlechter als ihren eigenen Stadtteil, den sie mit einer Bewertung von 2,6 in einem besseren Licht sehen.

Nach den Problemen des Stadtteils befragt, nehmen St. Georgener neben baulichen Missständen auch die Sozialstruktur des Stadtteils und den Mangel an Beschäftigungsmöglichkeiten als Problem wahr. In der Außensicht der Bewohner anderer Stadtteile sind es eher die sanierungsbedürftige Bausubstanz und die ausbesserungsbedürftigen Straßenverhältnisse, die negativ ins Auge fallen.

Fragt man die Bürger, ob sich der Stadtteil seit 2001 – also seit Beginn des Programms „Soziale Stadt“ – verbessert hat, so weisen die Ergebnisse in eine positive Richtung. Immerhin 51 Prozent der Befragten meinen Verbesserungen bemerkt zu haben, 17 Prozent sehen diese zumindest teilweise. Insgesamt scheint das Programm „Soziale Stadt“ aber immer noch vielen Bayreuthern nicht bekannt zu sein. Nur 31,6 Prozent der Befragten, die nicht in St. Georgen wohnen, gaben an, von dem Programm gehört zu haben. Und auch bei den Bewohnern von St. Georgen sind es nur 48,1 Prozent.

Mehr Freizieit- und Kulturangebote gefordert

Um den Stadtteil weiter voran zu bringen, sollten nach Anregungen der Befragten vor allem die Freizeit- und Kulturangebote erweitert, die Bausubstanz der Häuser und der Verkehrsinfrastruktur weiter verbessert, aber auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Bundesweit wurden im Rahmen des Projektes „Lokales Kapital für soziale Zwecke“, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Jugend und dem Europäischen Sozialfonds gefördert wird, in den vergangenen fünf Jahren 14.000 Mikroprojekte in 288 Städten mit einem Fördervolumen von rund 110 Millionen Euro durchgeführt. „Auch für St. Georgen hat sich das Programm zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt“, betont Gerhard Eggert, Leiter des städtischen Amtes für Integration und soziale Projekte. Eine erhebliche Aufwertung habe nicht nur die bauliche Substanz durch Sanierungen und Neubauten der GEWOG erfahren, auch die Sozialstruktur habe sich wesentlich verbessert. Nach Angaben Eggerts wurden in den Jahren 2003 bis 2007 insgesamt 46 sogenannte Mikroprojekte mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds in Höhe von rund 500.000 Euro gefördert. Das erfolgreiche Programm wird ab 2009 für weitere fünf Jahre aufgelegt.