Stadt Bayreuth

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17.04.2009

Tag gegen den Lärm – Tag der Stille

Volkshochschule, Evangelisches Bildungswerk und Forum Kulturpädagogik haben sich gegen den Lärm verbündet

Lärm ist (beinahe) allgegenwärtig. Manchmal schreckt er auf, stört empfindlich, meist aber gehört er so selbstverständlich zum Alltag, dass er schon gar nicht mehr ins Bewusstsein dringt. Aber auch unbemerkt bringt er Unruhe, erhöht die Ausschüttung von Stresshormonen, wirkt sich negativ auf die körperliche und seelische Gesundheit aus. Die Deutsche Gesellschaft für Akustik ruft daher – angelehnt an den internationalen „Noise Awareness Day“ – zum Tag gegen den Lärm auf. In diesem Jahr fällt er auf Mittwoch, 29. April.

In vielen Städten finden an diesem Tag Aktionen gegen den Lärm statt – so auch in Bayreuth, wo sich zum zweiten Mal die Kooperationspartner Volkshochschule, Evangelisches Bildungswerk und Forum Kulturpädagogik gegen den Lärm verbündet haben.

Bereits eine Dauerbelastung von 65 Dezibel schädigt Herz- und Kreislaufsystem – eine Schalldruckhöhe, die bereits in Klassenzimmern meist deutlich überschritten wird, wo bis zu 80 Dezibel gemessen werden können. Dass diese schlechte Akustik in Klassenzimmern gravierende Leistungsverschlechterungen nach sich zieht, hat unlängst eine Untersuchung an der Universität Oldenburg nachgewiesen. Ab einer regelmäßigen Beschallung mit 85 Dezibel beginnt das Gehör Schäden zu erleiden – Schwerhörigkeit ist laut Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit seit Jahren die Berufskrankheit Nummer Eins in Deutschland!

Obwohl Studien wie diese zunehmend belegen, welche zerstörerischen Wirkungen Lärm hat, werden immer noch zu wenig Konsequenzen gezogen, wird das Problem nach wie vor bagatellisiert, werden Schallschutz-Richtlinien etwa beim Bau von Gebäuden nicht ernst genug genommen.

Drei Veranstaltungen

In Bayreuth wollen die Veranstalter am „Tag gegen den Lärm“ nicht bei der Diagnose stehen bleiben, sondern etwas Positives dagegen setzen. So wird der Aktionstag gleichzeitig zum „Tag für die Stille“. Denn genau die braucht das Gehör, um sich vom Dauerstress der allgegenwärtigen Beschallung zu erholen. Und da im traditionellen Japan eine besondere Kultur der Stille gepflegt wurde, stehen heuer drei Angebote aus dem Kontext des ZEN auf dem Programm:

Am Nachmittag ab 15 Uhr lädt die Tee-Meisterin Akiko Nojiri-Kröll dazu ein, mit einer stilvollen japanischen Edosenke-Teezeremonie von der Hektik des Tages in die Stille zu kommen und den inneren Raum zu reinigen. Zu diesem Seminar, ist eine Anmeldung bei der Volkshochschule erforderlich (www.vhs-bayreuth.de), bei der auch Näheres zum Ablauf zu erfahren ist.

Im Anschluss an die Teezeremonie gibt Marianne Konhäuser ab 18 Uhr eine Einführung in die Praxis der ZEN-Meditation. Dieses Schnupperseminar, das ohne Anmeldung besucht werden kann, findet im Kleinen Saal des Evangelischen Gemeindehauses statt – ebenso wie die Abschlussveranstaltung zum Internationalen Tag gegen Lärm:

Um 20 Uhr beginnt dort ein Konzert mit Jim Franklin, einem international bekannten Meister auf der Shakuhachi-Flöte, der klassischen Bambusflöte Japans. In der Musik der Shakuhachi entsteht eine Lebendigkeit, die mit tiefer Stille gekoppelt ist. Der Abend trägt den Titel „Die Stille hören“ und bietet unter anderem traditionelle Stücke aus der meditativen Kultur des ZEN, die Honkyoku genannt werden. Karten gibt es an der Abendkasse.