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19.07.2010

Tarifanpassungen bei Erdgas und Trinkwasser

BEW senkt zum 1. Oktober die Erdgaspreise – Trinkwasserpreis wird leicht angehoben

Die Energiekosten für Bayreuths Haushalte bleiben in Bewegung. In seiner jüngsten Sitzung hat der Aufsichtsrat der Bayreuther Energie- und Wasserversorgungs- GmbH (BEW) eine Senkung des Grundversorgungspreises für Erdgaskunden zum 1. Oktober dieses Jahres beschlossen. Während Erdgas bereits zum dritten Mal in Folge für die Kunden billiger wird, muss der Trinkwasserpreis zum 1. August moderat angehoben werden.

Mit der jetzt beschlossenen Senkung des Grundversorgungstarifs für Erdgaskunden reagiert die BEW auf die im Gaswirtschaftsjahr 2010/2011 erneut rückläufigen Gasbezugspreise. “Wir geben diesen Spielraum in Form einer Preissenkung für die Grundversorgung mit Erdgas um 0,25 Cent pro Kilowattstunde netto voll an unsere Kunden weiter”, so BEW-Geschäftsführer Jürgen Bayer.

Dies bedeutet je nach Bedarfsfall eine Preissenkung bei der Grundversorgung zwischen 2,77 und 4,92 Prozent. Bei einem Einfamilienhaus mit Heizung und Warmwasseraufbereitung sowie einem Jahresverbrauch von 25.000 Kilowattstunden macht die Ersparnis immerhin 74,38 Euro (brutto) im Jahr aus. Bei einer Wohnung mit 15.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch sind es 44,63 Euro (brutto), bei einem Gewerbebetrieb mit 50.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch 148,75 Euro (brutto).

Im Vergleich zum Januar 2009 liegt der Arbeitspreis für durchschnittliche Privat- und Kleingewerbekunden damit um rund 28 Prozent niedriger.

Die Preissenkung erfolgt entsprechend auch in den BEW-Gasprodukten BEWgasPrivat und BEWgasGewerbe.

Hohe Investitionen in die Trinkwasserversorgung

Anders sieht die Situation hingegen beim Trinkwasser aus. Hier hat der Aufsichtsrat grünes Licht gegeben für eine moderate Anhebung des Verbrauchspreises um 5 Cent auf netto 2,09 Euro pro Kubikmeter sowie des Grundpreises für einen Zähler mit Nenndurchfluss 2,5 Kubikmeter/Stunde um netto 2,93 Euro jährlich, nachdem der Wasserpreis letztmals im Jahr 2007 erhöht worden war.

Bayreuths Trinkwasser ist hervorragend, wie bundesweite Vergleichstests immer wieder belegen. Dahinter steckt aber ein Aufwand, der seinen Preis hat. In Bayreuth erfolgt die Trinkwasserversorgung mit vielen kleinen Anlagen. 15 Tiefbrunnen und 72 Quellfassungen im Fichtegebirge stehen für deutlich mehr Aufwand und höhere Kosten als dies bei wenigen großen Anlagen der Fall wäre. Die 5,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser, die beispielweise 2008 an 13.500 Hausanschlüsse verteilt wurden, mussten unter geologisch oftmals sehr schwierigen Bedingungen und mit teilweise langen Transportwegen gewonnen werden. Kein Wunder also, dass die Bayreuther Trinkwasserversorgung auf einen hohen Anteil von Fremdwasser angewiesen ist. Über 50 Prozent werden von der FWO bezogen.

Hinzu kommt, dass die BEW für den weiteren qualitativen Ausbau und die Sicherung der Bayreuther Trinkwasser-versorgung millionenschwere Investitionen schultern musste und auch weiter muss. BEW-Geschäftsführer Jürgen Bayer erinnerte in diesem Zusammenhang an die Erneuerung der Entsäuerungsanlage am Eichelberg für Oster- und Lehener Brunnen, an die Sanierung der Tiefbrunnen, an den Bau der neuen Trinkwasseraufbereitungsanlage im Löchleinstal, die Plombierung nicht mehr genutzter Brunnen, notwendige Arbeiten am Versorgungsnetz wie der Verbindungsleitung zwischen der Hohe-Warte-Zone und der Eichelbergzone oder die Erkundung eines neuen Trinkwasser-Gewinnungsgebietes im Heinersreuther Forst.

Auch Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl betont die notwendige Zukunftsvorsorge für eine auf lange Sicht garantierte Trinkwasserversorgung der Stadt und ihrer Menschen, der sich die BEW zu stellen habe. So diene die jetzige Tariferhöhung lediglich dem teilweisen Ausgleich der defizitären Leistungsbilanz der Wasserversorgung. “Niemand will mit diesem wichtigen Lebensmittel Gewinne machen. Zur Sicherung der Investitionen der BEW in eine dauerhafte Versorgung mit Trinkwasser ist die Preisanpassung aber unvermeidlich.”