Stadt Bayreuth

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28.11.2011

Wagner-Archiv erhält wertvolle Zustiftung

Kostbare Autographe und Dokumente aus New Yorker Privatsammlung

Haus WahnfriedDas Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung freut sich über die wertvolle Zustiftung von kostbaren Autographen und Dokumenten aus der Privatsammlung Mr. & Mrs. Jeffrey K. Brinck, New York. Hierbei handelt es sich vor allem um Handschriften aus der sogenannten “Burrell-Sammlung”, von der bereits 1978 ein großer Teil für das Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung erworben werden konnte.

Mary Burrell, Tochter des bedeutenden Dubliner Physikers Sir John Banks, war eine der bedeutendsten englischen Wagner-Anhängerinnen und Festspiel-Besucherin der ersten Stunde in Bayreuth. Allerdings bereitete ihr der nach Wagners Tod von seiner Witwe Cosima betriebene Vergötterung des “Meisters” und das Treiben des “Bayreuther Kreises”, vor allem in Form der Wagner-Hagiographie Carl Friedrich v. Glasenapps, großes Unbehagen. So begann sie dank ihres beträchtlichen Vermögens mit einer umfangreichen und hartnäckigen Sammler-Tätigkeit für eine eigene Wagner-Biographie, die aber mit ihrem Tod 1898 Fragment blieb, das leider kaum über Wagners Schulzeit hinaus gekommen war.

Hoch bedeutend dagegen blieb ihre 840 Dokumente umfassende Sammlung, die vor allem Quellen sicherte, die für Wahnfried und Cosima unerreichbar blieben. Darunter waren vor allem Autographe aus dem Nachlass von Richard Wagners erster Ehefrau Minna und somit Dokumente aus Wagners erster Lebenshälfte. Diese waren nach Minnas Tod 1866 in den Besitz ihrer außerehelichen Tochter Natalie Bilz-Planer gelangt, die von ihrer Mutter stets als deren Schwester ausgegeben worden war. Natalie stand Bayreuth und vor allem Cosima begreiflicher Weise äußerst reserviert und mißtrauisch gegenüber, so dass Mary Burrell in ihr die wichtigste Verbündete fand, die ihr den Nachlass ihrer Mutter Minna schließlich verkaufte.

42 Dokumente

Darin befanden sich in der Hauptsache 128 Briefe Richard Wagners an Minna, aber auch der berühmte Brief Richard Wagners an Mathilde Wesendonck vom 7. April 1858, die sogenannte “Morgenbeichte”, der ja von Minna abgefangen worden war, womit Wagners Verhältnis zur Empfängerin aufflog. Dieser ist dadurch der einzige erhaltene Brief Wagners an Mathilde Wesendonck, nachdem Cosima alle anderen von ihr zurückgefordert, auch erhalten und später ebenso wie viele andere, darunter ihren eigenen Briefwechsel mit Wagner, verbrannt hat.

Die Zustiftung aus der Sammlung Mr. & Mrs. Jeffrey K. Brinck umfasst vor allem Briefe an Mary Burrell, im wesentlichen aus den 1890er Jahren. Die meisten Briefe stammen von Natalie Bilz-Planer, einzelne von Wagners Nichte Johanna Jachmann-Wagner sowie Wagners Schwestern Ottilie Brockhaus und Clara Wolfram.

Insgesamt handelt es sich um 42 Dokumente, unter denen sich u.a. auch die Geburtsurkunde und eine Fotografie von Natalie Bilz-Planer, ihre Memoiren und Aufzeichnungen über die gemeinsame Flucht mit Wagner aus Riga 1839, eine Skizze der Wohnung Wagners Rue du Halder, Paris 1841, Aufzeichnungen über die Beziehung Wagners zu seiner Schwester Cäcilie Avenarius sowie ein Notizbuch Mary Burrells befinden. Mit dieser Zustiftung kann der bereits im Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung befindliche wesentliche Teil der “Burrell-Sammlung” um einige bedeutende und für die Wagner-Biographie wichtige Dokumente erweitert werden.

   
 

Richard Wagner Museum mit Nationalarchiv
der Richard-Wagner-Stiftung
Direktor: Dr. Sven Friedrich
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