Stadt Bayreuth

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19.10.2005

Stärkung des Französischunterrichts gefordert

Mit großer Besorgnis verfolgt die Stadt Bayreuth die Entwicklung des Fremdsprachenangebots an den bayerischen Grundschulen. Oberbürgermeister Dr. Dieter Mronz hat jetzt an Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider appelliert, den derzeitigen Abbau des Französisch-Unterrichts vor allem an den Grundschulen und die einseitige Festlegung auf Englisch zu revidieren.

Französisch als unmittelbare Nachbarsprache Deutschlands habe europäische, ja weltweite Bedeutung, so der Oberbürgermeister, und sei gerade für die zentrale innereuropäische Verständigung zwischen Deutschen und Franzosen unverzichtbar. Aber auch für die Integration der gesamten Europäischen Union sei die französische Sprache von besonderer Bedeutung.

In seinem Schreiben verweist Dr. Mronz auf die Vereinbarungen des nach wie vor gültigen deutsch-französischen Elyseévertrags von 1963, in dem sich Deutschland verpflichtet habe, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Zahl der deutschen Schüler, die Französisch lernen, zu erhöhen. Die Festlegungen des Bayerischen Kultusministeriums stünden hierzu jedoch in deutlichem Gegensatz. „Ein wirkliches, auch zukünftiges Miteinander, gefördert durch funktionierende Städtepartnerschaften und Austauschprogramme, wie zwischen den Städten Annecy und Bayreuth, kann nur über das Medium Sprache nachhaltig am Leben gehalten werden“, schreibt Dr. Mronz. Die Vermittlung des Französischen an der Grundschule sei hierzu eine unerlässliche Voraussetzung, weil sie bereits Kinder in dieser Altersgruppe an die Sprache und Kultur des westlichen Nachbarlandes heranführe. Für eine dauerhafte deutsch-französische Verständigung sei der Kurs der Staatsregierung daher nicht nachvollziehbar.

Mit ihrer Besorgnis über die Festlegungen des Kultusministeriums ist die Stadt nicht allein. Die einseitige Beschränkung des fremdsprachlichen Unterichts an Grundschulen auf Englisch wurde erst unlängst auch vom Deutsch-Französischen Regionalverband Franken scharf kritisiert. Interkulturelle Kommunikation, Städtepartnerschaften und Austauschprogramme könnten schließlich nur mit entsprechenden Sprachkenntnissen dauerhaft gepflegt werden.

Der Oberbürgermeister fordert, zur Stärkung des Französischen diesen Sprachunterricht möglichst früh, nämlich, wie im Fach Englisch, schon in der Grundschule anzubieten. In Frankreich ist man hierbei schon ein ganzes Stück weiter, wie der Blick auf Bayreuths Partnerstadt Annecy zeigt. So sieht die Reform des Fremdsprachenunterrichts an französischen Schulen vor, dass deren Grundschüler Deutsch als erste Fremdsprache wählen können. Da in Annecy nicht ausreichend Lehrkräfte mit den entsprechenden Kenntnissen der deutschen Sprache verfügbar sind, greifen die dortigen Schulen jetzt auf die Hilfestellung von Fremdsprachenassistenten aus Bayreuth zurück, die die Möglichkeit haben, in den französischen Schulen erste pädagogische Erfahrungen zu sammeln. Durch die reibungslose Kooperation beider Partnerstädte konnte bereits eine ganze Reihe von Bayreuther Studenten erfolgreich vermittelt werden.