Stadt Bayreuth

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28.11.2012

Stadt und Handwerk feilen an Masterplan

Bei der Handwerkerrunde im Rathaus stand die verstärkte Zusammenarbeit im Vordergrund

In diesem Jahr stand beim Handwerkergespräch im Rathaus die Entwicklung des so genannten Masterplans, der eine Stärkung des Handwerks in der Stadt sowie eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Stadt vorsieht, im Mittelpunkt des Austauschs.

Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe hat Vertreter des Bayreuther Handwerks zum Gedankenaustausch ins Neue Rathaus eingeladen. Die Handwerkerrunde im Rathaus, zu der die Oberbürgermeisterin neben Handwerkskammer-Präsident Thomas Zimmer und Kreishandwerksmeister Peter Engelbrecht auch mehr als ein Dutzend Innungsobermeister begrüßen konnte, hat Tradition. Sie bietet den Vertretern des Bayreuther Handwerks nun schon seit vielen Jahren eine willkommene Gelegenheit, im Gespräch mit dem Stadtoberhaupt, den Referenten und Dienststellenleitern der Stadt darüber zu informieren, wo es für das Bayreuther Handwerk gut und wo es weniger gut läuft, sowie offene Fragen zu klären.  

Lob gab es von Handwerkerseite für das von der städtischen Wirtschaftsförderung entwickelte Konzept des Masterplans. Es enthält fünf zentrale Handlungsfelder: Unter dem Punkt „Bayreuth – Stadt der kurzen Wege“ sollen beispielsweise Aspekte wie die Handwerkerkarte oder das Baustellen-Management berücksichtigt werden. Das Handlungsfeld „Demographie und Fachkräfte“ will zu einer besseren Positionierung der beruflichen Ausbildung im Handwerk beitragen und Image-Kampagnen für Handwerksberufe unterstützen, um neue Auszubildende und Fachkräfte zu werben. Unter dem Punkt „Handwerk und Stadtentwicklung“ sollen Themen wie die Entwicklung von Gewerbeflächen oder die wohnortnahe Versorgung behandelt werden. Neben dem Aspekt „mittelstandsorientierte Vergabepolitik“ will man unter dem Punkt „Kooperation und Zusammenarbeit“ aktuelle Probleme gemeinsam besprechen und Lösungen finden.

Masterplan – ein neuer Weg in Oberfranken

Mit dem derzeitigen Entwurf sei ein Handlungsrahmen definiert, so Fredy Schmidt von der Wirtschaftsförderung, nun müssten in kleineren Gruppen bestimme Themen diskutiert werden, um den Masterplan zu konkretisieren. „Der Masterplan ist als Arbeitsgrundlage sehr, sehr gut“, so Kreishandwerksmeister Engelbrecht und Handwerkskammer-Präsident Zimmer ergänzte: „Damit gehen wir einen ganz neuen Weg in Oberfranken.“ Am 12. Dezember will man nun einzelne Punkte in den Innungen beraten, Anfang 2013 werden dann die neuen Ergebnisse von Stadt und Handwerk diskutiert.

In Anlehnung an die Vorstellung des Masterplan-Entwurfs sprach Kreishandwerksmeister Engelbrecht ein paar strittige Punkte an. Einige Innungen bemängelten das Vergabeverfahren der Stadt bei Regie- und Kleinaufträgen. Diese sollten nach Meinung der Handwerker an in der Stadt ansässige Betriebe vergeben werden. Die Stadtverwaltung entgegnete darauf, dass rechtliche Bedingungen eingehalten werden müssten – die Offenheit bei Vergaben sei gesetzlich vorgeschrieben.

Des Weiteren beanstandete ein Teil der Handwerker die Handwerkerkarte: Insbesondere die Gefahrenhandwerker wie z. B. Gas- und Wasserinstallateure müssten des Öfteren kurzfristig in die Stadt und bräuchten dazu mehr Flexibilität beim Arbeitsstättennachweis. Angesprochen wurde ein SMS-System, mit dem man in anderen Städten schnell agieren könnte. Verkehrsreferent Ludolf Tyll versprach, dass man bei der Verwaltung diese Lösung in Betracht ziehen wolle, sofern sie technisch machbar sei.

Weitere Nachfragen des Abends betrafen unter anderem die Stadtentwicklung, die Baustellenführung sowie die Sorge wegen der Ausbreitung der Discounter im Stadtgebiet. OB Merk-Erbe zeigte besonders für Letzteres Verständnis. Im Rathaus sei man sich der Problematik wohl bewusst, man werde versuchen, wo es möglich sei, zu steuern.