Stadt Bayreuth

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17.11.2010

Städtenetz fordert bessere Zuganbindung

Sitzung der Oberbürgermeister des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes in Hof

Die Oberbürgermeister von Bayreuth, Hof, Plauen, Zwickau und Chemnitz fordern eine bessere Bahnverbindung zwischen Nürnberg und Dresden. Die Franken-Sachsen-Magistrale müsse unter vollwertiger Einbindung der Stadt Bayreuth zu einer konkurrenzfähigen Fernverkehrsverbindung ausgebaut werden. 

Zum jährlich tagenden Lenkungsausschuss des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes in Hof trafen sich die fünf Stadtoberhäupter Petra Wesseler (Chemnitz), Dr. Pia Findeiß (Zwickau), Ralf Oberdorfer (Plauen), Dr. Harald Fichtner (Hof) und Dr. Michael Hohl (Bayreuth). 

Insgesamt 15 Jahre ist das Städtenetz nun aktiv und hat bei seinen Projekten Glanzpunkte wie beispielsweise die JugendKunstTriennale gesetzt. Die Kooperation zwischen den Städten ist intensiv und eng. Gerade im Bereich Verkehrsanbindung über die Schiene kämpft das Städtenetz seit Jahren kontinuierlich um Verbesserungen, initiiert über Gesprächsrunden und Verkehrskonferenzen notwendige Abstimmungen und Weiterentwicklungen auf der Sachsen-Franken-Magistrale Nürnberg – Dresden. Unabhängig der erreichten Teilziele gilt es dabei, den Status quo zu erhalten und ständig Verbesserungen einzufordern. 

Die fünf Stadtoberhäupter bewerteten die Ergebnisse der Zusammenarbeit in den vergangenen 12 Monaten und definierten die Ziele für die nächsten Jahre. Insgesamt kann das Städtenetz auf ein erfolgreiches Arbeitsjahr 2010 zurückblicken. Trotz des Wegfalles der staatlichen Förderung arbeiten die fünf Städte weiterhin zusammen, wenngleich nicht alle erwünschten und notwendigen Projekte durchgeführt werden konnten. Gemeinsame Rad- und Sportevents wurden initiiert, Tourismuspräsentationen abgehalten, Workshops innerhalb der Triennale durchgeführt und ein Städtenetz-Dampfexpress begleitet. Im Mittelpunkt stand der Kampf um die Sachsen-Franken-Magistrale, bei dem ein enger Schulterschluss mit den benachbarten Metropolregionen herbeigeführt wurde.

Das Städtenetz freut sich, dass es wesentlich dazu beitragen konnte, die Elektrifizierung Reichenbach – Hof zu realisieren. Dies ist ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung der Schienenanbindung des Städtenetzes. Als Ziel fordert das Städtenetz die umsteigefreie Direktverbindung Nürnberg – Dresden im Stundentakt auf der Basis des integrierten Taktfahrplanes. Damit verbunden ist die Aufforderung an die Aufgabenträger des Schienenverkehrs, sich eng abzustimmen, um nach Fertigstellung des City-Tunnels Leipzig die Anbindung nach Leipzig zu verbessern.

Die Strategie des Städtenetzes zur Verbesserung der Schienenbindung ist die enge Abstimmung mit den Metropolregionen Nürnberg und Mitteldeutschland. Der Schulterschluss mit diesen Metropolregionen wurde bereits durch eine gemeinsame Absichtserklärung zum Schienenverkehr praktiziert.

Gemeinsame Arbeit wird auch 2011 fortgesetzt

Auch ohne Staatsförderung wird das Städtenetz – in 2011 deshalb mit vermindertem Etat – seine Arbeit fortsetzen. Als Hauptaufgabe wird die Unterstützung der Abstimmung aller Verkehrsakteure auf der Sachsen-Franken-Magistrale angesehen, um ein gutes Verkehrsangebot auf der Schiene zu erreichen. Dringend wird die schnelle weitere Elektrifizierung nach Marktredwitz und nach Nürnberg gefordert. Nur so kann der Vorteil der aktuell laufenden Elektrifizierung Reichenbach – Hof ausgenutzt werden. 

Podiumsdiskussion mit Lothar de Mazière

Anlässlich des 20. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung konnte Lothar de Maizière, der letzte Ministerpräsident der DDR und Mitgestalter der Wiedervereinigung, als Referent im Anschluss an die Städtenetzsitzung gewonnen werden. Dies war für alle Anwesende eine Chance, hautnah diese Ereignisse von 1990 mitzuerleben.

In der Talkrunde unter der Leitung von Werner Mergner von der Frankenpost Hof diskutierten anschließend die ehemaligen Oberbürgermeister der Netzstädte, Rainer Eichhorn (Zwickau), Dr. Rolf Magerkord (Plauen), Dieter Döhla (Hof), Dr. Dieter Mronz (Bayreuth) und Dr. Peter Seifert (Chemnitz) mit de Maizière und Hofer Schülern die Geschehnisse rund um die deutsche Wiedervereinigung. Dabei waren im Auditorium zahlreiche Zeitzeugen aus dem Städtenetz anwesend. Schüler aus den drei Hofer Gymnasien gestalteten einen passenden Rahmen mit einer Ausstellung zu diesem Thema und verfolgten als Zuhörer gespannt den Ausführungen der Zeitzeugen oder brachten sich als Diskussionspartner ein.