Stadt Bayreuth

20.11.2009

Superlegierungen und Vakuumfeinguss

Kompetenzzentrum Neue Materialien Nordbayern und VDI laden am 01. Dezember zum Vortrag ein

Das Kompetenzzentrum Neue Materialien Nordbayern und der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) laden am Dienstag, 1. Dezember, um 18:30 Uhr, zum Vortrag des Monats Dezember “Vakuumfeinguss, Superlegierungen und Keramikkernherstellung – moderne und innovative Herstellungsprozesse am Beispiel der AAT GmbH Germany” ein.

Die Referenten sind Horst Lindner und Peter Konrad, beides Geschäftsführer der Advanced Aerofoil Technologies (Germany) GmbH (AAT). Horst Lindner, Geschäftsführer mit langjähriger (internationaler) Berufserfahrung besonders im Bereich der zerspanenden Produktion und Peter Konrad, Geschäftsführer und Ingenieur der Werkstoffwissenschaften mit langjähriger (internationaler) Berufserfahrung im Bereich „Automotiv“ und Leiter der Forschung und Entwicklung bei AAT. 

Seit Februar 2008 befindet sich auf dem „Technologie-Hügel“ in Bayreuth-Wolfsbach die Firma AAT-Germany GmbH (AAT-D) mit Hauptsitz in Zürich/Schweiz. Die AAT-D ist eine Vakuumfeingießerei zur Herstellung von Turbinenschaufeln für stationäre Gasturbinen.

Diese müssen im Betrieb enorme thermische und mechanische Belastungen ertragen. Aus diesem Grund werden die Bauteile aus sog. Superlegierungen hergestellt. Zusätzlich sind die Schaufeln mit einem ausgeklügelten System aus Kühlkanälen und Hohlräumen versehen, die teils mechanisch, aber auch bereits während des Gießprozesses mittels Kernen dargestellt werden. Der Vortrag befasst sich mit der Herstellung solcher keramischen Kerne.

Die Firma AAT-D entwickelte innerhalb kürzester Zeit eine Kernmasse, um komplexe Kerne bis zu einem Volumen von ca. 500 ml mittels Hochdruck-Pulverspritzverfahren zu fertigen. Dabei wird der komplette Herstellungsprozess In-house abgebildet. Dieser beginnt bei der Herstellung des Spritzwerkzeuges, dem Anmischen des spritzfertigen Granulats über das Spritzen der Grünlinge, dem Entbindern und Sintern der Keramik bis zum fertig entgrateten Kern, einschließlich der Qualitätsprüfung. Dabei werden höchste Anforderungen an die Keramik gestellt. Diese setzen beste Kenntnisse über den gesamten Herstellungsprozess einer Turbinenschaufel voraus, denn neben der Maßstabilität bei Temperaturen von über 1500°C während des Abgusses muss auch die thermische und chemische Beständigkeit gegenüber der Metallschmelze gewährleistet sein, um den Kundenanforderungen zu genügen. Darüber hinaus muss auch die „Leachbarkeit“, d.h. das chemische Auflösen des Kernes in einer hochkonzentrierten Lauge erfolgen können, bevor man zur mechanischen Endbearbeitung übergehen kann.

Somit benötigt ein „einfacher“ Keramikkern fundierte Kenntnisse in den Bereichen Werkzeugbau, Thermodynamik, Werkstoffkunde und Messtechnik.:

Nach dem Vortrag stehen die Referenten für Fragen gerne zur Verfügung.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, aus organisatorischen Gründen wird um eine formlose Anmeldung gebeten – gerne per E-Mail.

Der Vortrag findet im Kompetenzzentrum Neue Materialien, Gottlieb-Keim-Str. 60, 95448 Bayreuth-Wolfsbach statt. Siehe Anfahrtsbeschreibung (Der Ausschilderung “Neue Materialien” folgen).

Weitere Informationen:

Stefan Kollböck
Tel.: +49 (09 21) 507 36 0
E-Mail: stefan.kollboeck@nmngmbh.de