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03.08.2017

Stadtwerke Bayreuth schreiben schwarze Zahlen

Im Geschäftsjahr 2016 haben die Stadtwerke Bayreuth einen Gewinn in Höhe von 1,3 Millionen Euro erwirtschaftet

Im Geschäftsjahr 2016 haben die Stadtwerke Bayreuth einen Gewinn in Höhe von 1,3 Millionen Euro gemacht. Als „ordentlich“ bezeichnet Geschäftsführer Jürgen Bayer das Jahresergebnis für 2016 – vor allem nach den vorangegangenen Jahren. Ein Traumergebnis sei es trotzdem nicht.

„Das Geschäftsjahr 2016 ist für uns ordentlich gelaufen“, resümiert Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Bayer. Der Umsatz belief sich auf rund 127 Millionen Euro. Noch 2015 war es etwa 1 Million Euro weniger. Der Gewinn des Unternehmens betrug im Geschäftsjahr 2016 nach Abzug aller finanziellen Verpflichtungen 1,3 Millionen Euro – rund 900.000 Euro mehr als im Vorjahr. 2014 musste das Unternehmen gar einen Verlust wegstecken. „Wir schneiden gegenüber den Vorjahren besser ab, weil wir durch das kältere Wetter mehr durch den Verkauf von Gas und Wärme erlösen konnten“, erklärt Bayer. Insgesamt investierte das Unternehmen 2016 rund 5,2 Millionen Euro; beispielsweise in die neue Kälteanlage des Rotmain-Centers und den Anschluss des Windparks Vogelherd ans Stromnetz. „Gerne würden wir noch mehr investieren, aber bei der aktuellen wirtschaftlichen Situation tun wir uns schwer. 1,3 Millionen Euro Gewinn sind angesichts unseres Umsatzes einfach kein Traumergebnis.“

Gewinnbringer Energie- und Wassergeschäft

Geld verdienen die Stadtwerke Bayreuth in der Hauptsache mit dem Energie- und Wassergeschäft: 11,2 Millionen Euro Gewinn stehen 2016 in diesem Bereich unter dem Strich. Satte 3 Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr. Ein Meilenstein in der Energieversorgung sei für ihn der Mai 2016 gewesen: Seitdem liefern die Stadtwerke Bayreuth ausschließlich Ökogas an Haushalts- und Gewerbekunden. „Bereits Anfang 2015 haben wir konsequent alle Stromtarife auf Ökostrom umgestellt. Unsere Entscheidung pro Ökogas rundet unsere Strategie ab.“ So konnten die Kunden der Stadtwerke Bayreuth im Jahr 2016 etwa 130.000 Tonnen des klimaschädlichen CO2 einsparen.

Eigenstromerzeugung steigt um 900 Prozent

Doch die Stadtwerke Bayreuth verkaufen nicht nur Strom, sie stellen ihn auch selbst her: mithilfe eines Windparks im Lindenhardter Forst sowie mehrerer Blockheizkraftwerke und Photovoltaikanlagen. 2016 erzeugten die Anlagen der Stadtwerke Bayreuth rund 15.000 Megawattstunden Strom – neun Mal mehr als noch im Jahr 2010. Das ist genug, um den Jahresbedarf von cirka 4.300 Drei-Personen-Haushalten zu decken. Leicht zugelegt (um 0,6 Prozent) hat auch der Wasserabsatz: 2016 lieferten die Stadtwerke rund 5 Milliarden Liter Trinkwasser an Bayreuths Einwohner. „Ein Höhepunkt war für uns 2016 die Entscheidung der Stadt, dass wir uns die nächsten 20 Jahre um Bayreuths Wasserversorgung kümmern dürfen“, betont Jürgen Bayer. Das sei „wegweisend“ für das Kerngeschäft der Stadtwerke.

Weniger rosig sehen die Zahlen der Stadtwerke Bayreuth aus, wenn man das Ergebnis des Stadtbusverkehrs, der Parkeinrichtungen und der Bäder unter die Lupe nimmt. Ein Minus in Höhe von rund 7,3 Millionen Euro schlägt im Geschäftsjahr 2016 zu Buche (-7,7 Millionen Euro in 2015). „Leider lassen sich diese Unternehmensbereiche nicht wirtschaftlich betreiben“, sagt Jürgen Bayer. „Zumindest nicht, wenn wir sozial verträgliche Preise für unsere Dienstleistungen aufrufen wollen. Uns bleibt also nichts anderes übrig, als die Verluste, für die die Stadtwerke geradestehen müssen, möglichst klein zu halten.“ Daher freut es ihn, dass 2016 wieder mehr Bayreutherinnen und Bayreuther mit dem Stadtbus gefahren sind. Gut 6 Millionen Fahrgäste haben die Stadtwerke Bayreuth von A nach B gebracht. Rund 240.000 mehr als noch im Jahr 2015. Zurückgegangen sind im Vergleich hierzu die Zahl der Kurzparker in den Parkeinrichtungen: Nutzten noch 2015 rund 390.000 Kurzparker die Parkmöglichkeiten der Stadtwerke, waren es 2016 etwa 20.000 weniger. „Ein Grund für den niedrigeren Wert ist sicherlich die Tiefgarage Stadthalle, die wir im Februar 2016 aus Sicherheitsgründen schließen mussten“, erklärt Bayer.

Wetter verhagelt Bilanz der Bäder

Das vergleichsweise kalte Wetter im Jahr 2016 war dafür verantwortlich, dass die Zahl der Badegäste in den Bädern der Stadtwerke zurückging. Ein sattes Minus von gut 10 Prozent steht im Vergleich zum Vorjahr in der Bilanz. „Es waren aber immer noch rund 400.000 Badegäste, wobei der durchwachsene Sommer vor allem das Ergebnis des Kreuzsteinbades verhagelt hat“, sagt der Geschäftsführer der Stadtwerke Bayreuth. Lediglich 115.000 Badegäste nutzten das Freibad (2015:156.000). Die Besucherzahlen im Stadtbad legten auf 89.000 Badegäste zu (2015: 80.000) und die Lohengrin Therme konnte ihr Niveau mit 206.000 Badegästen gegenüber dem Vorjahr halten. Vor allem in Bezug auf die Lohengrin Therme sehen die Stadtwerke Potenzial: Derzeit bereitet das Unternehmen eine europaweite Ausschreibung der Therme vor. „Ein Partner, der ins Umfeld der Therme investiert, wäre sicherlich das Beste für die Entwicklung der Lohengrin Therme. Gemeinsam mit dem geplanten Klinikneubau der Deutschen Rentenversicherung ergeben sich hoffentlich spannende Möglichkeiten.“

Ob sich das ordentliche Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr 2017 wiederholen lässt? „Es wird zumindest schwer“, sagt Jürgen Bayer. Der Energiemarkt ist und bleibt heiß umkämpft und auch dieses Jahr investieren die Stadtwerke Bayreuth; beispielsweise wird bis Ende 2018 das Wasserwerk auf dem Eichelberg für voraussichtlich 4,5 Millionen Euro saniert. Außerdem wollen die Stadtwerke Bayreuth weiter in die Fernwärmeversorgung investieren und das Contracting-Geschäft ausbauen.

(Quelle: Stadtwerke Bayreuth)