Stadt Bayreuth

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06.08.2009

Startschuss fürs Projekt RW21

Bis Ende 2010 wird das ehemalige Oberpaur-Domizil zum “Haus des lebenslangen Lernens” umgebaut

Nach vielen Jahren der Diskussion und der Suche nach einem geeigneten Standort hat die Stadt Bayreuth ein neues Domizil für ihre Stadtbibliothek und ihre Volkshochschule gefunden. Als “Haus des lebenslangen Lernen” wird das ehemalige Oberpaur-Haus in der Richard-Wagner-Straße auf über 5.000 Quadratmetern Nutzfläche die beiden Einrichtungen künftig beherbergen. Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl und Oberfrankens Regierungspräsident Wilhelm Wenning gaben jetzt bei einem Pressetermin gemeinsam den offiziellen Startschuss für das Bauprojekt, das künftig unter dem Namen “RW21 – Stadtbibliothek – Volkshochschule” firmieren wird.

Nachdem die Stadt Bayreuth das Anwesen, in dem früher das Bekleidungshaus Oberpaur untergebracht war, inzwischen angekauft hat, stehen umfangreiche Umbauarbeiten an, die voraussichtlich Ende 2010 abgeschlossen sein werden. Der kalkulierte Kostenrahmen für den Umbau des Gebäudes liegt bei rund drei Millionen Euro, für deren Finanzierung die Stadt auch auf hohe staatliche Fördermittel hofft.

Im ehemaligen Oberpaur-Haus in der Richard-Wagner-Straße entsteht Bayreuths

Lange Entwicklungsgeschichte

Beim symbolischen ersten Spatenstich erinnerte OB Dr. Hohl an die lange Entwicklungsgeschichte, die das Projekt RW21 hinter sich hat. Bis ins Jahr 1986 reichen die ersten Stellungnahmen der Stadtbibliothek, in denen auf die mangelhafte Unterbringung der Einrichtung mitsamt der Jugendbücherei hingewiesen wurde. Angesichts kontinuierlich steigender Nutzer- und Ausleihzahlen der Bibliothek wurden deren Raumprobleme in den vergangenen Jahren immer drängender. Gleiches gilt für die Volkshochschule, die seit dem Jahr 2000 zudem eine deutliche Ausweiterung ihres Kursangebotes vorgenommen hat. “Mittlerweile sind die vhs-Kurse auf mehr als 40 Standorte im gesamten Stadtgebiet verteilt, was natürlich mit einem immensen organisatorischen Aufwand verbunden ist und nicht immer die im Sinne einer qualitativ hochwertigen Erwachsenenbildung nötigen räumlichen Voraussetzungen bietet”, so Dr. Hohl. Vor allem aber im Hinblick auf Fachräume für spezielle Kurse gebe es einen erheblichen Nachholbedarf für die Volkshochschule, der jetzt mit dem Projekt RW21 dauerhaft abgearbeitet werden soll.

Hohe staatliche Förderung aus dem Konjunkturpaket II

„Das Projekt RW21 ist ein außergewöhnliches städtebauliches Projekt: Endlich wird ein lang andauernder Leerstand eines prägenden Gebäudes in der Richard-Wagner-Straße beseitigt und gleichzeitig entsteht für jung und alt eine attraktive Anlaufstelle für Bildung. Zudem leistet eine moderne öffentliche Bildungseinrichtung in der Innenstadt einen wichtigen Beitrag, das Stadtzentrum zu stärken“, so Regierungspräsident Wilhelm Wenning. „Deshalb wird die Regierung von Oberfranken demnächst 1,2 Millionen Euro Städtebaufördermittel des Bundes aus dem Konjunkturpaket II bewilligen.“

Mit dem 2006 von vhs und Stadtbibliothek erarbeiteten Konzept für ein “Zentrum des Lebenslangen Lernens”, wie der Arbeitstitel seinerzeit noch hieß, wurden die Weichen für eine nachhaltige qualitative Verbesserung der Leistungsfähigkeit beider Einrichtungen gestellt, Verknüpfungspunkte in den Angeboten zum Lebenslangen Lernen erkannt, Inhalte möglicher neuer Aufgabengebiete benannt sowie unter anderem bereits recht detaillierte Funktionsbereiche für das Oberpaur-Haus dargestellt.

“Ich bin froh, dass wir für diese konzeptionelle Arbeit mit dem Ankauf des Oberpaur-Hauses Anfang dieses Jahres auch die räumlich passende Antwort gefunden haben”, betonte Dr. Hohl. Bei aller Euphorie um das neue Projekt, gelte es in den kommenden Monaten des Umbaus aber auch, die angespannte Haushaltslage der Stadt Bayreuth nicht aus den Augen zu verlieren und Augenmaß walten zu lassen: “Es wird nicht möglich sein, allen Wünschen Rechnung zu tragen und sicher wird es notwendig sein, an der einen oder anderen Stelle Abstriche zu machen.”

Wichtiger Baustein für die Bildungsstadt Bayreuth

Was bereits die Planungsphase charakterisiert, wird später auch ein wichtiges Grundprinzip im “RW21” sein: eine gute und offene Kooperation aller Beteiligten. In diesem Gebäude werden vor allem Stadtbibliothek mit Jugendbibliothek und Volkshochschule gemeinsam arbeiten, dazu findet ein Teil des Stadtarchivs endlich den dringend benötigten Platz und das Konzept für die Nutzung sieht die enge Einbindung auch externer Kooperationspartner vor. “Damit wird das RW21 zu einem weiteren wichtigen Baustein der Bildungsstadt Bayreuth mit Ausstrahlung in die gesamte Region”, freute sich Dr. Hohl.

Sein Dank galt neben den beteiligten Fachdienststellen der Stadtverwaltung auch und vor allem der Regierung von Oberfranken. An die Adresse von Regierungspräsident Wenning gerichtet, verwies der Oberbürgermeister auf die frühzeitige Unterstützung, die dem Vorhaben von dessen Seite signalisiert worden war: “Sie sind damit zu einem wichtigen Partner für dieses Projekt geworden. Es ist mir daher auch eine besondere Freude, dass Sie heute gemeinsam mit mir den Startschuss dafür geben.”