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Kontakt/Information:
Wahnfriedstr. 1
Tel.: (09 21) 5 07 14 44
Fax: (09 21) 7 57 28 22
E-Mail: jean-paul-museum@stadt.bayreuth.de
Träger: Stadt Bayreuth
Leitung: Dr. Sven Friedrich
Öffnungszeiten:
Sept. - Juni: täglich 10 - 12 Uhr, 14 - 17 Uhr
Juli/August: täglich 10 - 17 Uhr
24./25.12.: geschlossen
31.12.: 10 - 14 Uhr
01.01.: 13 - 17 Uhr
Eintrittspreise:
Erwachsene: 2,00 €)
Schüler, Studierende, Schwerbehinderte: 1,00 €
Führungen nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung möglich.
Der am 21. März 1763 in Wunsiedel geborene Jean Paul (eigentlich: Johann Paul Friedrich Richter) lebte und wirkte von 1804 bis zu seinem Tod am 14. November 1825 in Bayreuth. Er gehört
zweifellos zu den bedeutendsten deutschen Dichtern. Sein Sprachgenie und seine phantasiereiche Imaginationskraft, seine Gedankenflüge und Traumbilder, seine grandiosen Naturschilderungen und
empfindsamen Gefühlsdarstellungen sind legendär.
Der kühne Visionär und hintergründig-humorige Idylliker, der hinreißende Poet und lebenskluge Aphoristiker, der geniale Sprachschöpfer und romantische Denker Jean Paul
bewegt noch heute den Verstand und die Herzen.
Zugleich war Jean Paul ein Kenner und Freund der Menschen, wie es die liebevollen Schilderungen von Originalen und auch skurrilen Gestalten, etwa des berühmten Schulmeisterlein Wuz,
bestätigen. Seine Skizzen der menschlichen Charakterbildung, der Harmonie, des Friedens und der Gerechtigkeit zeigen Jean Paul als Musterfall des humanen Deutschen.
Über Bayreuth schrieb er einmal die vielzitierte Huldigung: "Du liebes Bayreuth, auf einem so schön gearbeiteten, so grün angestrichenen Präsentierteller von Gegend einem
dargeboten, man sollte sich einbohren in dich, um nimmer heraus zu können". Oft siedelte Jean Paul die Handlungen seiner enzyklopädischen Romane in Bayreuth und seiner Umgebung an. Im
Jahre 1902 schrieb der Kritiker Alfred Kerr ins Gästebuch des Jean-Paul-Dichterstübchens in der Rollwenzelei: "Vergessen dich die Deutschen heut? Du bist der Meister von Bayreuth!" Eine
hochkarätige Huldigung für Jean Paul, aber zugleich ein Seitenhieb gegen Richard Wagner.
Sieben Mal hatte Jean Paul seit 1804 in Bayreuth die Wohnung gewechselt, bevor er sich 1813 für den Rest seines Lebens und die größere Hälfte seiner Bayreuther Zeit im Haus
Friedrichstraße 384 (heute Nr. 5) im 2. Stock einrichtete. Hauswirt war seit 1817 der aus Ansbach zugezogene jüdische Bankier I.J. Schwabacher, der das 1. Stockwerk bewohnte.
Jean-Paul-Schauplätze in Bayreuth
Auf vielfältige Weise begegnet man in Bayreuth noch heute Jean Pauls Vermächtnis, dem Wohn- und Sterbehaus in der Friedrichstrasse, der Grabstätte auf dem städtischen Friedhof, dem zentralen Denkmal auf dem Jean-Paul-Platz, der Rollwenzelei auf dem Weg zur Eremitage, in deren Gaststube Jean Paul beinahe täglich einkehrte, um zu schreiben, und die Schlösser und Parks von Eremitage und Fantaisie, wo er einige seiner schönsten Romanszenen spielen ließ.
Untergebracht ist das Museum im ehemaligen Wohnhaus von Richard Wagners Tochter Eva und deren Mann Houston Stewart Chamberlain, dessen Schriften aufgrund ihres Gedankengutes und Einflusses auf
den Nationalsozialismus disqualifiziert sind. Jean Paul wurde von dieser Ideologie als verzopfter Apologet kleinbürgerlicher deutscher Innerlichkeit so fundamental wie
absichtsvoll missverstanden und für die propagandistischen Zwecke der Vernichter von Kultur und Geist missbraucht.
Dass sich heute ausgerechnet hier der Gedenkort für einen der großen humanen deutschen Dichter befindet, dass nach dem Geist Chamberlains heute der Geist Jean Pauls hier eine Heimat gefunden hat, erscheint als symbolische Rettung seiner Ideale, als Sieg des Menschlichen über das Unmenschliche.
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