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Bayreuth, 25.11.2012, 19 Uhr
Konzert 100 Jahre nach dem Untergang der „Titanic“ im Jahre 1912
Requiem in d-Moll (KV 626) von Wolfgang Amadeus Mozart (Instrumentierung Franz Beyer)
Violinkonzert in g-Moll op. 80 von Samuel Coleridge-Taylor
Auftragskomposition über das letzte Stück der
Bordkapelle beim Untergang der „Titanic “
Das Herbstkonzert steht ganz im Zeichen des Untergangs des Luxusschiffes „Titanic“ vor 100 Jahren, einer der bekanntesten und mit reichlich Mythen und Legenden umgebenen Katastrophen.
Unter der künstlerischen Leitung von Dirigent Arn Goerke erklingt als Hauptwerk des Konzertabends das „Requiem in d-Moll (KV 626)“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Mozarts unvollendete Totenmesse ist so sagenumwoben wie kaum ein anderes Werk der Musikgeschichte. Um dieses Requiem, an dem Mozart bis zu seinem Tode gearbeitet hat, rankt sich die Legende vom „grauen Boten“, der - einem Todesengel gleich - W. A. Mozart den Auftrag zur Komposition eines Requiems gab. Obwohl Auftraggeber und Zweck des Stückes schon bald nach Mozarts Tod bekannt waren, hat sich die Legende hartnäckig gehalten.
Nach dem Tode W. A. Mozarts vervollständigten Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr, Schüler von
Mozart, das „Requiem“ im Auftrag von Constance Mozart, der Witwe des Komponisten. Die Qualität der nachträglichen Ergänzungen werden seit langem diskutiert. Im Jahre 1971 legte Franz Beyer eine komplette Neufassung des Requiems vor, die er für die zweite Auflage 1979 noch einmal revidierte. Beyers Fassung etablierte sich neben der traditionellen Süßmayr-Fassung in der Aufführungspraxis und wurde u.a. von Nicolaus Harnoncourt, Leonard Bernstein und Neville Marriner aufgenommen.
Die Erinnerung an das tragische Ereignis des Untergangs der „Titanic“ in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 im Nordatlantik, bei dem 1513 Menschen ihr Leben verloren, wird nach wie vor durch Ausstellungen in zahlreichen Museen sowie eine ganze Reihe von Filmen und Büchern am Leben gehalten. Erinnert wird auch daran, dass sich damals an Bord des schwimmenden Palastes die Noten eines Violinkonzertes befanden, welche mit der „Titanic“ zur US-amerikanischen Uraufführung von England in die Neue Welt gebracht werden sollten. Die Noten des „Violinkonzertes in g-Moll op 80“, die wie abertausende andere Gegenstände auch in den Tiefen des Ozeans versanken, stammten vom britischen Komponisten Samuel Coleridge-Taylor. Coleridge-Taylor wurde 1878 in London als Sohn eines aus Sierra Leone stammenden Arztes und einer englischen Mutter geboren. Der junge Samuel zeigte früh hohe musikalische Begabung und trat bereits im Alter von acht Jahren als Geiger auf. Samuel Coleridge-Taylor, als Komponist zunehmend international bekannt, setzte sich verstärkt mit seiner väterlichen Abstammung auseinander und wurde auch in den USA zu einer Leitfigur der US-amerikanischen Schwarzenbewegung. Am Konzertabend erklingt genau dieses Violinkonzert in der Interpretation der international gefragten und gefeierten Geigenvirtuosin Natasha Korsakova, die nun ein zweites Mal die Einladung des Philharmonischen Chores angenommen hat.
Eröffnet wird das „Titanic“-Konzert jedoch mit einer Auftragskomposition des Philharmonischen Chores Bayreuth über das von Rätseln umwobene letzte Stück der Bordkapelle vor dem Untergang der „Titanic“. Für diesen Auftrag konnte der Dirigent und Komponist Bernd Wilden gewonnen werden. Der in Bielefeld lebende Musiker Bernd Wilden hat sich als Komponist von Opern-, Bühnen- und Filmmusiken einen Namen gemacht.
Inmitten der ganzen Dramatik der letzten Stunden an Bord des sinkenden Luxusliners erzählt die Legende die bewegende Geschichte der „White Star Line Band“ und ihres Leiters, des englischen Violinisten Wallace Henry Hartley. Jener acht Männer, die bis zuletzt an Deck blieben und die Musik nicht verstummen ließen. Mit aufmunternder „Ragtime“-Musik versuchte die Musikkapelle, die Passagiere zu beruhigen. Als das letzte Rettungsboot die „Titanic“ verlassen hatte und 1500 Menschen zurückblieben, entließ Bandführer Hartley seine Musiker vom Dienst und begann alleine, die ersten Noten einer simplen Hymne zu spielen. Nacheinander stimmten die Bandmitglieder - nicht bereit, ihre Stellung zu verlassen - ein.
Es gibt widersprüchliche Aussagen darüber, was genau die achtköpfige „White Star Line Band“ spielte, bevor das Schiff komplett im Meer untertauchte. War es die Hymne „Näher mein Gott zu Dir“ oder war es die Hymne „Autumn“, die als letztes Stück gespielt wurde? Oder etwa doch das „Largo“ von Georg Friedrich Händel? Viele Überlebende berichteten später, dass die Musiker bis kurz vor dem Untergang der „Titanic“ ausharrten. Keiner von ihnen hat überlebt.
Die Solisten des Abends sind Natasha Korsakova, Violine, Betsy Horne, Sopran, Heike Grötzinger, Alt, Paulo Ferreira, Tenor, und Avtandil Kaspeli, Bass. Es musiziert das Orchester Hofer Symphoniker unter der Leitung von Dirigent Arn Goerke.
Vorverkauf: Theaterkasse Bayreuth, Opernstraße 22, 95444 Bayreuth (Öffnungszeiten: Montag bis Freitag,
9 bis 18 Uhr, Samstag, 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr), Telefon 09 21/6 90 01 www.theaterkasse-bayreuth.de
E-Mail: info@kurier-tickets.de
- Bustransfer für Hin- und Rückfahrt -
Veranstaltungsstätte:
Stadthalle Bayreuth - Großes Haus -
Ludwigstraße 31
95444 Bayreuth
Lageplan
Veranstalter:
Philharmonischer Chor Bayreuth e.V.
Klinikumallee 51
95445 Bayreuth
E-Mail
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