Stadt Bayreuth

IM FOKUS

AFRIKultur in Bayreuth

IWALEWA Museum

Kulturinteressierten und Kulturschaffenden in Nairobi, Johannesburg, Detroit, London, Paris oder Dakar ist Bayreuth ein fester Begriff. Dies nicht (nur) der Wagnerfestspiele wegen, häufig ist der Grund der Bekanntheit ein ganz anderer: Es ist vielmehr die langjährige, ausgezeichnete und vielfältige wissenschaftliche und kulturelle Arbeit mit / zu / in Afrika, die Menschen auf der ganzen Welt mit Bayreuth assoziieren und hier kennengelernt haben, sowie die hohe/große Präsenz von Künstler_innen und Wissenschaftler_innen aus Afrika und seinen Diasporas, die Bayreuth bereichert.

All dies hat Geschichte: Bereits mit der Gründung der Universität im Jahr 1975 wurde der Afrikaschwerpunkt eingerichtet. Heute umfasst er unter der Bezeichnung „Profilfeld Afrikastudien“ die Gesamtheit der afrikabezogenen Forschungs- und Ausbildungsaktivi-täten von über 30 Professuren und den von ihnen vertretenen Fächern; von den Kultur-, Kunst-, Sprach- und Literaturwissenschaften über die Wirtschafts- und Rechtswissenschaften bis zu den Geo- und Biowissenschaften sowie Ingenieurwissenschaften.

Bereits im Jahr 1981 wurde unter der Leitung Ulli Beiers das Iwalewahaus als Teil der Universität gegründet, ein Ausstellungs- und Veranstaltungsort, der moderne und zeitgenössische, diskursorientierte Kunst und Kultur des afrikanischen Kontinents präsentiert und aktiv weiterentwickelt.

Das seit 1990 bestehende Institut für Afrikastudien (IAS) fördert und koordiniert Forschung und Lehre in den Afrikastudien, die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchs und  stärkt den Informationsaustausch mit Personen und Institutionen, die in oder über Afrika und seine Diasporas forschen und lehren. Von daher ist es nicht ungewöhnlich, dass der nigerianische Literaturnobelpreisträger und Ehrendoktor der Universität Bayreuth, Prof. Wole Soyinka, des Öfteren in Bayreuth anzutreffen ist oder dass der renommierte kenianische Schriftsteller und Wissenschaftler Prof. Ngũgĩ wa Thiong’o ausgerechnet in Oberfranken an einem seiner Hauptwerke arbeitete und ihm 2014 dann ebenfalls die Ehrendoktorwürde der Universität Bayreuth verliehen wurde. In Bayreuth trifft sich so mit großer Selbstverständlichkeit die Avantgarde des afrikanischen Kontinents und der Diaspora zum intellektuellen und kreativen Austausch.

Auch die verschiedenen kulturellen Angebote im Bayreuther Stadtzentrum sind ein wichtiger Teil der wissenschaftlichen Arbeit des IAS. Die folgenden Seiten bieten einen Überblick über bereits etablierte und geplante Aktivitäten zu afrikanischer und afrikanisch-diasporischer Kunst, Literatur, Musik wie auch Film und Performance.

IAS

Das Institut für Afrikastudien (IAS – www.ias.uni-bayreuth.de) fördert und koordiniert die Afrikastudien von 12 Fächergruppen der Universität Bayreuth, die sich auf alle sechs Fakultäten verteilen. Dieses breite Fächerspektrum wissenschaftlicher Afrika-Studien ist weltweit einzigartig. Dazu koordiniert das IAS Forschung und Lehre, die Ausbildung wissenschaftlichen Nachwuchses und fördert den Informationsaustausch mit Personen und Institutionen, die in oder über Afrika forschen und lehren.

Bayreuth Academy of Advanced African Studies (BA)

Die 2012 mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gegründete Academy bietet einen Rahmen für wegweisende Forschungsvorhaben, die mit übergreifenden Debatten verknüpft werden. Sie bringt Forschungen zu Afrika und zur afrikanischen Diaspora in einen wissenschaftlichen Dialog mit anderen Forschungseinrichtungen und eröffnet dadurch neue Perspektiven auch über die Grenzen der Regionalstudien hinaus. Im Mittelpunkt der Bayreuth Academy steht während ihrer ersten Phase (2012-16) das Gesamtprojekt „Zukunft Afrika – Visionen im Umbruch“, das sich in fünf Teilprojekte gliedert. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt in den Kultur- und Sozialwissenschaften, aber sie ist auch für andere Fächer offen. Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse und Debatten zu großen aktuellen Themen sollen auch in die Kultur- und Bildungsarbeit, in Öffentlichkeit und Politik ausstrahlen. Derart veranstaltet die Academy regelmäßig öffentliche Vortragsreihen und fungiert als Kooperationspartnerin mit anderen Institutionen des IAS. Ein Resultate Arbeit ist die (noch bis zum 28.2.2016 zu sehende) Ausstellung “FAVT: Future Africa Visions in Time“ im Iwalewahaus, die Ergebnisse und Prozesse der Zusammenarbeit von Academy- Forscher_innen und im Rahmen des BA-Fellow-Programms eingeladene Künstler_innen darstellt.
www.bayreuth-academy.uni-bayreuth.de

Bayreuth International Graduate School of African Studies (BIGSAS)

Die Bayreuth International Graduate School of African Studies, kurz BIGSAS, die im Jahr 2007 im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder an der Universität Bayreuth gegründet wurde, gilt weltweit als die größte und vielfältigste Graduiertenschule im Bereich der Afrikastudien. Sie wird bis zum 31. Oktober 2017 für insgesamt zehn Jahre durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit ca. 15 Millionen Euro gefördert.
Die BIGSAS bietet Doktoranden aus 32 Ländern auf fünf Kontinenten in enger Zusammenarbeit mit sechs afrikanischen Partneruniversitäten sowie zahlreichen Kolleginnen und Kollegen in Afrika individuelle Betreuung für deren Promotion. Ihnen steht ein umfangreiches wissenschaftliches Betreuungs- und Trainingsangebot offen, das sowohl auf eine Karriere innerhalb als auch außerhalb der Wissenschaft vorbereitet.
Das fächerübergreifende geisteswissenschaftliche Umfeld gestalten mehr als nahezu 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Bayreuther Afrikaforschung, die dem Institut für Afrikastudien (siehe IAS) angehören. Sie forschen an interdisziplinären Fragestellungen mit Bezug auf Afrika und lehren in Bereichen der Geschichts-, Kultur-, Politik-, Sozial-, Rechts-, Religions-, Sprach-, Literatur-, Medien- und Geowissenschaften. Neben der in Deutschland einzigen Professur für Literaturen in afrikanischen Sprachen wurde kürzlich eine neue Professur für transdisziplinäre Fragestellungen zwischen Kultur und Technologie in Afrika errichtet.
Seit Beginn der BIGSAS haben mehr als 78 Absolventen (Stand Januar 2016) ihren Abschluss erhalten. Sie machen Karriere hauptsächlich an ihren Heimatuniversitäten und sind weltweit wissenschaftlich aktiv und anerkannt.

BIGSAS wirkt in die Stadt Bayreuth u.a. mit den folgenden Projekten:

  • BIGSAS@school (in enger Kooperation mit der Stadt Bayreuth sowie dem Zentrum für Lehrerbildung)
  • BIGSAS in Town (in enger Kooperation mit der Stadt Bayreuth)
  • BIGSAS Festival Afrikanischer und Afrikanisch-Diasporischer Literaturen (in enger Kooperation mit der Stadt Bayreuth)
  • Der BIGSAS Journalistenpreis (in enger Kooperation mit dem Universitätsverein)

Darüber hinaus ist BIGSAS ein Netzwerk aus sieben Partneruniversitäten auf zwei Kontinenten Europa und Afrika: Université d‘Abomey-Calavi, Cotonou, Benin; Addis Ababa University, Äthiopien; Universität Bayreuth, Germany; Universidade Eduardo Mondlane, Maputo, Mosambik; University of KwaZulu-Natal, Durban, Südafrika; Université Mohammed V, Rabat, Marokko; and Moi University, Eldoret, Kenia.
www.bigsas.uni-bayreuth.de

Iwalewahaus

Das Iwalewahaus ist Teil der Universität Bayreuth und ein Ort der Produktion und Präsentation diskursorientierter, zeitgenössischer Kunst. Durch Ausstellungen, universitäre Forschung und Lehre, Sammlungen, Archiv, Künstler_innenresidenzen und Veranstaltungen werden die jüngsten Entwicklungen in der zeitgenössischen Kultur Afrikas vorgestellt und in Kooperationen mit Künstler_innen, Kurator_innen und Institutionen aktiv weiterentwickelt. Den Themenschwerpunkt der Forschung bilden die Gebiete der modernen und zeitgenössischen Kunst, der Populärkultur und der Medien – insbesondere Fotografie und Film. Das Iwalewahaus bietet zudem regelmäßige Veranstaltungen an, wie thematische Vorträge, Tagungen, Konzerte, Filmvorführungen und Lesungen. Die Institution führt ein Künstler_innen-Residenzprogramm und bildet als Stätte internationaler Künstler_innen-Begegnungen und Ausstellungen eine Brücke zur Bayreuther Öffentlichkeit. Das Iwalewahaus verfügt darüber hinaus über eine in Deutschland einzigartige Sammlung moderner und zeitgenössischer bildender Kunst aus Afrika, Asien und dem pazifischen Raum.
Im November 2013 fand der Umzug in eine neue Residenz in der Wölfelstraße statt und so ist das Iwalewahaus ist als Teil der Universität Bayreuth nun mitten in der Stadt gelegen. Eingeweiht wurde das Iwalewahaus bereits am 27. November 1981 zur Unterstützung des Afrikaschwerpunktes der Universität Bayreuth mit der Zielsetzung außereuropäische Kunst und Kultur einem breiteren Publikum vorzustellen. Gründer und erster Leiter des Iwalewahaus von 1981 bis 1985 war Ulli Beier. Als dieser 1985 nach Papua-Neuguinea ging, übernahm Ronald Ruprecht, voriger Leiter des Goethe-Instituts Nigeria, die Leitung des Hauses. Von 1989 bis 1996 stand das Haus erneut unter der Ägide von Ulli Beier. Von Januar 1997 bis September 2001 war Till Förster Direktor des Afrikazentrums. Mit dem Weggang Försters an die Universität Basel übernahm im November 2001 Tobias Wendl die Leitung des Hauses. Nach dessen Berufung an die Freie Universität Berlin wird das Iwalewahaus seit März 2010 von Ulf Vierke und von Nadine Siegert geleitet.

Eine Reihe von Veranstaltungen und interessanten Aktivitäten des Iwalewahauses finden Sie hier.

Iwalewahaus
Universität Bayreuth
Wölfelstraße 2
95444 Bayreuth
Tel +49 (0)921 5545 00
Fax +49 (0)921 5545 02
www.iwalewa.uni-bayreuth.de