Stadt Bayreuth

IM FOKUS

ONLINE-TERMINRESERVIERUNG

15.12.2009

Theaterherbst endet mit Ödon von Horváth

Theater Mühlheim an der Ruhr präsentiert “Es geht immer besser, besser – immer besser”

Dreimal Ödön von Horváth an einem Abend und in einem Theaterstück – das schafft nur Roberto Ciulli mit seinem Ensemble des Theaters Mühlheim an der Ruhr. Am Dienstag, 15. Dezember, um 20 Uhr, gastiert diese hochkarätige Truppe im Großen Haus der Stadthalle in Bayreuth und setzt den Schlusspunkt unter den diesjährigen Bayreuther Theaterherbst.

Dreimal Ödon von Horváth in einem Stück zeigt der Bayreuther Theaterherbst; Foto: Theater an der Ruhr

Mit einer Short-Cuts-Dramaturgie entwerfen Roberto Ciulli und der Dramaturg Helmut Schäfer ein heutiges Gesellschaftsbild. Gespräche verlaufen realistisch-beiläufig, es sind nebenbei formulierte Sätze, die tiefe Wunden offenbaren. Sie streiten, verletzten sich und wissen, dass sie im Kern gegen ihre Arbeitslosigkeit anbrüllen, gegen das Gefühl, nirgendwo mehr hin zu gehören, nutzlos zu sein. Es gelingt Ciulli und seinem dicht zusammen spielenden Ensemble, aus den Horváth-Texten ein Zeitstück zu gewinnen. Trotz aller Trauer und Verzweiflung tanzen die Leute, versuchen die Lebendigkeit ihrer Körper zu spüren, das Absterben der Seele für Augenblicke zu vergessen. Totzukriegen sind sie nicht, und sie murmeln die beschwörenden Worte: „Es geht immer besser, besser – immer besser.“

Roberto Ciulli

Er ist schon etwas Besonderes in der Theaterwelt: Roberto Ciulli. Was er uns da so leicht servieren will, hat es bei zweiter Betrachtung faustdick hinter den Ohren. Aber so ist er, spielerisch und zaubernd zeigt er uns die Macken der Welt. Mit der Naivität des Narren zeigt er das Elend einer völlig haltlosen Gesellschaft. Manchmal gibt es aber auch eine kleine Ahnung von Glück, denn Clown Ciulli setzt der Tristesse des Alltags seine subtile Poesie entgegen.

Ein Theatermann von seltener Güte, ein Ensemble von starker Geschlossenheit und ein Abend, der im Gedächtnis des Betrachters haften bleibt. Was will man mehr vom Theater erwarten?

Die Aufführung beginnt um 20 Uhr im Großen Haus der Stadthalle. Karten gibt es an der Theaterkasse, Luitpoldplatz 9 (Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9 bis 18 Uhr; Samstag, 9 bis 14 Uhr; Tel. 09 21/6 90 01; Fax 09 21/2 20 42; E-Mail: info@kurier-tickets.de).