Stadt Bayreuth

IM FOKUS

ONLINE-TERMINRESERVIERUNG

22.09.2008

Theaterherbst startet mit den „Buddenbrooks“

Herbstabonement bietet große Namen und bewegende Geschichten

Das Herbstabonnement bietet dieses Jahr große Namen und bewegende Geschichten. Eine mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnete Familiensaga, die Geschichte der „Buddenbrooks“, eröffnet den Reigen der hochkarätigen Aufführungen.

Am Donnerstag, den 2. Oktober startet das städtische Gastspielangebot mit einer Schauspielaufführung der „Buddenbrooks“ von Thomas Mann. Der allein in Deutschland etwa fünf Millionen Mal verkaufte Jahrhundertroman ist auf der Bühne fast zwangsläufig ein Renner. Gut unterhaltend, witzig, lebenswahr.

Szene aus den

Das Schauspiel zieht uns direkt hinein ins Leben der Lübecker Kaufmannsfamilie Buddenbrook, in die Sorgen um den Fortbestand des Unternehmens, die sich schon in der zweiten Generation einstellen, in die persönlichen Schicksale der Kinder des Konsuls Johann Buddenbrook, ihre scheiternden Ehen, neurotischen Verstimmtheiten, ihr bisweilen exzentrisches Auftreten und das letztlich vergebliche Ringen um den Erhalt ihrer gesellschaftlichen Stellung.

„Ein als Familien-Saga verkleideter Gesellschaftsroman“ seien die „Buddenbrooks“, sagte Thomas Mann von jenem Werk, das ihm 1929 den Literatur-Nobelpreis einbrachte, „ein vom Verfallsgedanken überschattetes Kulturgemälde, (…) eine Seelengeschichte des deutschen Bürgertums“.

Der Autor John von Düffel sagt über seine Dramatisierung des erfolgreichen Romanstoffes: „…So ein Werk ist deswegen Weltliteratur, weil es immer wieder neu gelesen und mit Leben gefüllt werden will. Thomas Mann hat den Roman im Umfeld der Jahrhundertwende, einer Zeit großer Veränderungen und Ängste geschrieben. Die „Buddenbrooks“ beschreiben eine Umbruchs- und Krisenzeit, in der Altes verschwindet. Eine solche Umwälzung mit all ihren Deklassierungs- und Abstiegsängsten, mit dem Klammern an Besitzständen, dem beständigen Rechnen im Angesicht des Verlustes, erleben wir heute in anderem Maßstab wieder. Zugespitzt formuliert, hat Thomas Mann das Bild einer Angstgesellschaft entworfen, die zerstört wird – und sich selbst zerstört – an diesem Punkt sind wir in gewisser Weise wieder. Die Dimensionen haben sich verschoben, aber die Emotionen sind sehr ähnlich. Und dieses Eigene im Fremden zu finden, diese Gegenwart im Vergangenen, gehört zu den großen Herausforderungen des Theaters.

Unter der Regie von Frank Matthus spielen Jan-Hinnerk Arnke und Heidemarie Wenzel.

Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr im Großen Haus der Stadthalle. Karten gibt es an der Theaterkasse, Luitpoldplatz 9 (Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9 bis 18 Uhr; Samstag, 9 Uhr bis 14 Uhr), Telefon (09 21) 6 90 01; Fax: (09 21) 2 20 42; E-Mail: info@kurier-tickets.de


Link zum Thema
Weitere Informationen zu den Veranstaltungen des Bayreuther Theaterherbstes finden Sie hier