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01.12.2010

Theaterherbst endet mit „33 Variationen“

Eurostudio Landgraf lüftet am 9. Dezember eines der faszinierendsten Geheimnisse der Musikgeschichte

Ludwig van Beethoven33 Variationen über einen Walzer von Anton Diabelli, den er anfangs verächtlich als „Schusterfleck“ abtat, schrieb Ludwig van Beethoven. Warum 33, wenn nur eine Variation gewünscht war? Zum Abschluss des diesjährigen Herbstabos wird den Besuchern ein grandioses Theatererlebnis geboten: Am Donnerstag, 9. Dezember, um 20 Uhr, im Großen Haus der Stadthalle, können sie bei der Aufführung von „33 Variationen“ von Moisés Kaufmann abwechselnd die schwerkranke Musikwissenschaftlerin Dr. Katherine Brandt bei der Suche nach der Antwort auf diese Frage und Ludwig van Beethoven in der Vergangenheit während seines Schaffensprozesses verfolgen.

Immer wieder wird die vom Pianisten live eingespielte Musik zum überwältigenden Erlebnis. Beachtenswert ist die Vielfalt der Variationen. Als unübertreffliches, interpretatorisch kaum auszuschöpfendes Meisterwerk gelten die Diabelli-Variationen nicht umsonst neben den Goldberg-Variationen von Bach und den Bach-Variationen von Reger als der bedeutendste und umfangreichste Variationenzyklus für Klavier der gesamten Musikgeschichte.

Manchmal hofft man ein Stück möge nie zu Ende gehen. 33 Variationen über eines der faszinierendsten Geheimnisse der Musikgeschichte ist so ein Stück. Warum hat Ludwig van Beethoven trotz gesundheitlicher und finanzieller Nöte vier seiner letzen Lebensjahre damit verbracht, für einen Hungerlohn 33 Variationen über einen einfachen Walzer des Wiener Komponisten und Musikverlegers Anton Diabelli zu komponieren? Um eine Variation hatte Diabelli 1819 die 50 vorzüglichsten Komponisten seiner Zeit für einen Sammelband gebeten. Beethoven war über dieses Ansinnen verärgert. Und sein Ärger löste eines der größten musikalischen Kunstwerke aller Zeiten aus. Doch dann geschieht etwas Unerwartetes! Geradezu besessen von dem Walzer komponiert Beethoven nicht nur die eine verlangte, sondern am Ende sogar 33 grandiose Variationen. Was führte zu seinem Gesinnungswandel?

Genau das ist die Frage, über die sich im Stück Dr. Katherine Brandt den Kopf zerbricht. Obgleich schwerkrank, fliegt sie von New York nach Bonn und hofft, im Beethoven-Archiv beim Analysieren der Skizzenbücher Beethovens dem Rätsel, das die Musikwissenschaftler seit 1985 beschäftigt, auf die Spur zu kommen. Zusätzliche Bewegung und Charme erhält das Stück nicht nur durch die Liebesgeschichte zwischen Katherines Krankenpfleger und ihrer Tochter, sondern auch durch die wunderbaren Szenen zwischen Beethoven, seinem Sekretär Schindler und Diabelli im Wien des Biedermeier.

Unvergessliches Finale

Autor Moisés Kaufmann zeigt nicht zuletzt im unvergesslichen Finale, dass seine vielen Preise und der beeindruckende Ruf, den er in der Theaterszene hat, kein Zufall sind, sondern Resultat seines geradezu magischen Geschicks, unvergessliche Charaktere und Situationen zu entwickeln. Werden die Geheimnisse gelüftet, oder stellt Kaufmann mehr Fragen als er beantwortet? Das herauszufinden ist Teil des Vergnügens bei diesem reizvollen, emotional überzeugenden neuen Stück.

Auf der Bühne zu erleben sind unter anderem Cordula Trantow, Susanne Evers und Peter Schmidt-Pavloff. Regie in der Inszenierung der Eurostudios Landgraf führt Frank Matthus.

Karten bei der Theaterkasse

Karten für die Aufführung gibt es an der Theaterkasse am Luitpoldplatz (Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9 bis 18 Uhr; Samstag, 9 bis 14 Uhr) oder in der Maxstraße 58 (Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9 bis 18 Uhr; Samstag, 9 bis 13 Uhr); Tel. (09 21) 6 90 01, Fax (09 21) 29 48 56; E-Mail:  info@kurier-tickets.de. Ein Programmfaltblatt mit weiteren Informationen ist bei der Kongress- und Tourismuszentrale, der Theaterkasse und den Bürgerdiensten in beiden Rathäusern erhältlich.