Stadt Bayreuth

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30.09.2011

Stadtwerke investieren in eigene Stromerzeugung

Einweihung eines hocheffizienten Blockheizkraftwerks in der Lohengrin Therme

OB Dr. Michael Hohl und BEW-Geschäftsführer Jürgen Bayer (rechts) weihten das neue Blockheizkraftwerk in der Lohengrin Therme ein.Sie erzeugen mit hohem Wirkungsgrad Strom und Wärme, sind mit klimaschonendem Erdgas zu betreiben und dezentral einsetzbar: Blockheizkraftwerke (BHKWs) gelten als eine der unverzichtbaren Strategien der Energiewende. Mit dem neuen BHKW in der Lohengrin Therme Bayreuth haben die Stadtwerke Bayreuth nun eine dieser modernen Anlagen eingeweiht – im Beisein des Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzenden und Bayreuther Oberbürgermeisters Dr. Michael Hohl.

Der normale Hausbesitzer benötigt vor allem Wärme für seine Räume. Liefert die ein BHKW im eigenen Keller, fällt der Strom quasi als Nebenprodukt an. Anders bei der neuen Anlage an der Kurpromenade in Bayreuth-Seulbitz: Die Stadtwerke wollen hier in erster Linie Strom erzeugen. Weil aber ein BHKW nur dann wirtschaftlich betrieben werden kann, wenn die Wärme ganzjährig vor Ort abgenommen wird, ist die Lohengrin Therme ein idealer Standort.

„Die vom BHKW produzierte Wärme wird komplett im Gebäude selbst verwendet, für die Spitzenlast stehen zwei Erdgas-Brennwertkessel bereit“, erläutert Projekt-Leiter Stefan Prziklang. So erreiche man die große Zahl von ca. 7.000 Benutzungsstunden im Jahr, was die Anlage erst rentabel macht. Der Strom wird zum Teil in der Therme verbraucht und zum Teil ins lokale Netz eingespeist. „Der Ausbau der eigenen Stromerzeugung steht ganz oben auf unserer Agenda“, betont Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Bayer.

Für Bayreuths Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl ist das BEW-Projekt in der Lohengrin Therme ein Paradebeispiel für die Bemühungen der Stadtwerke, bei der Stromerzeugung der Zukunft noch mehr auf die eigene Stärke zu setzen. „Die Kommunen spielen beim Zukunftsthema Energiewende eine wichtige Rolle. Auch in Bayreuth heißt die Devise daher ganz klar, die Anstrengungen zur Eigenstromerzeugung mit solchen erfolgversprechenden Projekten zu intensivieren und damit ein Stück mehr energiepolitische Unabhängigkeit zu erreichen.“

Nutzung von Biogas möglich

In das BHKW wurden rund 380.000 Euro investiert. Gut angelegtes Geld, wie Hohl meint: „Die Anlage ist nicht nur aktueller Stand der Technik, sondern sogar bereits für Biogas ausgelegt, also für einen regenerativen Energieträger.“ Die Entscheidung, sich auf die Verwendung von Biogas vorzubereiten, sei ganz bewusst getroffen worden, sagt Bayer. So wolle man in den kommenden Jahren die Nutzung erneuerbarer Energiequellen in der Region verstärken.

Zunächst wird das BHKW jedoch mit Erdgas beschickt, das von allen fossilen Energieträgern die geringsten Kohlendioxid-Emissionen aufweist. Mit 360 Kilowatt elektrischer und 530 Kilowatt thermischer Leistung besitzt die neue Anlage mehr Power als die beiden Vorgänger-BHKWs zusammen. Im Vergleich zur getrennten Erzeugung von Strom in einem üblichen Kraftwerk und Wärme mit einer normalen Heizung werden 37 Prozent an Primärenergie eingespart. Das bedeutet pro Jahr rund 700 Tonnen weniger Ausstoß von Kohlendioxid.

Anpassung der Leistung

Für die Inbetriebnahme des BHKW wurde die Sommerpause der Therme genutzt. Die ausgewählte Anlage sei ein Premium-Modell, so Prziklang, denn schließlich habe eine hohe Versorgungssicherheit gerade in der Therme Priorität. „Zehn Jahre Garantie auf alle Komponenten sprechen für sich.“ Das BHKW läuft nicht ständig auf Hochtouren, sondern passt sich automatisch an den jeweiligen Wärmebedarf an. Wie das funktioniert, lässt sich am besten in Analogie zu einem Automotor verstehen. Prziklang: „Ein BHKW ist ja eigentlich nichts anderes. Wenn mehr Wärme benötigt wird, tritt also die Anlage quasi stärker aufs Gas.“