Stadt Bayreuth

IM FOKUS

18.08.2009

Sultan war Patron des Festspielhauses

Osmanischer Herrscher zeichnete 1872 drei Patronatsscheine

Der Sultan von Konstantinopel hat im September 1872 drei Patronatsscheine zur finanziellen Unterstützung des Baus des Festspielhauses in Bayreuth gezeichnet. Dies haben jetzt Recherchen in den Archiven des Richard Wagner Museums in Bayreuth zutage gefördert.

Gemeinsam mit dem türkischen Generalkonsul Mehmet Selim Kartal und Museumsdirektor Dr. Sven Friedrich hat Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl auf diese überraschenden historischen Zusammenhänge bei einem Pressegespräch im Neuen Rathaus hingewiesen.

Stellten die Partonatsscheine vor (von links): Museumsdirektor Dr. Friedrich, Generalkonsul Kartal und Oberbürgermeister Dr. Hohl

Sultan Abdülaziz zeichnete im September 1872 drei Partonatsscheine im Wert von insgesamt 900 Talern, die im Original in den Archiven des Richard Wagner Museums schlummern. Sie berechtigten ihn im Gegenzug zum Besuch der geplanten „Ring“-Aufführungen – und zwar „auf einem bequemen Sitzplatz“, wie es in den Dokumenten heißt. Abdülaziz selber kam aber nicht in den Genuss der ersten Festspielpremiere. Dies dürfte wohl seinem Neffen Sultan Abdülhamid II. vorbehalten geblieben sein. Als Amtsnachfolger des Onkels war er vermutlich 1876 auch Besucher der Bayreuther Festspiele.

Der türkische Generalkonsul Selim Kartal, auf dessen Initiative hin die Dokumente aus den Archiven des Richard Wagner Museums ausgegraben wurden, betonte die frühen freundschaftlichen Bande, die die Türkei schon damals zu den Bayreuther Festspielen geknüpft habe. OB Dr. Hohl und Museumsdirektor Dr. Friedrich wiederum sahen darin einen weiteren Beleg für die weltweite Ausstrahlung der Festspielidee Richard Wagners: „Bayreuth war schon damals international und ist es bis heute geblieben.“  

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