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07.12.2012

Städtenetz pocht auf stündlichen Franken-Sachsen-Express

Arbeitstreffen der Oberbürgermeister der im Sächsisch-Bayerischen Städtenetz zusammengeschlossen Kommunen

Der stündlich von Nürnberg nach Dresden verkehrende Franken-Sachsen-Express (FSX) ist in seinem Betrieb über das Jahr 2013 hinaus noch nicht gesichert. Auch die Fortführung der Elektrifizierung der Sachsen-Franken-Magistrale, die derzeit mit Hochdruck von Reichenbach bis Hof erfolgt, ist noch nicht geklärt. Mit diesen Problemkreisen hat sich der Lenkungsausschuss des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes bei seiner jüngsten Tagung in Plauen intensiv befasst.

Die Sicherung einer durchgängigen Bahnverbindung auf der Sachsen-Franken-Magistrale verlangt mehr denn je die enge und intensive Zusammenarbeit der fünf Oberzentren, die sich im Sächsisch-Bayerischen Städtenetz organisiert haben. Die Oberbürgermeisterinnen Dr. Pia Findeiß (Zwickau), Brigitte Merk-Erbe (Bayreuth) und Bürgermeisterin Petra Wesseler (Chemnitz) sowie ihre Kollegen Dr. Harald Fichtner (Hof) und der gastgebende Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (Plauen) haben sich auf der diesjährigen Sitzung des Lenkungsausschusses darauf verständigt, die Anstrengungen des Städtenetzes beim Thema Schienenverkehr weiter zu intensivieren.

Fortführung Franken-Sachsen-Express

Andreas Schulz und Johannes Schneider von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft sowie Thorsten Müller vom Zweckverband ÖPNV Vogtland informierten zur Fortführung des FSX. Danach ist es lediglich gesichert, dass der RegionalExpress 3 bis 2016 zweistündlich fährt. Die Zusage von Bahnchef Grube für die Fortsetzung des von der DB AG eigenwirtschaftlich betriebenen IRE 1 im Jahr 2014 ist noch nicht vertraglich gesichert. Man muss wissen, dass die Zusage an Bedingungen zwischen DB AG und Freistaat Sachsen geknüpft ist, die noch nicht erfüllt sind. Über das Jahr 2014 hinaus wird eine Fortführung von der DB Regio AG abgelehnt. In der Konsequenz müssen diesen Zug die Freistaaten Bayern und Sachsen selbst bestellen und bezahlen.

An die Adresse des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr appellieren die Oberbürgermeister des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes deshalb, „die Zweckverbände für die zusätzliche Verkehrsleistung mit zusätzlichen Finanzmitteln auszustatten.“

Vom Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen wird die Ausschreibung eines elektrischen Fahrzeugpools vorbereitet. Damit soll der Eisenbahnverkehr bis zur durchgängigen Elektrifizierung überbrückt werden. Aufgrund der fehlenden Elektrifizierung auf bayerischer Seite zwischen Nürnberg und Hof müssen beim Einsatz von elektrischen Zügen für den RE 3 die Fahrgäste in Hof umsteigen. Ausdrücklich begrüßen die Oberbürgermeister die Inbetriebnahme der Elektrifizierung bis Hof ab 2013. „Wir akzeptieren daher den elektrischen Betrieb und das Umsteigen in Hof aller zwei Stunden, wenn dafür den Reisenden mit dem IRE 1, der um eine Stunde versetzt fährt, die umsteigefreie Verbindung mit den Dieselfahrzeugen erhalten bleibt. Für das Städtenetz als Bindeglied der fünf Oberzentren ist es unabdingbar, dass der FSX auch nach Dezember 2013 stündlich verkehrt. Dabei wechseln sich der elektrische Zug und der Dieselzug ab. Aller zwei Stunden ist eine schnelle und umsteigefreie Verbindung zwischen Nürnberg und Dresden mit einer Fahrzeit unter 4 h 15 min und direkter Einbindung Bayreuths zu erhalten.“ Wie wichtig die Forderung der Oberbürgermeister ist, belegen die stetig steigenden Fahrgastzahlen seit Umstellung auf den schnellen 1-Stunden-Takt im Jahr 2007.

Aus der Pflicht wollen die Oberbürgermeister des Städtenetzes dabei auch die Deutsche Bahn AG nach 2014 nicht entlassen. „Es kann nicht sein, dass die Deutsche Bahn AG nur noch die attraktiven Linien zwischen den größten Metropolen als Fernverkehr betreibt. Franken und Südwestsachsen als wichtige Wirtschaftsregion müssen erreichbar sein.“ Durch eine gemeinsame Finanzierung des IRE 1 zusammen mit den Ländern könnte die Deutsche Bahn klar zeigen, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst ist. Um ihre Forderung zu unterstreichen haben die Stadtoberhäupter mit einem Schreiben an Bahnchef Dr. Rüdiger Grube interveniert. Die Antwort ist bisher nicht befriedigend.

Brigitte Merk-Erbe, Ralf Oberdorfer, Pia Findeiß und Petra Wesseler (v.l.) im Plauener Rathaus nach der Tagung des Lenkungsausschusses des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes. Harald Fichtner musste vorzeitig die Beratung verlassen. Foto: Brand-AktuellFortführung Elektrifizierung

Aktuell freuen sich die Oberbürgermeister, dass für den Streckenabschnitt Hof – Marktredwitz/Schirnding der Bund und die Deutsche Bahn AG sich in die Kosten der Vorplanung teilen. Das ist ein weiterer Meilenstein. Damit wird bei der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes 2015 ein wichtiger Schritt zur Eingruppierung in die gewünschte Kategorie „laufende Vorhaben“ vollzogen.

„Wir werden mit Druck auf eine rasche Umsetzung der Elektrifizierung bis Marktredwitz und Schirnding hinwirken“, so die Stadtoberhäupter. Die Investition nutzt sowohl der von der Deutschen Bahn für den Güterverkehr präferierten Trasse nach Regensburg, als auch dem Personenverkehr nach Nürnberg. Damit soll der „Richtungsstreit“, ob zuerst nach Regensburg oder Nürnberg elektrifiziert wird, nicht zum Stillstand der gesamten Investitionen führen.

An dem Ziel, dass die Elektrifizierung noch in diesem Jahrzehnt Nürnberg erreichen soll, halten die Oberbürgermeister unbedingt fest. Nur so können komfortable elektrische Neigezüge auf der Sachsen-Franken-Magistrale die Bahnqualität bieten, die die Fahrgäste brauchen. Die Oberbürgermeister appellieren daher an Bund und Bahn, die Elektrifizierung der Sachsen-Franken-Magistrale nicht nur im neuen Bundesverkehrswegeplan 2015 zu belassen, sondern mit höchster Priorität auch zu realisieren.

(Quelle: Pressemitteilung der Stadt Plauen v. 6.12.2012)