Stadt Bayreuth

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12.04.2006

Tarifanpassung beim Stadtbus

Die in den vergangenen Jahren drastisch gestiegenen Spritpreise treffen nicht nur die Autofahrer, auch der öffentliche Personennahverkehr kann sich von den Folgen des Preisanstiegs an bundesdeutschen Zapfsäulen nicht abkoppeln. Verschärft wird der Kostendruck auf den städtischen Verkehrsbetrieb zudem durch die massiv gekürzten staatlichen Zuschüsse für den ÖPNV. Die Bayreuther Verkehrs- und Bäder GmbH (BVB) sieht sich daher nach zwei Jahren zu einer moderaten Erhöhung der Fahrpreise im Stadtbusverkehr gezwungen. Sie beträgt im Schnitt etwa vier Prozent.

Zuschüsse auf breiter Front gekürzt

Die seit Sommer 2004 unveränderten Fahrpreise für den Bayreuther Stadtbusverkehr sind in den vergangenen Monaten gleich mehrfach unter Druck geraten. Über 60 000 Euro muss der Verkehrsbetrieb im Vergleich zu 2004 pro Jahr mehr für die Treibstoffkosten seiner Busflotte aufwenden. Verschärft wird diese Situation durch den Umstand, dass die staatlichen Zuschüsse von Bund und Land für den öffentlichen Personennahverkehr inzwischen ebenfalls auf breiter Front gekürzt werden. Beim Verkehrsbetrieb reißt dies ganz aktuell ein weiteres Loch in Höhe von über 52 000 Euro in die Kalkulation. Und für die kommenden Jahre kündigen sich weitere Einschnitte an. Nach Angaben von BVB-Geschäftsführer Hans Nestmann werden die staatlichen Zuschüsse für die Beschaffung neuer Omnibusse bereits in diesem Jahr kräftig gekürzt und für die Folgejahre 2007 und 2008 sogar vollständig ausgesetzt. „Dies zwingt uns, unsere Absichten bezüglich des Ankaufs neuer Fahrzeuge kritisch zu überdenken“, so Nestmann.

Alles in allem produzieren diese Faktoren einschließlich der gestiegenen Löhne und sonstigem Materialaufwand Mehrkosten für den ohnehin defizitären Stadtbusverkehr in Höhe von knapp 300 000 Euro. Vor diesem Hintergrund haben die BVB-Verantwortlichen jetzt grünes Licht für eine moderate Fahrpreiserhöhung gegeben, die im Schnitt bei etwa vier Prozent liegt. Sie wird die inzwischen entstandenen Mehrkosten jedoch nur etwa zur Hälfte auffangen können.

Ausnahme Einzelfahrschein

Ausgenommen von der Preiserhöhung bleibt aus verkaufstechnischen Überlegungen der Einzelfahrschein für Erwachsene, Kinder und Jugendliche, der unverändert für 1,70 Euro beziehungsweise einen Euro verkauft wird. Kinder unter sechs Jahren dürfen den Stadtbus weiterhin in Begleitung eines Erwachsenen umsonst benutzen.

Und so sieht das sonstige, zum 1. Juli geltende neue Preisgefüge aus, das der Aufsichtsrat der BVB in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat.

Die Mehrfahrtenkarte für Erwachsene (acht Fahrten) kostet künftig im Vorverkauf neun Euro (bislang 8,50 Euro), für Kinder und Jugendliche 5,50 Euro (bislang 5,20 Euro). Wer sich das Ticket im Bus kauft, zahlt als Erwachsener zehn Euro (bislang 9,50 Euro). Für Kinder und Jugendliche kostet es sechs Euro (bislang 5,80 Euro).

Die Familientageskarte wird um 30 Cent auf 5,50 Euro angehoben, beim Umweltticket beträgt der Preisaufschlag 1,50 Euro, es kostet künftig 34,50 Euro. Die Schülermonatskarte wird auf 26,50 Euro (bislang 25 Euro) und die Seniorenmonatskarte auf 28 Euro (bislang 26.50 Euro) angehoben. Das Halbjahres-/Jahresabo der BVB verteuert sich auf 184/345 Euro (bislang 176/330 Euro). All diese Fahrscheine gibt es nur an den BVB-Vorverkaufsstellen, nicht jedoch in den Omnibussen.

Auch das Semesterticket konnte wieder erfolgreich verhandelt werden. Gemeinsam mit dem studentischen Konvent und dem Studentenwerk wurden für 2006/2007 ein Tarif von 18,75 Euro (bislang 15,60 Euro) und für 2007/2008 von 19,50 Euro festgelegt. Die Tariferhöhungen für die Schülermonatskarte und das Semesterticket treten erst zum 1. August in Kraft.