Stadt Bayreuth

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11.07.2005

Städtenetz arbeitet an eigenem Schienenkonzept

Was wird aus dem Fernverkehrsanschluss Bayreuths auf der Sachsen-Franken-Magistrale von Nürnberg nach Dresden? Mit Blick auf die jüngst bekannt gewordenen Überlegungen der Deutschen Bahn AG, die IC-Züge auf dieser Strecke zu beschleunigen und die Magistrale über Stuttgart bis nach Karlsruhe zu verlängern, fordert Oberbürgermeister Dr. Dieter Mronz eine möglichst rasche Rückkehr der Neigetechnikzüge auf die Strecke von Nürnberg nach Dresden sowie ein stimmiges Konzept aus Fahrplan, Infrastruktur, Tarifen und Marketing. Gegenwärtig arbeitet das Sächsisch-Bayerische Städtenetz zudem mit Hochdruck an solchen Vorschlägen für einen hochwertigen, wirtschaftlich sinnvollen Fern- und Regionalverkehr.

ICE in BayreuthWie bereits berichtet, werden bei der Deutschen Bahn AG eine Verlängerung der IC-Linie Dresden-Nürnberg bis nach Karlsruhe sowie Maßnahmen zur Beschleunigung des Zugverkehrs auf dieser Strecke zum Fahrplanwechsel 2006 erwogen. Die Stadt Bayreuth wird derzeit mit nur einem IC-Zugpaar bedient, die anderen werden über Marktredwitz geführt. Auch die jetzt angedachte Weiterführung der Strecke bis ins badische Karlsruhe soll an dieser Struktur nichts verändern.

Ein Zustand, den der Oberbürgermeister als auf Dauer untragbar und am realen Bedarf vor Ort vorbei geplant kritisiert. Wenn die Deutsche Bahn nun Fahrzeitverkürzungen auf der Sachsen-Franken-Magistrale ankündige, sei gar zu befürchten, dass diese einmal mehr auf dem Rücken der Bayreuther Bahnkunden ausgetragen werden sollen. Denn: “Für eine vernünftige Fernverkehrsanbindung der Stadt Bayreuth ist infrastrukturbedingt der Einsatz von Neigetechnikzügen unabdingbar.” Nach den der Stadt vorliegenden Informationen sei jedoch auch für 2006 kein Einsatz des zur Reparatur abgezogenen Neigetechnikzuges VT 612 zu erwarten, da seine technischen Probleme nach wie vor nicht behoben sind.

“Unzureichende Zuggarnituren, stehen gelassene Reisende und stundenweise vertröstete Wartende bedeuten nun schon seit Monaten einen blamablen Tiefststand an Mindeststandards der Deutschen Bahn AG bei der Bedienung der Bayreuther Bahnkunden”, so OB Dr. Mronz. Der Oberbürgermeister erinnert in diesem Zusammenhang an die Zusage von DB-Chef Hartmut Mehdorn, den Neigetechnikzug VT 612 nach erfolgter Umrüstung wieder als IC auf der Sachsen-Franken-Magistrale über Bayreuth einzusetzen. “Die sächsisch-fränkische Grenzregion und das gemeinsame Städtenetz zählen auf diese Zusage und erwarten für den Neustart ein stimmiges Konzept in Sachen Fahrplan, Infrastruktur und Marketing.”

Parallel dazu arbeitet das Sächsisch-Bayerische Städtenetz nach Angaben des Oberbürgermeisters derzeit mit Hochdruck an eigenen Vorstößen, mit denen der Bahn eine fundierte Fahrplangrundlage an die Hand gegeben werden soll und die einen wirtschaftlichen Betrieb des Fern- sowie des hochwertigen Regionalverkehrs auf der Sachsen-Franken-Magistrale zum Ziel haben. Damit sollen die bisherigen Abwehrargumente der Bahn hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit der Strecke Nürnberg – Dresden mit Halt in Bayreuth entkräftet werden.

Grundlage der gemeinsamen Überlegungen ist ein Integraler Taktfahrplan (ITF), wie er bereits in vielen Ländern – so in der Schweiz oder den Niederlanden – aber auch in weiten Teilen Deutschlands mit Erfolg eingesetzt wird. Das System des ITF ist einfach, systematisch und kundenfreundlich. Alle Züge verkehren in festen Linien im Takt, beispielsweise jede Stunde oder alle zwei Stunden.

Umsteigebahnhöfe werden als Knoten ausgelegt. Zu bestimmten Zeiten treffen sich dort Fern- und Nahverkehrszüge und machen so ein schnelles Umsteigen möglich.

Bereits in der zweiten Julihälfte wird das Städtenetz nach Angaben des Oberbürgermeisters sein Konzept, das in einem ersten Schritt ohne größere Investitionen kurzfristig zu realisieren wäre, mit Vertretern des Schienennahverkehrs diskutieren. Daran anschließend wollen die fünf Oberbürgermeister des Städtenetzes die politisch Verantwortlichen im Bundesverkehrsministerium für die Vorschläge gewinnen und die Öffentlichkeit entlang der Magistrale mobilisieren.