Stadt Bayreuth

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14.04.2009

vhs hilft beim Lernen

Neues Angebit für Kinder mit Migrationshintergrund kommt gut an

Harun ist zehn und geht ganz gerne zur Schule. Geradezu begeistert ist der Viertklässler aus der Graserschule aber, wenn er von seinen schulischen “Überstunden” erzählt. Harun gehört zu 14 Jungs und Mädchen, die seit Dezember vergangenen Jahres an der Volkshochschule Bayreuth einen Deutsch-Kurs absolvieren, der sich speziell an Kinder aus Migrantenfamilien richtet. Ihnen soll auf diese Weise der Übertritt von der Grundschule an eine weiterführende Schule erleichtert werden.

“Wir lernen viel, lachen viel – das ist besser als normale Schule”, berichtet Harun, der aus einer türkischen Familie stammt, die seit 30 Jahren in Deutschland lebt. Von der Intelligenz her sind er und seine Mitschüler, die den Extra-Unterricht der Volkshochschule wahrnehmen, durchaus fähig, auf das Gymnasium oder die Realschule zu wechseln. Und von der Zielsetzung des vhs-Angebots her sollen jedenfalls nicht Sprach-Defizite daran schuld sein, wenn es damit doch nicht klappen sollte.

“Alle sind sehr motiviert”, lobt Wolfgang Weiß seine Schützlinge, die aus Kenia und der Türkei, aus Usbekistan, Kasachstan, Weißrussland, Russland und der Ukraine kommen und derzeit die Lerchenbühl-, Altstadt- und Graserschule sowie die in St. Georgen besuchen. Weiß ist Hauptschullehrer in der Altstadtschule und kennt sich mit der Problematik aus: In einer 5. Klasse hat er dort von 24 Schülern 13 mit Migrationshintergrund. “Dieser vhs-Kurs muss einfach anders ablaufen als normaler Schulunterricht, den die Kinder ja sechs Stunden lang vorher hatten”, betont der Pädagoge. Und so ist die Atmosphäre an den beiden Tagen pro Woche ungezwungen und eher spielerisch, aber durchaus zielgerichtet.

In zwei Gruppen vermittelt Weiß den Kindern aus der 4. bis 6. Klasse Deutschkenntnisse, um die Anforderungen von Realschule beziehungsweise Gymnasium zu meistern. “Das ist Völkerverständigung pur”, sagt Halil Tasdelen zu der Aktion. Der Stadtrat mit Migrationshintergrund hatte das neue Angebot angestoßen, Schul- und Sozialreferent Carsten Hillgruber griff es auf und das Stadtratsplenum gab schließlich grünes Licht, so dass die Volkshochschule die Idee in Zusammenarbeit mit Schulamt sowie Grund- und Hauptschulen umsetzen konnte.

Nun zeichnen sich erste Erfolge ab, gibt es von Elternseite Bitten, die eigentlich Mitte des Monats auslaufende Aktion bis zu den Aufnahmeprüfungen an den Realschulen und Gymnasien fortzusetzen. “Der Bedarf ist da”, so vhs-Leiterin Beatrix von Guaita.

Mit Schülern, die gern Extra-Unterricht auf sich nehmen, präsentieren sich vhs-Leiterin Beatrix von Guaita neben Lehrer Wolfgang Weiß (hinten links) und Stadtrat Halil Tasdelen (hinten rechts) neben Carsten Hillgruber, dem Schul- und Sozialreferenten der Stadt Bayreuth.