Stadt Bayreuth

15.01.2010

Uni Bayreuth evaluiert neues EU-Projekt

Bayreuther Didaktik-Experten übernehmen wichtige Rolle beim Forschungsprojekt KLiC

Derzeit findet in Athen das Kick-off-Meeting eines neuen EU-Projekts statt, bei dem der Lehrstuhl Didaktik der Biologie an der Universität Bayreuth und das Zentrum zur Förderung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts (Z- MNU) eine wichtige Rolle übernehmen. Diese beiden Stellen koordinieren Validierung und Evaluierung des Projektes.

Professor Dr. Franz Bogner, Inhaber des Lehrstuhls Didaktik der Biologie, und Doktorandin Alida Kossak stimmten jetzt in Athen den Koordinierungsplan des Arbeitspakets mit dem Konsortium der beteiligten Staaten ab. Dieses Konsortium besteht aus zehn Partnern aus sieben Ländern der Europäischen Union.

KLiC ist nach Angaben der Bayreuther Uni-Pressestelle ein Forschungsprojekt zur Integration von intelligenten, physikalischen Sensoren im Klassenzimmerunterricht. Im Zuge des früheren, bereits abgeschlossenen EU-Projekts „In the Lab of Tomorrow“ waren drahtlose Sensoren für Kleidungsstücke entwickelt und in Schulen getestet worden. Diese ermöglichen Schülern und Studierenden, körpereigene physiologische Daten wie Körpertemperatur oder Herz- und Atmungsfrequenzen aufzunehmen, um diese im fachspezifischen Unterricht analysieren und auswerten zu können.

Im Zuge des EU-Projektes KLiC wird diese Technik in allen Partner-Ländern an Schulen und Hochschulen sowohl Lehrkräften als auch Schülern, Studierenden und Sportlern zugänglich gemacht. Aus den Ergebnissen des Projektes sollen innovative Lernszenarien, Qualitätsrichtlinien sowie Unterrichtsanleitungen für den naturwissenschaftlichen Unterricht entwickelt werden.

Lebenslangen Lernprozess fördern

Darüber hinaus soll der gezielte Einsatz innovativer und schülerzentrierter Lernkonzepte einen „lebenslangen Lernprozess“ fördern. Und: Der spielerische Umgang mit neuester digitaler Computertechnologie soll Einblicke in und Verständnis für aktuelle Arbeitsweisen in Wissenschaft und Forschung geben.

„Dadurch, dass Schüler selbst gewonnene Daten aus ihren alltäglichen Aktivitäten selbstständig und zeitnah oder zeitgleich auswerten, können Neugierde und Interesse im naturwissenschaftlichen Unterricht wieder besser geweckt werden“, sagt Professor Bogner. Verständnis für physikalische Zusammenhänge wird so gefördert. Vor allem Amateursportler profitieren von den neuen Sensoren, um ihre Trainingserfolge zu optimieren. Dennoch dürfe die innovative Rolle solcher Sensoren für den naturwissenschaftlichen Unterricht nicht unterschätzt werden, so der Bayreuther Hochschullehrer. „Vor allem weil die Kosten inzwischen eine gute Verfügbarkeit in Schulen sichern können.“

Der Lehrstuhl Didaktik der Biologie und das Z-MNU übernehmen die Aufgabe der Koordinierung der Validierung und Evaluation sowie die Qualitätssicherung des Gesamtprojektes. Die Projektlaufzeit beträgt 24 Monate, das Endreview-Verfahren wird zu Jahresbeginn des Jahres 2012 stattfinden.