Stadt Bayreuth

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29.05.2006

Vom sozialen Brenn- zum zentralen Treffpunkt

Neuer AllwetterplatzDie städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOG hat in den vergangenen Jahren im Quartier „Altstadt“ eine ganze Reihe von Modernisierungsvorhaben realisiert. Einer der Schwerpunkte ist derzeit der Menzelplatz. Bei der Verbesserung der Wohnqualität geht es aber nicht nur um bauliche Maßnahmen, sondern auch um die Aufwertung des Wohnumfeldes insgesamt. Die ersten Bausteine dieses ehrgeizigen Vorhabens sind jetzt fertig: Gemeinsam mit zahlreichen geladenen Gästen weihte Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl einen neu eingerichteten Beratungs- und Servicepunkt Altstadt sowie einen neu geschaffenen Allwetterplatz ein.

Zur Vorgeschichte: Das GEWOG-Projekt Menzelplatz wurde Ende 2003 in das vom Bayerischen Innenministerium entwickelte Förderprogramm „Lebendige Wohnquartiere für Jung und Alt“ (LWQ) aufgenommen. Dessen Zielsetzung ist es, Wohnquartiere mit erkennbaren sozialen Problemen, aber noch stabiler Bewohnerstruktur frühzeitig vorbeugend durch bauliche und soziale Maßnahmen zu stärken.

Allwetterplatz und Beratungspunkt

Bei der ofiziellen Einweihung zeigte sich der Oberbürgermeister beeindruckt vom Fortgang des modellhaften Projekts. Beide jetzt eingeweihte Bausteine sind wichtige Komponenten dieses Ansatzes. Während der Allwetterplatz bereits Teil der ursprünglichen architektonischen Entwurfsplanung für die bauliche Aufwertung des Menzelplatzes war, entstand die Konzeption eines Beratungs- und Servicepunktes für die Anwohner des Quartiers als flankierende soziale Maßnahme erst im vergangenen Jahr.

Das Interesse am Allwetterplatz bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist schon jetzt sehr hoch. Der „Treffer“ – so heißt der Platz nun – soll sich zu einem echten Treffpunkt junger Menschen in der Altstadt entwickeln, „und damit zu einem Vorzeigeprojekt für das familienfreundliche Bayreuth“, so Dr. Hohl. Die Austattung des Platzes mit Spiel- und Freizeitgeräten erfolgte in Abstimmung mit dem Verein Treff e.V. und der Streetworkerin Tanja Draht, die auch die Betreuung des Platzes gewährleistet.

Der neue Beratungs- und Servicepunkt Altstadt wiederum ist ein unmittelbares Angebot der GEWOG für die Bewohner der Altstadt vor Ort. Die Resonanz der sozialen und karitativen Einrichtungen war unerwartet groß, was sich in der Vielzahl der beteiligten Institutionen – von der Caritas über den Kinderschutzbund und den Verein Avalon bis hin zu den städtischen Beratungsangeboten für Aussiedler, Senioren und Behinderte – widerspiegelt.

Die bereits vorhandenen Aktivitäten der örtlichen Kirchengemeinden und des fest etablierten Vereins Treff e.V. werden so durch ein breites Spektrum der Dienstleistungen erweitert, das die Bewohner direkt vor Ort zur Bewältigung ihrer Lebenssituation abrufen können. Ab Oktober wird der Servicepunkt zudem ergänzt durch Kurs- und Schulungsangebote der Volkshochschule sowie der Evangelischen Familienbildungsstätte. „Der Menzelplatz wird sich so vom sozialen Brennpunkt zum zentralen Treffpunkt wandeln. Hier wird das soziale Herz der Altstadt schlagen“, zeigte sich Dr. Hohl überzeugt.

Das Engagement der GEWOG in der Altstadt

Die über 1 500 GEWOG-Wohnungen in der Altsadt wurden größtenteils in den 50er Jahren erbaut. Bauweise, Wohnungszuschnitte und sanitäre Einrichtungen entsprechen nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit. In der Altstadt hat sich daher ein großer Modernisierungs- und Sanierungsbedarf ergeben. Von 1997 bis Ende 2005 hat die GEWOG 326 Wohnungen umfassend renoviert und modernisiert. Dies umfasst unter anderem den Einbau neuer Bäder und Küchen, die Erneuerung der gesamten Installation und Innenausstattung, den Anbau von Balkonen, neue Fenster und die Sanierung der Dächer. Durch moderne Heizanlagen wird der Kohlendioxid-Ausstoß verringert und durch die Dämmung der Kleller- und Dachgeschossdecken Heizenergie gespart. Die Investitionskosten betrugen bisher rund 11,5 Millionen Euro, die zu zwei Drittel aus Eigenmitteln finanziert wurden.

Als weitere Maßnahme des Modellvorhabens Menzelplatz stehtn neben dem Bau neuer Stellplätze vor allem die architektonische Umgestaltung des Platzes bis Ende dieses Jahres an. Dabei wird unter anderem ein „Forum“ mit Sitzgelegenheiten zur Förderung des gemeinschaftlichen Lebens entstehen. Insgesamt wurden für Wohnumfeldgestaltung und Modernisierungen an und in den Wohngebäuden rund um den Menzelplatz drei Millionen Euro aufgewendet. Die Arbeiten werden überwiegend durch einheimische Firmen durchgeführt, so dass die sich daraus ergebende Wertschöpfung in der Region Bayreuth bleibt.