Stadt Bayreuth

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25.04.2007

Stadt setzt auf Energiedatenmanagement

In einer Welt, in der die natürlichen Ressourcen immer knapper und Energie immer teurer wird, kommt einem bewussten und sparsamen Umgang mit Strom, Gas und Wasser eine immer entscheidendere Bedeutung zu. Die Stadt Bayreuth betreibt daher bereits seit Jahren ein gezieltes Energiedatenmanagement, das als Grundlage für bauliche Maßnahmen zur Optimierung des Wärmeschutzes und zur Reduzierung des Stromverbrauchs in öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen dient. Sämtliche Bayreuther Schulen, städtische Verwaltungsgebäude und Kindergärten sind in einem jährlich vom Hochbauamt erstellten Energiebericht mit ihren Verbrauchszahlen dokumentiert. Der Bericht wurde jetzt für das Jahr 2007 erneut fortgeschrieben.

8.000 Datenpunkte erfasst

Im September 2002 hat das Hochbauamt mit der Sammlung von Energiedaten verschiedener öffentlicher Gebäude begonnen. Inzwischen  sind 21 Bayreuther Schulen, die beiden Rathäuser und die von der Stadt betriebenen Kindergärten in dem Bericht erfasst. Annähernd 8.000 Datenpunkte, die Aufschluss über den Energieverbrauch der jeweiligen Einrichtungen geben, sind mittlerweile vom Hochbauamt recherchiert und werden in die Gesamtbetrachtung des städtischen Energieberichtes eingespeist.

Dieser dient dann als wesentliche Grundlage für weitere Entscheidungen über etwaige bauliche Sanierungsmaßnahmen. Schulen, Verwaltungsgebäude und sonstige städtische Einrichtungen, die durch besonders hohen Energieverbrauch auffallen, werden von den Mitarbeitern des Hochbauamts vor Ort untersucht, die vorhandenen technischen Anlagen und Gebäude auf Herz und Nieren geprüft.

Wie sehr sich der laufende Energieverbrauch eines Gebäudes durch den Einsatz moderner Technologie und Maßnahmen zur Wärmedämmung reduzieren lässt, belegt das Beispiel der Lerchenbühlschule. Im Zuge eines mehrjährigen Sanierungs- und Modernisierungsprogramms konnte hier eine signifikante Reduzierung des Energieverbrauchs erreicht werden. Moderne Wärmedämmung, neue Fenster und weitere baukonstruktive Energiesparmaßnahmen führten dazu, dass sich der Energieverbrauch der Schule vom Jahr 2000 (bereinigter Wärmeverbrauch: 529,08 MWh) bis zum Jahr 2006 (353,98 MWh) um gut ein Drittel absenken ließ.

Aufnahmen mit modernen Wärmebildkameras

Mit Hilfe moderner Infrarotkameras ermittelt das Hochbauamt zielgenau Schwachstellen bei der Fassadendämmung, durch die wertvolle Heizleistung verpufft. Im Falle der Lerchenbühlschule konnte hier dank moderner Baumaterialien wirkungsvoll gegengesteuert werden. Ähnliche Entwicklungen dokumentiert der Energiebericht der Stadt auch für zahlreiche andere Bayreuther Schulgebäude. Folge: Im Durchschnitt aller erfassten 21.Schulen konnte der jährliche Energieverbrauch von 2000 auf 2006 um rund 16 Prozent gesenkt werden.

Aufnahme mit der Infrarotkamera: Schule Lerchenbühl vor der SanierungDoch nicht nur beim Heizen, auch in Sachen Stromverbrauch liefert das Energiedatenmanagement des Hochbauamts die Basis für die Erschließung von Einsparpotentialen. Beispiel Dreifach-Turnhalle des Schulzentrums Ost: Hier konnte der jährliche Stromverbrauch von 101,81 MWh im Jahr 2002 auf zuletzt 65,55 MWh im Jahr 2006 zurückgefahren werden.

Aufnahme mit der Infrarotkamera: Schule Lerchenbühl nach der SanierungFür die Stadt bedeuten derartige Optimierungen nicht nur eine finanzielle Entlastung. Sie stehen in der Summe auch für eine deutliche Reduzierung von Kohlendioxid-Emissionen. So wurden beispielsweise im Bayreuther Sportzentrum durch moderne Energiesparmaßnahmen beim Wärme- und Stromverbrauch die Kohlendioxid-Emmissionen von rund 3,6 Millionen Kilogramm auf 2,8 Millionen zurückgefahren. Ähnlich sieht die Öko-Bilanz beim Schulzentrum Ost aus. Hier konnten beim Wärmeverbrauch über 29 Prozent, beim Stromverbrauch der durch Energiespar-Contracting sanierten Objekte gar über 51 Prozent eingespart werden. In der Summe bedeutet dies für die Umwelt eine Entlastung bei den CO2-Emmissionen um knapp 37 Prozent.

Ausbau der Energieberatung

Auf Initiative von Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl und BEW-Geschäftsfüher Hans Nestmann werden die Stadt und die Bayreuther Energie- und Wasserversorgungs GmbH (BEW) zudem in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Oberfranken ihre Aktivitäten im Bereich der Energieberatung verstärken. Die bestehenden Angebote sollen deutlich ausgeweitet werden, unter anderem durch regelmäßige Vortragsveranstaltungen zu den Themen Energiesparen, Gebäudesanierung, Wärmedämmung und Einsatz moderner Heiztechnologie.

Download:
Energiebericht 2007 Hochbaubereich