Stadt Bayreuth

23.12.2009

Starthilfe der Stadt

Günstige Büros für junge Unternehmer

Mark Beyer (links) und Stefan Dressel Sein eigener Herr sein, unabhängig von Arbeitgebern, Entscheidungen selbst treffen, mit Fleiß sein Einkommen selbst bestimmen – Ideale eines jeden Selbstständigen. Doch der Weg zu einer erfolgreichen Karriere in diesem Bereich ist mühsam. Es warten genug Stolperfallen, Hilfe von Fachkundigen ist oft angebracht.

Diese Unterstützung bietet unter anderem das Institut für Existenzgründung (IfE) von Stefan Dressel und Mark Beyer. Es hat bei seiner eigenen Existenzgründung selbst Hilfe erfahren durch die Stadt Bayreuth, die im Ober- und Dachgeschoss des ehemaligen Leers’schen Waisenhauses in der Bernecker Straße 11, einem Gebäude aus der Gründerzeit, eine „Gründeretage“ eingerichtet hat. Insgesamt rund 170 Quadratmeter Bürofläche werden dort in St. Georgen günstig an Existenzgründer vermietet. Auch Beyer und Dressel haben dort neben einer Software-Firma und anderen Dienstleistern seit September ihr Büro.

„Das Grundstücksamt vermietet zu fairen Konditionen“, sagen die Beiden, die im vergangenen Mai ihr IfE gründeten und neben dem Hauptsitz in Gefrees – der 36-jährige Mark Beyer stammt aus Gefrees, der zwei Jahre ältere Stefan Dressel aus Weißenstadt – eine Geschäftsstelle in Bayreuth eröffneten, als auf der „Gründeretage“ geeignete Räume frei wurden. Beide sind seit 2001 Diplom-Betriebswirte, hatten an der Fachhochschule Hof unterschiedliche Studien-Schwerpunkte (Steuerrecht der eine, Marketing der andere) und lernten das Berufsleben unter anderem in Münchener Kanzleien und Agenturen auch von der Angestellten-Seite kennen.

Durch einen Artikel im Bayreuth-Magazin, der die Aktivitäten der Stadt Bayreuth für Existenzgründer beleuchtete, und durch Kontakte zum städtischen Amt für Wirtschaftsförderung wurden Dressel und Beyer auf die Möglichkeit aufmerksam, sich in der Bernecker Straße niederzulassen. „Wir haben es dort getroffen; die Verkehrsanbindung ist optimal. Wir können Seminarräume in unterschiedlicher Größe nutzen, teilen uns mit den anderen Mietern eine Küche“, berichtet Stefan Dressel. Der Aufenthalt in der „Gründeretage“ ist zeitlich begrenzt, doch erhalten die jungen Unternehmen genügend Zeit, um Fuß zu fassen. „In Großstädten ist es ja leider so, dass man sich nach nur einem halben Jahr schon nach etwas Neuem umsehen muss“, ergänzt Mark Beyer. Das sei natürlich nicht im Interesse der Unternehmer, die gerade einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hätten und dann nicht mehr an gewohnter Stelle zu finden seien.

Das IfE hat einen guten Start hingelegt. Mit Flyern, über das Internet und dank eines Netzwerks hat sich das Unternehmen bekannt gemacht – ganz so, wie es Stefan Dressel und Mark Beyer auch ihren Kunden empfehlen, wenn diese eine Existenz gründen und erfolgreich aufbauen wollen. „Man darf nicht abwarten, was passiert, sondern muss werben, präsent sein, auf sein breit gefächertes Angebot hinweisen“, raten die Betriebswirte. Sie bieten ihre eigenen Dienste „vor, bei und nach der Gründung eines Unternehmens“ an, so etwa bei Seminaren, die das Vermitteln von Grundlagenwissen zum Inhalt haben.

Der Kreis potenzieller Kunden ist groß, „es kommen alle Bereiche in Frage, Neuunternehmer, Freiberufler, Gründer aus der Arbeitslosigkeit“, beschreibt Dressel den Kundenkreis. Für den wird dann von der Checkliste über den Businessplan bis hin zum Marketingkonzept alles Notwendige erstellt, um sich erfolgreich auf dem jeweiligen Markt zu positionieren. Zu einem wöchentlich stattfindenden kostenlosen Beratungstag kommen die erwähnten Seminare und auch noch vertiefende Workshops. Schon bald will das IfE bayernweit agieren, der Start in Bayreuth war dann dafür eine gute Grundlage.