Stadt Bayreuth

13.06.2007

Verwertung Markgrafenkaserne rückt näher

OB Dr. Hohl sieht Verwertungsoption vor allem im Logistikbereich – Hoffnung auf Signalwirkung für die oberfränkische Wirtschaft

In Bayreuth werden derzeit die Weichen für ein bedeutsames Konversionsprojekt gestellt. Das annähernd 30 Hektar große Areal der Markgrafenkaserne – bis vor wenigen Jahren Heimat eines großen und traditionsreichen Bundeswehrstandorts – soll in eine für die weitere Stadtentwicklung zukunftsweisende gewerbliche Nachfolgenutzung übergeführt werden. Vor allem die verkehrsgünstige Lage der militärischen Brachfläche eröffnet hierfür vielversprechende Optionen.

Um in Sachen Nachfolgenutzung einen entscheidenden Schritt weiter zu kommen, will die Stadt jetzt ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept im Rahmen des Bund-Länder-Programms Stadtumbau-West erarbeiten, das dann Grundlage für weitere Maßnahmen sein wird. Auch für deren Umsetzung können Mittel aus dem Programm Stadtumbau-West beantragt werden. Der entsprechende Antrag zur Aufnahme in dieses Programm bei der Regierung von Oberfranken wurde bereits gestellt. Oberbürgermeister  Dr. Michael Hohl: “Wir wollen die anstehende Konversion offensiv als Chance nutzen, um die oberzentrale Funktion Bayreuths nachhaltig zu stärken.”

Das Areal der Markgrafenkaserne

Über 400 Jahre lang konnte sich Bayreuth mit dem Prädikat Garnisonsstadt schmücken. Im Zuge der Restrukturierung der Streitkräfte nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation in Mitteleuropa geriet auch Oberfrankens einziger Bundeswehrstandort auf die Streichliste. Ende September 2004 verabschiedete die Stadt nach langem politischen Widerstand das in Bayreuth stationierte II. Bataillon des Luftwaffenausbildungsregiments 3 mit einem Auflösungsappell und Zapfenstreich. Damit dürfte auf lange Sicht  dieses Kapitel der Stadtgeschichte abgeschlossen sein. Lediglich eine kleine militärische Restnutzung ist auf dem Areal der Markgrafenkaserne geblieben.

Mit dem Abzug der Bundeswehr entstand eine großflächige militärische Brachfläche im Norden der Stadt. Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage an der Bundesautobahn A 9 und im Schnittstellenbereich mehrerer überregionaler Straßen bildet das Areal an der Stadtgrenze zur benachbarten Gemeinde Bindlach hin ein wichtiges Tor in die Stadt. Die Umgebung ist vorwiegend gewerblich und industriell geprägt.

Der größte Teil des Areals wird in Regie der bundeseigenen Anstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) veräußert. Während der Bund also Eigentümer des Geländes ist, kann und will die Stadt über ihre gesetzliche Planungshoheit an einer sinnvollen, kombinierten Verwertung mitwirken. Dementsprechend eng will man seitens der Stadt mit der BIMA bei der Vermarktung zusammenarbeiten. Die wiederum ist inzwischen in ein entscheidendes Stadium getreten. Erste kleinere Teilflächen wurden bereits ausgeschrieben, die verbliebene Kasernenfläche soll schon bald folgen. Auch die Altlastensituation auf dem Gelände wurde bereits geprüft. Hier zeichnen sich keine Probleme ab, die einer zügigen Verwertung entgegenstünden.

Die Frage, was aus dem 280 000 Quadratmeter großen Areal werden soll, ist daher zu einem der zentralen kommunalpolitischen Themen in Bayreuth geworden. Dabei geht es sinnvollerweise um die Ansiedlung von Gewerbe, das auf eine zentrale Lage im überregionalen Verkehrsnetz angewiesen ist. Für die Stadt, so Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl, steht derzeit eine Verwertungsoption aus dem Logistikbereich im Vordergrund, der von der hervorragenden Verkehrsanbindung der Markgrafenkaserne besonders profitieren würde. Dies gilt insbesondere, weil neben der unmittelbar benachbarten Autobahnauffahrt Bayreuth-Nord auf die neu ausgebaute BAB 9 auch der Regionalflugplatz Bayreuth nahe gelegen ist.

Ein solches, weit über die Stadtgrenzen hinaus zielendes “Leuchtturmprojekt”, so das Stadtoberhaupt, könne eine Signalwirkung für den gesamten oberfränkischen Wirtschaftsraum entwickeln. Investoren haben sich bereits gemeldet.